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Urteil vor Landgericht

Sexueller Missbrauch an „Stiefenkeln“: Richterin folgt Staatsanwaltschaft

Münster/Ascheberg

Mit einer Haftstrafe für einen 59-Jährigen aus Ascheberg endete ein Missbrauchsprozess vor dem Landgericht. Dem Angeklagten wurde beim Strafmaß sein umfassendes Geständnis zugute gehalten.

Dietrich Harhues

Vorm Landgericht wurde ein Missbrauchsprozess gegen einen Ascheberger abgeschlossen. Foto: Oliver Werner

Ein 59-jähriger aus Ascheberg, dem sexueller Missbrauch seiner „Stiefenkel“ vorgeworfen wurde, muss eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten antreten. Mit diesem Urteil endete am Mittwoch der Prozess vor dem Landgericht Münster. Beim Strafmaß folgte die Vorsitzende Richterin der 21. Großen Strafkammer damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die Nebenklage, als Vertreterin der Opfer, hatte drei Jahre und fünf Monate gefordert.

Opfern Schmerzensgeld angeboten

Bei der Frage, wie lange der 59-Jährige, der laut Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus bislang auf freiem Fuß ist, hinter Gitter muss, wurde vor allem das umfassende Geständnis zu Gunsten des Angeklagten berücksichtigt. Denn dadurch habe es der gelernte Kaufmann den Enkelkindern seiner Ehefrau erspart, als Zeugen und Opfer vor Gericht aussagen und die belastenden Vorgänge rekapitulieren zu müssen. Ebenso in die Abwägung floss ein, dass der 59-Jährige einen Vergleich durch Zahlung von Schmerzensgeld angeboten hat, was auch in Strafprozessen möglich ist, wie Vahlhaus auf WN-Anfrage schildert. Der Sprecher des Landgerichts stellt klar, dass diese Bereitschaft des Angeklagten als Geste gewertet wird, nicht aber einem „Deal“ mit der Kammer gleichkomme, was das Strafmaß betrifft.

Konkret kündigte der Ascheberger, der vier Kinder missbraucht hat, an, zwei Mal 2000 Euro und zwei Mal 6000 Euro zu bezahlen.

Wiederholter Missbrauch der Enkel seiner Ehefrau

Zu den sexuellen Übergriffen soll es zwischen 2016 und Anfang 2018 im Haushalt des Angeklagten und seiner Ehefrau gekommen sein. Die vier Tatopfer, drei Mädchen und ein Junge, sind zwischen 2006 und 2011 geboren. Der wiederholte Missbrauch – verurteilt wurde der 59-Jährige wegen 25 Fällen – wurde erkannt, nachdem sich ein Kind seiner Mutter anvertraut hatte.

Das Urteil wird rechtskräftig und die Haftstrafe eingeleitet, wenn der Ascheberger nicht binnen einer Woche Revision einlegt.

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