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Tanzwerkstatt läuft unter strengen Testregeln

Motivation kehrt langsam zurück

Ascheberg

Die Tanzwerkstatt Ruhmöller war coronabedingt in den vergangenen beiden Jahren mehr als die Hälfte der Zeit geschlossen. Jetzt kommt der Unterricht langsam wieder in Schwung. Sogar ein neues Projekt hat Inhaber Nicol-Leon ins Auge gefasst.

Von Marion Fenner

Bewegung ist gerade für die Kleinen wichtig. In der Tanzwerkstatt schulen sie ganz spielerisch ihre Motorik und Koordination. Dabei helfen die Musik und engagierte Mitarbeiter. Foto: Marion Fenner

Am Tanzen fasziniert Nicol-Leon Ruhmöller der Gleichklang von Musik und Bewegung. Der Inhaber der Tanzwerkstatt Ruhmöller liebt es, Gefühle zu „vertanzen“. „Das funktioniert mit trauriger oder melancholischer Musik genau so gut wie zu fröhlichen Klängen“, ist Ruhmöller überzeugt. Zurzeit ist dem Tanzwerkstatt-Besitzer wieder mehr nach fröhlicher Musik, denn mittlerweile darf er wieder Schüler in den Räumen an der Lüdinghauser Straße empfangen. Im Lockdown sei der Tanzsaal leergeblieben – „das war alles andere als schön“.

Ruhmöller durfte keine Tanzkurse stattfinden lassen: „Für uns galten die selben Beschränkungen wie für Sportstudios.“ In den vergangenen zwei Jahren sei die Schule mehr als die Hälfte der Zeit geschlossen gewesen. Corona-Hilfen habe er nicht erhalten, „wir mussten auf unsere Rücklagen zurückgreifen“.

Tanzen nur im richtigen Abstand

Zudem hätten sie strenge Hygienekonzepte entwickelt, damit sie überhaupt wieder arbeiten konnten, sagt der Tanzschulbesitzer. Die Gruppen sind kleiner geworden, und im Tanzsaal kleben kleine Kästchen auf dem Boden, damit die Kursteilnehmer immer den richtigen Abstand halten. „Jeder hat dort seinen eigenen Tanzbereich“, so Ruhmöller. „Außerdem haben wir die Choreographien im Unterricht entsprechend angepasst.“ Die kleinen Balletttänzerinnen dürften sich gelegentlich diagonal durch den Saal bewegen – immer mit Abstand. Insgesamt sei das noch besser, als nicht zu tanzen, ist Ruhmöller überzeugt.

Zudem gelten in seiner Tanzwerkstatt strengere Testregeln als in der Corona-Schutzverordnung gefordert. „Bei uns testen sich die Kinder, auch wenn sie zuvor schon in der Schule getestet wurden. Bis heute hatten wir keinen Omikron-Fall, und ich hoffe, dass bleibt auch so.“

Knapp 25 Prozent der Schüler verloren

Der Lockdown habe nicht nur in finanzieller Sicht Spuren hinterlassen, berichtet der Tanzschulchef. Es habe zwar viele treue Kunden gegeben, die ihre Beiträge weiter bezahlt hätten, aber einige Schüler seinen nach dem Lockdown nicht wiedergekommen. „Knapp 25 Prozent der Schüler haben wir innerhalb des ersten Corona-Jahres verloren.“

Aber auch diejenigen, die wiedergekommen sind, haben die Pause zu spüren bekommen. Einige hätten wirklich hart trainieren müssen, um tänzerisch wieder auf den Stand vor Beginn der Pandemie zu kommen, berichtet Ruhmöller. „Bei den ganz jungen Schülern haben wir gemerkt, dass sie sich an langes Sitzen gewöhnt haben und ihnen nun die Motivation zur Bewegung fehlt.“ Dabei sei gerade für die Kleinen Bewegung so wichtig für die Motorik und Koordination, erklärt Ruhmöller. Dabei helfen wiederum die Musik und auch die engagierten Mitarbeiter. Damit jedoch spricht Ruhmöller ein weiteres Problem aus, das die Corona-Pandemie in der Tanzwerkstatt verursacht hat. Einige Trainer, die als Honorarkräfte gearbeitet haben, hätten sich verabschiedet. Ersatz zu finden sei unheimlich schwer. Von heute auf morgen kein Geld mehr zu verdienen, sei etwas, dass sie nicht mehr erleben wollten. „Sie wollen lieber etwas Sicheres.“ Eine ehemalige Mitarbeiterin arbeite jetzt in einer Bäckerei.

Dennoch blickt Ruhmöller zuversichtlich in die Zukunft. Die Kurse werden wieder voller und die Freunde am Tanzen und an der Musik sei bei vielen Menschen weiter vorhanden. Ein neuen Projekt nimmt der Inhaber in der Tanzwerkstatt noch in den Blick. Er will Line Dance für über 50-Jährige in seiner Schule anbieten. Dabei werde partnerunabhängig in Reihen getanzt. Und, so fügt er augenzwinkernd an: „Es ist kontaktlos.“

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