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Nachwuchspolitiker sehen gute Chancen zum Gestalten

Mitmachen statt meckern

Ascheberg

Das durchschnittliche Ratsmitglied in der Gemeinde Ascheberg hätte seinen 57. Geburtstag wegen der Corona-Krise nicht mit Gästen feiern dürfen. Und wie sieht die Jugend ihre Chancen?

Theo Heitbaum

Grafik Alter Foto: Christ

Das durchschnittliche Ratsmitglied in der Gemeinde Ascheberg hätte seinen 57. Geburtstag wegen der Corona-Krise nicht mit Gästen feiern dürfen. Nach den Geburtsjahren der Kommunalpolitiker wäre er Ende März 1963 geboren worden. Die CDU stellt mit dem Geburtsjahr 1959 die älteste Fraktion, SPD und UWG sind gut sechs Jahre jünger. Insgesamt ist der Gemeinderat im Durchschnitt ein Jahr jünger als zum Ende der vorhergehenden Legislaturperiode. Alterspräsident ist Ludger Klaas (SPD), jüngstes Mitglied Simon Handrup (UWG). Er gehört mit Alexander Sparding, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Ascheberg, und Nadine Ohk, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ascheberg, zu einem Trio junger Leute, die über ihre Motivation zum Mitmachen berichten und sich Gedanken über Hemmnisse für Alterskollegen machen.

Warum machen Sie selbst in der Politik mit, was treibt Sie an?

Simon Handrup: Ich bin in Ascheberg sehr verwurzelt und fühle mich hier wohl. Trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die mich stören und ich kann manches Mal nicht nachvollziehen warum Entscheidungen so getroffen werden wie es in unserem Gemeinderat und unserer Verwaltung passiert. Da ich der Meinung bin, dass sich nur beschweren darf, wer auch bereit ist Verantwortung zu übernehmen, engagiere ich mich in der Kommunalpolitik. Auch wenn nicht immer alles nach den eigenen Vorstellungen läuft, ist es schön zu sehen, wenn man Dinge anschieben und unsere Gemeinde mitgestalten kann.

Simon Handrup Foto: ben

Nadine Ohk: Ich mache Politik, um mich für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzusetzen. Da ich einem sozialen Beruf arbeite, ist dies für mich ein persönliches Anliegen. Ich bin hier aufgewachsen und möchte dafür Sorge tragen, dass diese Unterstützung bei meinen Mitmenschen; den Familien und Generationen Aschebergs ankommt.

Nadine Ohk, SPD Ascheberg Foto: SPD

Alexander Sparding: Am Anfang wollte ich lediglich wissen, warum eine politische Entscheidung so oder so umgesetzt wurde. Die schwierigen und langen Diskussionen bekommt man ja so gar nicht mit. Mit der Zeit macht es mir großen Spaß, mich in Dinge hineinzuarbeiten und mitzuhelfen. Fast täglich spricht man mit Menschen über das politische Geschehen, sei es im Familien- oder Freundeskreis, in der Freizeit oder auf der Arbeit. Gerade jetzt sollte man sich mit Politik beschäftigen und Entscheidungen kritisch hinterfragen.

Was muss passieren, damit mehr junge Leute mitmachen?

Simon Handrup: Die Parteien müssen den jungen Einwohnern zeigen, dass ihr Engagement gewünscht und wertgeschätzt wird. Wie in jedem ehrenamtlichen Engagement ist es von Zeit zu Zeit notwendig, sich selbst zurückzunehmen und anderen die Möglichkeit zu geben sich einzubringen. Ich denke das gerade junge Leute dadurch in ihrem Engagement gehemmt werden, dass in der Politik oftmals der Eindruck entsteht das einige wenige „das Sagen“ haben und die Kommunalpolitiker für neue Ideen und Ansätze nur mäßig offen sind.

Alexander Sparding Foto: ben

Alexander Sparding: Zeit ist der entscheidende Faktor: In der heutigen Zeit sind junge Menschen oftmals zeitlich stark eingebunden, sei es durch Schule, Ausbildung, Studium oder sogar eine duale Variante. Wenn man dann nach Hause kommt, geht man einer Freizeitbeschäftigung nach und der Tag ist um. Man muss sich bewusst Zeit nehmen für die politische Arbeit, dass muss einem vorher bewusst sein. Gleichzeitig wäre es wünschenswert, wenn sich die ein oder andere Ausschusssitzung verkürzen würde. Vor Ort lässt sich politisch viel gestalten. Das ist vielen gar nicht bewusst, hierauf müsste man jüngere Leute viel stärker hinweisen. Meiner Meinung nach ist der Zugang für junge Leute bei uns sehr einfach; man wendet sich an einen Vertreter der Jungen Union und schon kann man an der Veranstaltung teilnehmen. Dies ist die Schnittstelle zur Partei. Anders als mancherorts ist es in unserer Gemeinde sehr einfach, sich aktiv in den politischen Alltag einzubringen.

Nadine Ohk: Um junge Leute für Politik zu begeistern, muss man meines Erachtens über Themen sprechen, die ihnen wichtig sind. Wir müssen auch diese Interessen vertreten und für sie einstehen. Meine junge Generation muss ernst genommen werden und uns muss gezeigt werden, dass sich etwas bewegt, wenn wir uns für etwas engagieren.

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