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Gleichstellungsplan nennt Ziele

Männer haben noch das Sagen

Ascheberg

Wenn die vierköpfige Führungsspitze der Ascheberger Verwaltung sich zum Doppelkopf trifft, sitzen nur Männer am Tisch. Wie Frauen in Führungspositionen aufrücken sollen, beschreibt der neue Gleichstellungsplan der Gemeinde Ascheberg.

Von Theo Heitbaum

Beim Doppelkopf der vierköpfigen Verwaltungsspitze würden mit Bürgermeister Thomas Stohldreier und den Fachbereichsleitern Helmut Sunderhaus, Klaus van Roje und Bastian Meyer nur Männer am Tisch sitzen. Mehr Frauen in Führungspositionen wünscht sich darum die Gleichstellungsbeauftragte Miriam Lepper. Foto: Theo Heitbaum

Die Ascheberger Verwaltung selbst beschreibt das Arbeitsklima unter den Mitarbeitern im Rathaus als gut. „Unser Betriebsausflug im Sommer hat dazu ganz wesentlich beigetragen“, berichtete Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss. Mit dieser Atmosphäre und auf neuen Kanälen werbe die Verwaltung aktuell erfolgreich um neue Mitarbeiter. Stellenplan und fortgeschriebener Gleichstellungsplan befassten sich ebenfalls mit dem Thema Personal.

Als Stellvertreterin zu höheren Aufgaben

Die Gleichstellungsbeauftragte Miriam Lepper überschrieb ihren Bericht mit der Forderung: „Wir müssen etwas tun. Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen.“ In dem Plan für fünf Jahre seien der Status quo und Zielvereinbarungen zu finden. Einige der Maßnahmen brauchten Zeit.

Frauen in höhere Positionen zu bringen und Mitarbeiter durch Aufstiegschancen in Ascheberg zu halten, sind zwei Aspekte, die Hand in Hand gehen. Neue Stellvertreterstellen ermöglichen ein Schrittchen nach oben. „Dort sind es vorwiegend Frauen, die diese Positionen besetzen“, umriss Lepper, was sie hoffen lässt. Bei Fortbildungen wirke man darauf hin, dass Frauen gefördert werden, damit sie die Voraussetzungen zur Übernahme anderer Aufgaben erfüllen. Durch die Digitalisierung und mehr Teilzeitstellen ergebe sich zudem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Einwürfe von Jochen Wismann (FDP), dass man „gleichgeschlechtlich“ nicht nur aus Frauensicht sehen dürfe, und von Sarah Mühlenbäumer (Grüne), die sich für das Gendern in Wort und geschriebenem Text aussprach, fanden keine Unterstützer. Sie wurden abgelehnt. „Unser Hauptproblem ist doch, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen bekommen. Das ist die erste Aufgabe. In unteren Gruppen würden wir uns über Männer freuen“, stellte Bürgermeister Thomas Stohldreier fest. Mit zwei männlichen Auszubildenden für den nächsten Sommer vermeldete Fachbereichsleiter Helmut Sunder­haus einen Schritt in diese Richtung.

Gutes Klima hilft beim Anwerben

Die personelle Lage der Verwaltung bezeichnete Fachgruppenleiter Sebastian Döring als „mittlerweile sehr gut aufgestellt“. Es gebe viele Angebote, sich weiterbilden zu lassen. Deswegen könne man aus dem eigenen Haus schöpfen. Im Blick habe man, dass bis 2026 genau 19 Beschäftigte in den Ruhestand gehen könnten: „Bis dahin übernehmen wir zehn Azubis. Drei Frauen kommen aus dem Mutterschutz zurück.“

Mit dem Werben von Mitarbeitern über andere Wege, etwa Social Media, sei man erfolgreich unterwegs. Geplant sei, über eine größere Nähe zur Fachhochschule Werksstudenten zu gewinnen, um ihnen das Arbeitsumfeld in Ascheberg zeigen zu können. Ein duales Studium laufe genauso nur über Kooperationen wie die Ausbildung eines Straßenwärters im Bauhof.

„Seit einem Jahr haben wir einen großen Sprung gemacht. Im Laufe des Jahres gab es viele Nachbesetzungen. Jetzt haben wir gehört, welche Maßnahmen dahinter stehen“, erklärte Maria Schulte-Loh (CDU) zu dem Vortrag. Nötig war er wegen eines Antrags der SPD. Fraktionssprecher Christian Ley bekannte: „Der Bericht hat mich überrascht.“

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