1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Mit Musik lernt es sich leichter

  8. >

Projekt für Flüchtlingskinder startet wieder durch

Mit Musik lernt es sich leichter

Aschberg

Musik überwindet Grenzen. Eine Binsenweisheit, zugegeben. Aber eine, die stimmt. Und so lernen Kinder unterschiedlicher Nationalität die deutsche Sprache beim gemeinsamen Singen.

Von Beate Nießen

Mirjam Brüllmann startet nach einer Zwangspause wieder mit dem Musikprojekt für Flüchtlingskinder in der Unterkunft am Breil. Foto: Gemeinde Ascheberg/privat

Heute soll es endlich wieder losgehen. Nach einer coronabedingten Zwangspause startet am frühen Abend im Gruppenraum der Flüchtlingsunterkunft am Breil wieder das Projekt „Sprache erlernen durch Musik“, das von Musikschulleiterin Mirjam Brüllmann erst im vergangenen Herbst aus der Taufe gehoben worden war.

„Aufgrund mehrerer Quarantänefälle hatten wir uns schweren Herzens entschlossen, den Unterricht kurz vor Weihnachten auszusetzen. Aber jetzt können wir endlich wieder loslegen“, erzählt Brüllmann, der gerade dieses Projekt besonders am Herzen liegt. Die Idee dazu stamme noch aus der Zeit ihrer Anstellung bei der Kreismusikschule Erding. Von dort war Brüllmann erst Anfang 2021 nach Ascheberg gekommen, um hier die Nachfolge von Christoph Hönig als Leiter der Musikschule zu übernehmen (die WN berichteten). „Dort hatte ich zeitlich nicht die Möglichkeit, ein solches Projekt umzusetzen, aber hier haben wir es hinbekommen“, so die passionierte Geigenspielerin.

Mirjam Brüllmann

Wenn heute wieder die Kinder aus ganz unterschiedlichen Nationen zusammenkommen, gibt es keine Verständigungsprobleme. „Die meisten beherrschen die deutsche Sprache inzwischen überraschend gut“, so ihre Erfahrung. Und doch fehlten oft die richtigen Worte oder Begriffe, um sich so auszudrücken, wie sie es in ihrer Muttersprache könnten. Da setze die Musik an. „Wir singen sehr viel zusammen, machen Spiele, sagen Reime auf, so lernen die Kinder ganz spielerisch die neuen Wörter.“ Wer kenne das nicht aus seiner eigenen Kindheit, dass sich gerade Liedertexte oder Reime besonders ins Gedächtnis einprägten.

Beim gemeinsamen Üben in der Unterkunft soll es aber nicht bleiben, wenn es nach Brüllmann geht. Sie würde gerne bei der zweiten Auflage des Picknick-Konzerts am Burgturm in Davensberg am 19. Juni mit den Kindern auftreten und auch gemeinsam mit anderen Chören oder Ensembles auf der Bühne stehen. „Das wäre sicher ein großes Erlebnis für die Jungen und Mädchen“, ist die Musikpädagogin überzeugt.

Für die weitere Zukunft würde sich Brüllmann ebenso wünschen, dass die Kinder auch Instrumente erlernen können. „Das ist aber im Moment noch schwierig.“ Die schlechte Akustik in dem Gruppenraum lasse einen sinnvollen Einsatz von Instrumenten derzeit nur sehr eingeschränkt zu.

Also bleibt es jetzt erstmal beim gemeinsamen Singen, damit der Auftritt im Frühsommer auch klappt. Dafür heißt es natürlich noch fleißig üben für die sechs- bis elfjährigen Kids aus aller Herren Länder.

Startseite
ANZEIGE