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Pastoralreferent Kettrup ist aus dem Kirchendienst ausgeschieden

Noch einmal etwas Neues wagen

Ascheberg

Die Idee ist langsam gereift, Thomas Kettrup hat ihr die nötige Zeit gegeben und nach knapp zwei Jahren einen Entschluss gefasst. Jetzt hat er den Kirchendienst verlassen.

Tobias Kettrup wird am Sonntag von der Pfarrei St. Lambertus verabschiedet. Foto: Theo Heitbaum

Die Idee ist langsam gereift, Thomas Kettrup hat ihr die nötige Zeit gegeben und nach knapp zwei Jahren einen Entschluss gefasst. Jetzt hat er ihn in die Tat umgesetzt. Der bisherige Pastoralreferent in der Pfarrei St. Lambertus arbeitet seit dem 1. Juni für die Jugendhilfe Werne. „Für mich war das eine Entscheidung für etwas Neues. Jetzt habe ich das Alter, um so einen Schritt gehen zu können“, ist es für den Ascheberger ein Schritt in die Zukunft, aber kein Bruch mit der Vergangenheit.

Kettrup war vorher zweigleisig unterwegs. Einen Teil seiner Arbeitszeit brachte er als Pastoralreferent in der Pfarrei St. Lambertus ein, die anderen 50 Prozent in die Ehe- und Familienberatung. Sein Wechsel jetzt setzt voll auf den zweiten Bereich: „Ich arbeite mit fünf Beraterinnen zusammen, die sich um Pflegefamilien, also Familien in die Pflegekinder gegeben werden, zusammen“, erklärt Kettrup. Das Einarbeiten und Kennenlernen steht in der ersten Phase an. Besonders das Erarbeiten der rechtlichen Grundlagen werde Zeit in Anspruch nehmen, ist Kettrups erster Eindruck.

Jugendhilfe ist neuer Arbeitgeber

Natürliche habe er zuletzt die Vertrauenskrise der Kirchen gespürt. Der Verlust an Vertrauen reiche bis in die Gemeinden hinein. Das bewege Hauptamtliche, formuliert Kettrup Unwohlsein. Mehr mag er aber nicht daraus machen: „Ich bin nicht verärgert oder sauer. Ich bleibe in der Kirche, werde weiter als Kommunionhelfer und Lektor arbeiten. Nur verdiene ich mein Geld an anderer Stelle.“

Nach 20 Jahren im Kirchendienst kam für ihn auch der Wechsel in eine andere Pfarrei nicht in Frage: „Das war bisher immer so. Wenn ich gewechselt habe, stand ein Umzug an. Wir haben aber in Ascheberg gebaut, fühlen uns wohl und möchten hier nicht weg.“ Immerhin ist der jüngste der beiden Söhne ein Ascheberger.

In den acht Jahren sind Beziehungen gewachsen, haben sich Erlebnisse angehäuft. Die Arbeit mit den Firmlingen hat Kettrup besonders viel Spaß bereitet: „Zu sehen, wie sie an anderer Stelle aktiv geworden sind, bei den Messdienern oder den Jugendgruppen, war schön“, sagt der ehemalige Pastoralreferent. Das starke Ehrenamt ist für ihn ein Schatz, den die Kirche nutzen und pflegen sollte.

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