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Modellprojekt folgt auf Schwimmkursus

Lebensretter unterstützen Seepferdchen

Herbern

Die Warteliste ist zehn Mal so lang wie das Angebot: Schwimmen wird in Herbern in einem Crashkurs erlernt. Weil es mit dem Seepferdchen nicht enden soll, vertieft die DLRG Ortsgruppe Herbern das Erlernte in einem Modellprojekt.

Von Isabel Schütte

Gaby Hölscher von der DLRG trainiert die Schwimmanfänger im Zuge des Modellprojektes. Foto: Isabel Schütte

In Herbern stehen Schwimmkurse derzeit hoch im Kurs. Die Listen für die Schwimmanfänger sind mehr als voll, die Schwimmlehrerinnen Viola Stasch und Michaela Vertgewall befinden sich im Dauereinsatz, und dank des Modellprojektes im Kreis Coesfeld können die Kinder anschließend das Schwimmen in weiteren Kursen vertiefen.

Aschebergs Bürgermeister Thomas Stohldreier hat eine klare Haltung für die Schwimmanfänger. „Mir ist es wichtig, dass kein Kind aufgrund der Corona-Pandemie auf der Strecke bleibt und nicht Schwimmen lernen kann. Falls wir das Hallenbad in Herbern wieder öffnen dürfen und die Nachfrage nach Schwimmkursen immer noch so hoch ist, werden zusätzliche Trainingszeiten für die Anfänger zur Verfügung gestellt. Die DLRG-Ortsgruppe wird uns hier so gut es geht unterstützen.“

Etwas Verwirrung gab es im Hinblick auf das Modellprojekt und den Schwimmkursus, der in Herbern schon seit vielen Jahrzehnten stattfindet. Denn erst nachdem die Kinder das Seepferdchen in der Tasche haben, vertiefen sie das Schwimmen im Zuge des Modellprojektes.

Vertiefen in Kleingruppen

Der Vorsitzende der DLRG Herbern, Ralf Thoss, hat alles im Blick. „Der Aufwand ist immens, aber es lohnt sich. Der Bürgermeister hat sich für das Modellprojekt wirklich ins Zeug gelegt. Wir müssen jetzt dran bleiben. Es sind kleine Gruppen mit fünf Kindern bis neun Jahre und jeweils zwei Betreuern der DLRG. Bevor die Kinder ins Bad dürfen, müssen aktuelle Tests vorgezeigt werden. Nach der Schwimmeinheit werden die sanitären Anlangen desinfiziert“, erklärt Thoss.

150 Namen auf der Warteliste

Die Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Schwimmkursus der DLRG ist eine Mitgliedschaft im Verein der Lebensretter. Dieses hat versicherungstechnische Gründe, wie Stohldreier und Thoss erläutern.

Die klassischen Schwimmkurse sind in Herbern über Monate ausgebucht. Zurzeit werden nur die sogenannten Crash-Kurse angeboten: In zehn Schwimmeinheiten wird den Kindern das Schwimmen beigebracht. „Die Wartelisten sind sehr lang. Ein halbes Jahr muss man mindestens einrichten. Das war aber schon vor Corona so. Zurzeit stehen 150 Kinder auf der Liste, im zweiwöchigen Rhythmus können aber nur 15 Kinder an den Schwimmkursen teilnehmen“, berichtet Stasch. „Bevorzugt werden Kinder aus der Gemeinde Ascheberg berücksichtigt, aber auch Kinder aus Drensteinfurt, Werne, Capelle, Nordkirchen und Südkirchen bekommen die Chance, schwimmen zu lernen.“

Felix Hölscher ist glücklich, dass er endlich sein Seepferden in den Händen hält. Foto: Isabel Schütte

Felix Hölscher (5) aus Herbern war einer der ersten, der sein Seepferdchen nach dem Lockdown in den Händen hielt. Seine Trockenübungen, die ihm Schwimmlehrerin Vertgewall auferlegt hatte, erledigte er stets mit großer Gewissheit. „Zehnmal Arm- und Beinschlag. Das hab ich immer gemacht. Das kann ich auch“, so der Fünfjährige. Dass das mit dem Seepferden so gut geklappt hat, freut seine Eltern Stefan und Nadja Hölscher. „Das gibt einem doch etwas mehr Sicherheit, zumal der Sommer vor der Tür steht“, sagte Stefan Hölscher.

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