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Fitnessstudio in Zeiten der Pandemie

„Kunden geben tollen Rückhalt“

Ascheberg

Die strengen Zugangsregeln in der Pandemie drehen vielen Fitnessstudios die Luft ab, die Zahl der Mitglieder sinkt drastisch. Anders beim einzigen Anbieter in Ascheberg.

Von Beate Nießen

Im Kraftclub geht es, anders als der Name vermuten lässt, nicht um möglichst große Muskelpakete. Stattdessen liegt der Schwerpunkt im Gesundheitssport. Foto: ben

Der DSSV (Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen) schlägt Alarm. Laut einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage sei durch die nahezu flächendeckend geltenden 2G-plus-Regelungen die Nachfrage zum Start des neuen Jahres stark zurückgegangen. Klar zu erkennen sei, dass bei umfangreicheren Auflagen die Ergebnisse weitaus negativer ausfielen als bei weniger strengeren Regeln wie 2G.

Harte Monate während des Lockdowns

„Die Check-ins in Fitness- und Gesundheitsanlagen haben sich im Schnitt um 44 Prozent im Vergleich zu 2020 reduziert“, schreibt der DSSV. Ein drastischer Rückgang – hat den auch das einzige Fitnessstudio in Ascheberg hinnehmen müssen? „Nein, glücklicherweise nicht. Natürlich waren die Monate des Lockdown hart, aber wir haben es trotz der vielen Auflagen geschafft, inzwischen wieder auf dem gleichen Mitgliederstand zu sein wie vor Corona“, erzählt Kraftclub-Inhaber Joshua Köhne nicht ohne Erleichterung.

Dass sein Studio bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen ist, macht der Fitnesskaufmann vor allem an einem Umstand fest. „Unser Schwerpunkt liegt beim Gesundheitssport. Dazu gehört eine intensive Betreuung durch den Trainer, das wiederum sorgt für einen engen persönlichen Bezug zu unseren Mitgliedern.“ Der fehle in den großen Studios dagegen häufig.

Während des Lockdowns habe man zwar einen Rückgang der Mitgliedschaften verzeichnet, „aber wir hatten auch einen tollen Rückhalt. Ein großer Teil unserer Mitglieder hat freiwillig die Monatsbeiträge auch während der Schließung weitergezahlt.“ Jetzt habe man mittlerweile damit begonnen, diese Zahlungen den Kunden wieder gutzuschreiben.

Staatliche Unterstützung unzureichend

Staatliche Unterstützung hat es für den Kraftclub zwar auch gegeben, wie Köhne berichtet, aber das habe die laufenden Kosten nicht annähernd decken können. „Dafür sind die Hilfen zu wenig auf unsere Branche zugeschnitten“, so Köhne. Beispielsweise sei es üblich, die hochmodernen Trainings- und Analysegeräte nicht zu kaufen, sondern zu leasen, um so immer technisch auf dem neuesten Stand bleiben zu können. „Und ausgerechnet mitten im Lockdown haben wir eine ganze Reihe nagelneuer Ausdauer-Trainingsgeräte abnehmen müssen. Die standen dann monatelang hier rum und haben Staub angesetzt, während die monatlichen Raten weiter gezahlt werden mussten.“ Für solche Belastungen gebe es vom Staat keinerlei Kompensation.

Die jetzt noch einmal verschärften Zugangsregeln für Sportclubs machen Köhne dagegen bislang kaum Sorgen. „Unsere Mitglieder tragen das alles zum Glück mit.“ Sogar, als man entschieden habe, in den Kursen trotz Booster weiter einen aktuellen Test zu verlangen, sei das von der Mehrheit begrüßt worden. „Wer gemeinsam in einem Raum ‚Zumba‘ macht, der fühlt sich mit Test einfach sicherer“, weiß der Inhaber des Fitnessstudios.

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