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Frauenärztin Simone Reuter verstärkt das Team Gyn

Odyssee glücklich beendet

Ascheberg

Sieben Jahre lang war Sylvia Horstmann auf der Suche nach einer zweiten Frauenärztin für ihr Praxis. Mit dem Einstieg von Simone Reúter ist die Odyssee nun glücklich beendet worden. Den Patientinnen steht nun zwei Fachärztinnen zur Verfügung, deren Schwerpunkte sich ergänzen.

Von Tina Nitsche

Lange hat Sylvia Horstmann (r.) gesucht, nun endlich hat sie mit der Frauenärztin Simone Reuter (l.) eine kompetente Partnerin für ihre Praxis gefunden, so dass das fachärztliche Team komplett ist. Foto: Tina Nitsche

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Frauenärztin Sylvia Horstmann und lächelt. Sieben Jahre ist sie schon auf der Suche nach einer weiteren Frauenärztin für ihre Praxis Team Gyn. Denn als sie 2013 bei Dr. Johanna Josenhans mit in deren Praxis einstieg, währte die Zusammenarbeit nur kurz. Johanna Josenhans erkrankte schwer und verstarb. Sylvia Horstmann führte die Praxis alleine mit ihren engagierten Mitarbeiterinnen weiter. Als Einzelkämpferin sozusagen. Dennoch war sie immer auf der Suche nach einem passenden Pendant, um das Team in ärztlicher Hinsicht zu komplettieren.

„Es ist ja bekannt, dass es gerade auch auf dem Land und in den Hausarztpraxen an Nachwuchs mangelt“, sagt Sylvia Horstmann. Sie ist jedoch am Ball geblieben und hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Gesprächen anklingen lassen, dass sie Verstärkung sucht. Und genau über so ein Gespräch ist Frauenärztin Simone Reuter nun zu ihr gekommen. Im Herbst 2019 hospitierte in der Praxis von Sylvia Horstmann, „und die Chemie stimmte“, sagt Reuter. Das alleine war jedoch nicht der ausschlaggebende Punkt, den Weg gemeinsam weiter zu beschreiten. „Nein, das Gesamtpaket passte einfach und das war die Voraussetzung“, so Sylvia Horstmann.

Breites fachärztliches Spektrum

Simone Reuter war Oberärztin für Gynäkologie im Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und den sensiblen Themen Inkontinenz und Senkungen. „Überdies komme ich aus dem Brustzentrum.“ Auf diese Weise deckten die beiden Ärztinnen fachlich ein breites Spektrum ab. Doch dann kam Corona. Dadurch hat sich alles zeitlich ein wenig nach hinten verlagert. Seit 1. April ist das Team Gyn nun komplett.

Auf die Frage, warum Simone Reuter sich für eine Arbeit auf dem Land entschieden hat, antwortet sie: „Ich komme von Haus aus vom Land, auch wenn ich mittlerweile in Münster lebe, und mir ist vor allem an der Patientenbindung gelegen, die man im Krankenhaus nicht so hat“. Mit einer Vollzeitstelle in einer Praxis einzusteigen, hat sich jedoch nicht ganz einfach gestaltet. „Ich bin bei uns die Hauptverdienerin in der Familie und deshalb kamen die ganzen Teilzeitangebote für mich nicht in Frage“, so Reuter. Im Unterschied zu Sylvia Horstmann, die in Ascheberg verwurzelt ist, trifft man sie nach Feierabend eher weniger, beispielsweise im hiesigen Supermarkt. „Aber genau das wollen auch viele Patientinnen gar nicht“, so Horstmann, die froh ist, endlich eine Mitstreiterin gefunden zu haben. „Mir war es ein Anliegen vor Ort die fachärztliche Betreuung zu bieten.“

Verantwortung wird gemeinsam getragen

Erst nachdem sie mit Simone Reuter eine passende Kollegin gefunden hatte, habe sie gemerkt, „wie viel ich gedanklich aus dem Praxisalltag mit nach Hause genommen habe.“ Das ist jetzt vorbei. Nun kann sie sich auf Augenhöhe austauschen. Es zieht wieder ein Team an einem Strang, das bereit ist, sowohl in medizinischer als auch wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht alles zu geben, um die komplette Verantwortung gemeinsam zu tragen. Ende gut alles gut. „Zumindest in diesem Fall“, so Reuter und Horstmann ergänzt lächelnd: „Jetzt haben wir geballte Kompetenz hier auf dem Land, auch wenn dem Landarzt so etwas oft nicht zugetraut wird.“

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