1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Maskenspende zur richtigen Zeit

  8. >

Markus Altensell unterstützt Altenheim mit selbst produziertem Schutz

Maskenspende zur richtigen Zeit

Ascheberg

Schutzmasken sind in größerer Zahl derzeit nur schwer zu bekommen. Markus Altensell aus Davensberg lässt in China Schutzmasken herstellen, importiert und verkauft sie. 2500 Exemplare hat der Geschäftsmann jetzt dem Altenheim St. Lambertus gespendet. Auch die Profilschule soll bedacht werden.

Theo Heitbaum

Markus Altensell (2.v.r.) spendete dem Ascheberger Altenheim St. Lambertus 2500 Schutzmasken. Volker Eilermann, Renate Sorges und Judith Severin (v.l.) freuen sich in diesen schwierigen Zeiten über die Unterstützung. Foto: Theo Heitbaum

Ob neuer Freizeittrend oder medizinischer Engpass: Wer geschäftliche Kontakte nach China pflegt, ist in vielen Bereichen gefragt. Markus Altensell aus Davensberg weiß, wie im Reich der Mitte die Dinge laufen, hat einen sehr gute Geschäftspartner vor Ort oder ist auch selbst in China. Aktuell läuft zwar das übliche Geschäft der Top Ten Handelsgesellschaft aus Senden mäßig, dafür boomt aber ein Bereich: Altensell lässt in China Schutzmasken herstellen, importiert und verkauft sie. Oder er spendet Kartons, wie jetzt 2500 Exemplare für das Altenheim St. Lambertus. Mit der Profilschule steht eine weitere Adresse auf seinem Zettel.

„Ich komme aus der Gemeinde und möchte hier helfen. Von Dr. Matthias Erfmann habe ich erfahren, wie schwierig es ist, an Schutzmasken zu kommen. Er war froh, welche bekommen zu können. Ich bin dann auf das Altenheim zugegangen. Die Schule erhält, wenn es wieder los geht, ebenfalls Masken von uns“, erklärt Altensell.

Mit dem kaufmännischen Gespür für Waren, die hier benötigt werden, hat Altensell in China mit seinem Geschäftspartner schnell zwei Maschinen gekauft, um in Ningbo bei Shanghai Schutzmasken herstellen zu können. Sie erledigten die Produktion vollautomatisch. Deswegen reichen ein halbes Dutzend Mitarbeiter fürs sterile Verpacken, um in kurzer Zeit mehrere Millionen Masken auf den Weg nach Deutschland zu bringen.

Ähnlich ist Altensell übrigens vorgegangen als vor einigen Jahren der Fidget Spinner in der ganzen Welt gehypt wurde. Eine Produktion lässt sich vor den Toren Shanghais schnell aufbauen. Damals für dieses kleine drehbare Spielzeug, das die Menschen für ein paar Wochen verzauberte. Heute für die Produktion von Schutzmasken. Und die Vertriebswege kennt der Handelsprofi aus der Davert.

Markus Altensell weiß, wovon Leute sprechen, wenn sie von einer explodierenden Nachfrage sprechen. Früher waren die Masken für fünf bis sieben Cent zu haben, heute stehen sie bei einem Vielfachen, weiß Altensell, der über unterschiedliche Probleme berichtet.

Schwierig sei es, Vlies als Rohstoff zu organisieren. Ein gut vernetzter langjähriger Geschäftspartner ist von großem Vorteil. Sind die Masken erst einmal produziert, werden sie auf dem langen Weg nach Deutschland zuerst einmal in China durch den Zoll scharf kontrolliert. „Die Chinesen wollen die schwarzen Schafe erwischen, so dass nur gute Ware mit Zertifikat das Land verlässt“, berichtet Altensell. Der Geschäftsmann hat auch schon erfahren, dass Masken auf dem Weg zum Flughafen verschwinden, also von Dritten abgegriffen werden. Der Davensberger schätzt, dass es aktuell von der Produktion bis zur Ankunft in Senden 14 Tage dauert bis die Masken verfügbar sind. Zielflughafen in Deutschland ist Frankfurt.

Das Altenheim ist natürlich froh über die Hilfe. Denn auf dem üblichen Weg, sind Schutzmasken schwer zu bekommen. So schickte der Kreis Coesfeld 200 Exemplare als Erstmaßnahme.

Startseite