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Einlagengeschäft der Volksbank Ascheberg-Herbern ist stark gestiegen

Kunden parken Geld bei der Bank

Ascheberg

Reisen und Einkaufen sind während der Pandemie zu kurz gekommen. In Zeiten eines harten Lockdowns war viel unmöglich. Weil die Menschen ihr Geld nicht in gewohnter Weise ausgeben konnten, haben sie es zur Bank gebracht.

Von Theo Heitbaum

Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Ascheberg-Herbern mit Bürgermeister Thomas Stohldreier (v.l.), Prokurist Marco Breitkreuz, Michael Schröer, Gudula Maurer, Johannes Schulze Horn, Christiane Reher, Oliver Heike, Stefan Grube und Karsten Nägeler. Foto: Theo Heitbaum

Reisen und Einkaufen sind während der Pandemie zu kurz gekommen. In Zeiten eines harten Lockdowns war viel unmöglich. Weil die Menschen ihr Geld nicht in gewohnter Weise ausgeben konnten, haben sie es zur Bank gebracht. So berichtete Oliver Heike, Vorstand der Volksbank Ascheberg-Herbern, bei den Kundeneinlagen für das Jahr 2020 über ein Plus von 20 Prozent, am Ende des Jahres waren es 231 Millionen Euro, ein Jahr zuvor 192,5 Millionen Euro. „Das hat nicht nur gute Seiten“, erklärte Heike während der Vertreterversammlung im Hotel Clemens August in Davensberg. Die Genossenschaftsbank musste rund 100 000 Euro Negativzinsen zahlen, die den Zinsüberschuss, die Haupteinnahmequelle des Unternehmens, minderten. Ihn bezifferte Vorständin Christiane Reher auf 4,059 Millionen Euro, etwa 160 000 Euro unter Vorjahresniveau. Ein Plus im Provisionsgeschäft – Arbeit für Partner, etwa der R+V-Versicherung – kompensiert das Minus teilweise. Der Hinweis der Prüfer, dass man angesichts der Bilanzsumme die Ertragslage verbessern möge, rundet diesen Blickwinkel ab.

„Wirtschaftlich erfolgreich aufgestellt“

In Summe sprach das Vorstandsduo für das vergangene Jahr von „einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung unserer Bank“. Man habe in allen wichtigen Bereichen ein solides Wachstum erzielt. Das betreute Kundenvolumen – eigene Geschäfte plus Arbeit für Partner – sei um 11,2 Prozent auf 525 Millionen Euro gestiegen. Die Kreditaufnahme wird mit 167 Millionen Euro, einem Plus von 3,7 Prozent, als erfreulich bezeichnet. Die Bilanzsumme stieg um 19,5 Prozent auf 271 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss von 413 000 Euro ermöglicht neben Rücklagen auch eine Dividende von drei Prozent auf die Geschäftsanteile von 5786 Mitgliedern.

Neue Kontenmodelle machen Kummer

Geldinstitute haben neben dem Einsparen bei den Kosten die Möglichkeit, an der Gebührenschraube zu drehen. Gerade als die Volksbank Ascheberg-Herbern im Frühjahr 2021 mit neuen Kontomodellen an der Stelle aktiv wurde, traf der Bundesgerichtshof ein Urteil zur Zustimmungspflicht von Kunden für den Gebührensektor der Kassen und Banken. Heike informierte, dass deswegen mit viel Arbeit im Sommer die neuen durch die alten Kontomodelle ersetzt worden seien und im Spätherbst der umgedrehte Weg anstehe. Aktuell hätten rund 60 Prozent den neuen Modellen bereits zugestimmt. 15 Kunden hätten Geld zurückgefordert.

Dank an die Mitarbeiter

Corona war nicht nur wegen des Einlagenplus ein Thema. Vor einem Jahr war die Vertreterversammlung durch eine Pandemie-Sonderregel digital durchgeführt worden. Eine Satzungsänderung ermöglicht das künftig auch dann, wenn der Gesetzgeber keine Ausnahmeregeln trifft. „Wir möchten darauf aber nicht zurückgreifen. Viel schöner ist es, hier vorne zu stehen und Ihnen in die Augen zu schauen“, versicherte Vorstand Heike. Er hatte sich vor zwei Jahren bei der Vertreterversammlung vorgestellt und die Vertreter seither nur digital gesehen. Neu in der Satzung ist auch ein zusätzlicher Zweck, der durch Bau und Vermietung eines Hauses in Herbern notwendig geworden ist.

Aufsichtsratschefin Gudula Maurer und der Vorstand machten auch deutlich, dass die Arbeit während der Coronazeit für die motivierte Mitarbeiterschaft stark herausfordernd gewesen sei. Das Dankeschön unterstrichen die Vertreter mit einem dicken Applaus. Ansonsten trafen sie alle notwendigen Beschlüsse inklusive der Wiederwahl von Johannes Schulze-Horn in den Aufsichtsrat einstimmig.

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