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Spendenaufruf stößt auf Riesenresonanz

Lkw war nach einer Stunde fast voll

Herbern

Der SV Herbern hat kurzerhand eine Spendenaufruf für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine gestartet. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. An der Sammelstelle kam in kürzester Zeit eine Lkw-Ladung Hilfsgüter zusammen. Die Aktion läuft weiter.

Von Isabel Schütte

Am Vereinsheim des SV Herbern wurde kurzerhand eine Sammelstelle für Hilfsgüter eingerichtet Foto: Isabel Schütte

Es sind die Bilder der nach Schutz suchenden ukrainischen Kinder, Frauen und Männer in den U-Bahn-Stationen, die den Menschen hierzulande überdeutlich zeigen, dass Hilfe nötig ist. An vielen Orten – auch in Herbern – wurden bereits Spenden für die Betroffenen organisiert, deren Land von Putins Truppen in einem Angriffskrieg attackiert wird.

An zwei Tagen konnten jetzt Hilfsgüter beim SV Herbern abgegeben werden. Der erste Vorsitzende des Vereins, Jürgen Steffen, stellte am Mittwochvormittag innerhalb von ein paar Stunden dieses Hilfsangebot auf die Beine. Die Herberner Gaby Annegarn und Simone Menkhaus waren auf Organisatoren aus Amelsbüren und Drensteinfurt aufmerksam geworden. Eine Sammelstelle wurde kurzerhand in Herbern eingerichtet. Eine WhatsApp-Nachricht verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit wie ein Lauffeuer. „Ja, der Dorffunk läuft in Herbern“, freut sich Steffen.

Mit insgesamt drei Lkw werden die Hilfsgüter zur polnisch-ukrainischen Grenze gebracht. Foto: Isabel Schütte

Mit Helfern des blau-gelben Vereins, einem Lkw der Raguse-Gesellschaft für medizinische Produkte wurden Isomatten, Schlafsäcke, Lebensmittel, Hygieneartikeln, Kleidung und vieles mehr entgegengenommen. Am ersten Tag war der Lkw nach knapp einer Stunde fast voll. „Das konnte ich mir denken. Die WhatsApp ist bestimmt über 600 Mal geteilt worden“, so der Vorsitzende.

Ute Eichmann

Kleiderspenden sind aktuell zweitrangig. Dringend gebraucht werden Taschenlampen, Kerzen, Isomatten, Schlafsäcke, Luftmatratzen, Gaskocher, Thermounterwäsche, schmerzstillende Medikamente, fiebersenkende Mittel, Verbandsmaterial und Medikamente gegen Erkältungen, heißt es bei den Hilfsorganisationen. „Wir denken da besonders an die Menschen, die in den U-Bahnhöfen tagelang leben und übernachten müssen“, erklärt Organisatorin Ute Eichmann von der Kleiderkammer „Helfende Hände mit Herz“ der evangelischen Mirjam-Gemeinde Ascheberg/Drensteinfurt.

Am Freitag (4. März) fährt der dritte Lkw an die polnisch-ukrainische-Grenze. Eichmann erklärte, dass man in Drensteinfurt mit den Hilfsorganisationen in Münster und Amelsbüren zusammenarbeitet. „Wir sprechen uns ab, wer was mitnimmt und dass der Platz in den Transportern gut ausgenutzt wird.“ Die Organisation der mittlerweile drei Lkw, die eine Textilspedition aus Vreden kostenlos zur Verfügung stellt, hat die Drensteinfurterin Julia Rogmann übernommen. Den Laster mit den Sachspenden fährt ein Ukrainer. An der polnisch-ukrainischen Grenze werden die Spenden in ukrainische Lastwagen umgeladen und dorthin verteilt, wo Hilfe am nötigsten ist. Ein großes Lob richtet Ute Eichmann an die Herberner Spender: „Vielen Dank für diese Hilfe. Sie kommt auf jeden Fall an der richtigen Stelle an. Das ist doch für alle das Wichtigste.“

SV Herbern sammelt Sonntag weitere Spenden

Für die kommende Woche ist ein weiterer Transport gesichert. Der Lkw und der Fahrer werden von der Spedition gestellt. Mit insgesamt 1000 Euro finanzierten Herbern Parat (500 Euro), Petar Jakovljevic (250 Euro) sowie der SVH aus der Vereinskasse (250 Euro) einen großen Teil der Spritkosten (1250 Euro). Beim Landesligaspiel am Sonntag (6. März) um 15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz will der SV Herbern weitere Spenden für die Menschen in der Ukraine sammeln.

Das Spendenkonto der Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg/Drensteinfurt lautet: DE34 3506 0190 0000 9595 96.

Wohnraum für Flüchtlinge aus der Ukraine gesucht

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