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Experte berät per Zoom

Nachhaltiges Bauen ist kein Hexenwerk

Ascheberg

Für nachhaltiges Bauen gibt es einen großen Instrumentenkoffer. Ihn stellte ein Experte dem Nachhaltigkeits- und Mobilitätsausschuss vor. Sein Rat: Die Gemeinde müsse Regeln und Anreize schaffen, damit Chancen genutzt werden.

-hbm-

Jens Hasse referierte per Zoom im Ausschuss. Foto: Theo Heitbaum

Neue Zeiten im Gemeinderat. Erstmals referierte mit Jens Hasse vom Deutschen Institut für Urbanistik ein Kommunalberater des Landes per Zoom in einem Ascheberger Ausschuss. Mit ihm schlug der Nachhaltigkeits- und Mobilitätsausschuss zudem das Kapitel „Nachhaltiges Gestalten von Baugebieten“ auf. Beim Aufbruch dahin sind Einfamilienhäuser als ressourcenschlechteste Gebäude und der Flächenverbrauch für immer neue Gebiete nicht nur kritisch zu sehen. Klar machte Hasse auch: „Wenn sie Dinge umsetzen wollen, geht das nicht ohne Anreize.“ Warten bringe nichts: „Agieren Sie, setzen Sie Ziele, Rahmen und Leitplanken, zeigen Sie Chancen auf.“

Für den Berater ist klar, dass „wir zu viele Flächen erschließen, sie werden uns fehlen für Grün, für die Landwirtschaft fürs Versickern des Wassers.“ Deswegen müsse höher gebaut werden, etwa das zweite Stockwerk auf einen Bungalow, eine kompakte und preiswertere Fabrik auf mehreren Etagen, Wohnungen auf Geschäftslokalen. Aus dem Instrumentenkasten des Beraters stammt auch die Idee, „Einfamilienhäuser nicht stumpf nebeneinander, sondern platzsparend Rücken an Rücken zu planen.“

In Wohngebieten empfahl Hasse, durch Grün auf Dächern und Fassaden sowie in Freiräumen zwischen Gebäuden, für Schatten zu sorgen. Er warb dafür, erneuerbare Energie direkt vor Ort zu gewinnen. Etwa durch Photovoltaik-Anlagen. Mit Bildern zeigte Hasse auf, dass Dachgrün und solche Anlagen sich nicht ausschließen müssen. Auf dem Feld leben schon viele Experten ihre Kreativität aus. Sie müsse nur genutzt werden.

Beim Wasser sei es wichtig, lokale Kreisläufe zu schaffen und es nicht einfach abfließen zu lassen. Es müsse versickern, wo es anfalle, oder es brauche auch unterirdische Retentionsräume. Bei neuen Gebieten müsse man systematisch denken. Die Frage, welche Energie genutzt werde, solle man nicht individuell, sondern nachbarschaftlich lösen. Gleiches gelte für die Mobilität: „Es muss beispielsweise nicht jeder allein privat zu seinem Betrieb fahren.“

Wer sich auf nachhaltiges Bauen einlasse, dürfe auf viele Fördertöpfe hoffen, nannte Hasse ein Lockmittel, um sich auf neue Zeiten einzulassen.

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