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Hörspiel aus Ascheberg und Heessen

Kleine Idee verlangt großes Engagement

Ascheberg

Ein Lichtblick in der Fastenzeit für Kinder. Eine Geschichte, auf deren nächste Folge sie sich freuen dürfen. In der Pfarrei St. Lambertus Ascheberg hatte Christine Knuf so eine Idee und bescherte sich damit viel Arbeit.

Theo Heitbaum

Lilo Baab gibt Rahel ihre Stimme Foto: Knuf

Corona hat dem Leben in vielen Bereichen eine Auszeit verordnet. Das Erleben der Fastenzeit ist für Kinder im Abstands- und Maskenalltag schwer zu organisieren. Pastoralreferentin Christine Knuf hatte die Idee den zwangsentschleunigten Alltag junger Familien durch ein Hörspiel zu bereichern: „Die Idee war ein Videoblog, der in dieser Zeit ein kleiner Lichtblick für Kinder sein kann“, berichtet die Mitarbeiterin im Seelsorgeteam von St. Lambertus Ascheberg. Erster Verbündeter war Ehemann Christoph Knuf. Auch er arbeitet als Pastoralreferent und ist in der Kirchengemeinde Papst Johannes Heessen tätig. In Ascheberg hat Knuf mit der pastoralen Mitarbeiterin Valentine Gebauer über die Möglichkeiten auf unterschiedlichen Kanälen gesprochen.

„Die Idee ist im Seelsorgeteam gut angekommen. Dort haben alle ihr Mitmachen signalisiert“, berichtet Knuf über den Start eines dynamischen Prozesses. Das Erstellen der insgesamt neun Folgen war und ist für sie ein dauerhafter Lernprozess. Das geht beim Erstellen der Texte los. Für den Weg, den Jonathan und Rahel einschlagen, mussten die passenden Bibelstellen gefunden und in Hörspiel-Texte mit Dialogen umgesetzt werden. „Am Anfang hat der Hauptsprecher mehr erzählt, später habe ich auch die Beteiligten nicht nur für Gespräche, sondern auch für Erzählungen eingesetzt“, berichtet Christine Knuf. Ganz nebenbei hat die Pastoralreferentin sich mit einigen Dingen tiefer auseinandergesetzt, beispielsweise mit dem jüdischen Leben, um es kindgerecht und fehlerfrei in ein Hörspiel transformieren zu können.

QR-Code "Ostern auf der Spur Foto: Theo Heitbaum

In den Teams in Ascheberg und Heessen kam nicht nur ein zustimmendes Nicken zu den Plänen. Als die Rollen verteilt wurden, machten alle mit. Aus Ascheberg sind neben Pfarrer Stefan Schürmeyer, Pater George und den Pastoralreferenten auch Verwaltungsmann Burkhard Börger und Kindergarten-Verbundleiterin Sandra Schulz zu hören. „Wir haben dazu Ehrenamtliche eingebunden“, berichtet Knuf.

Doch wie nimmt man in Corona-Zeiten ein Hörspiel auf? Wie sind die vielen Dialoge entstanden, ohne dass sich die Menschen zu nahe gekommen sind? Wie die AHA-Regeln eingehalten worden? Auch wenn sich die Gespräche der jungen Hauptpersonen Rahel und Jonathan authentisch und echt anhören, sind sich Malte Schmidt aus Heessen und Lilo Baab aus Ascheberg nicht begegnet. Zusammengeführt hat sie Christoph Knuf am Computer. „Wir haben die ersten beiden Folgen jeweils mit dem privaten Handy eingesprochen“, berichtet Knuf. Inhaltlich klappte das, aber technisch wurden stark unterschiedliche Qualitäten geliefert. „Deswegen haben wir in Technik investiert“, erklärt die Pastoralreferentin. Mikrofon und Schalldämpfer wurden angeschafft. Seither werden die Texte im Pfarrhaus aufgenommen – desinfizieren, lüften und was sonst nötig ist inklusive.

Hörspiel für Kinder Foto: Knuf

Anfangs gab es die Idee das Hörspiel mit wechselnden Bildern zu versehen, weil die neun Folgen auf Youtube hochgeladen werden. Da das Projekt während des Entstehens aber schon viel Zeit beanspruchte, wurde an der Stelle abgewunken. „Im Rückblick sind wir ein bisschen blauäugig an die Sache gegangen, denn es ist viel Arbeit. Aber es macht Spaß“, berichtet Knuf. Sie ist mit einer 25-Prozent-Stelle in St. Lambertus tätig: „Zuletzt war es die doppelte Zeit.“

Mit dem Beginn der Fastenzeiten sind sonntags Folgen in den Youtube-Kanal „Ostern auf der Spur“ hochgeladen worden, in der Karwoche werden Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern neue Folgen online gehen. „Es haben Leute von drei bis 90 Jahren gehört“, berichtet Knuf über die Resonanz. Die nimmt langsam zu, zuletzt hat das Kreisdekanatsbüro sich erkundigt. Wer die kleine Hörspielreihe mit bekannten Stimmen in der unübersichtlichen virtuellen Welt finden möchte, gibt bei Youtube „Ostern auf der Spur“ ein. Zudem ist auf der Homepage der Pfarrei ein QR-Code zu finden, der zum passenden Kanal führt.

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