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Sternsinger der Familie Billermann

Könige der dritten Generation stehen in den Startlöchern

Herbern

Das Sternsingen hat in der Familie Billermann eine lebendige Tradition. Gemeinsam mit Vater Hugo sind seine Söhne Hugo junior und Laurenz sowie sein Bruder Toni als „Heilige Könige“ in Herbern unterwegs, um Spenden für benachteiligte Kinder zu sammeln. Auch die Eltern von Hugo Billermann waren diesbezüglich schon aktiv.

Von Isabel Schütte

Laurenz (v.l.), Hugo und Hugo junior sind die Könige im Hause Billermann. Foto: Isabel Schütte

Die Sternsinger sind wieder in der Gemeinde unterwegs. Herbern startete am Dienstag mit dem Eröffnungsgottesdienst, am heutigen Freitag (6. Januar) gehen die kleinen Könige in Ascheberg und Davensberg von Haus zu Haus.

Seit über 30 Jahren organisiert und koordiniert Hugo Billermann die kleinen Sternsinger in Herbern. Es werden Lieder gelernt, Kostüme anprobiert. Und zum Aussendungsgottesdienst gibt es für die Könige Kreide, den Stern und die Spendendose.

Sternsinger sammeln auch Lebenserfahrung

Während sich die meisten nach Weihnachten Ruhe gönnen, geht es im Hause Billermann geschäftig zu. Die Kinder, die mitmachen, werden in Gruppen eingeteilt und müssen dann Anfang des neuen Jahres von Straße zu Straße ziehen. Das Wetter ist dabei Nebensache, schließlich bleiben nur ein paar Tage Zeit, um Spenden für den guten Zweck zu sammeln. „Ich unterstütze das Sternsingen schon so lange, weil es einfach eine gute Sache ist. Kinder sammeln für Kinder, und wenn diese durch die Straßen ziehen gibt es viel Lebenserfahrung. Da sind nette Menschen – oder auch welche, die dafür nichts übrig haben“, erzählt Hugo Billermann.

Seit 50 Jahren Einsatz für Kinder in Namibia

In Herbern gibt es aber nicht nur Sternsinger im Grundschulalter. Hier sind in diesen Tagen mittlerweile auch drei Erwachsenen-Gruppen als Könige des Morgenlandes unterwegs. Eine Gruppe steht ebenfalls unter der Leitung von Hugo Billermann. Gemeinsam mit seinem Bruder Toni, Thomas Averkamp, Manfred Neuhaus, Andreas Nienhaus, Marcel Börste, Katharina Pieper, Anne und Peter Kirschner, Marleen Krass, Thomas Krass, Marion Krass sowie Johannes Forsthövel und vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen wird schon in der zweiten Generation für Kinder in Namibia gesammelt. Schwester Jutta vom Orden der Missionsschwestern von der unbefleckten Empfängnis leitet dort seit 1963 eine Schule mit Internat für über 500 Kinder. Der Kontakt zu Schwester Jutta kam vor über 50 Jahren über die schon verstorbenen Brüder Ulrich und Werner Nienhaus sowie Herbert Hohenhövel zustande. Als die alte Garde in den Sternsinger-Ruhestand ging, übernahm auch hier Hugo Billermann den Staffelstab. Die Spenden der Sternsinger werden für die Verpflegung der Kinder verwendet, da der Staat nur die Kosten für den Schulbetrieb übernimmt. Die Spenden kommen eins zu eins bei den Missionsschwestern an.

Mutter begleitet den kleinsten König

Da die Tradition fortgeführt werden soll, steht die dritte Generation schon in den Startlöchern. Da sie für die Erwachsenen-Gruppe noch zu klein sind, müssen sie quasi erst ein paar Jahre die Ausbildung bei den kleinen Sternsingern absolvieren. Hugo Junior (8) und Laurenz (3) haben in diesem Jahr ihr eigenes Kostüm bekommen und gehen mit zwei anderen Jungs von Haus zu Haus. Ute Billermann geht mit und unterstützt den Nachwuchs: „Laurenz wollte unbedingt mitgehen. Ich weiß ja nicht wie lange er durchhält, deshalb bin ich mit dabei.“ Wie lange Hugo Billermann dieses Ehrenamt noch ausführen möchte, hält er sich offen. „Ich warte mal ab. Vielleicht übernimmt es nachher Hugo junior. Aber das ist natürlich alles nicht spruchreif. Der muss wie alle anderen auch erstmal seine Erfahrungen sammeln.“

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