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Umfrage bei Handel und Gewerbe

Shoppen mit gebremsten Schaum

Ascheberg

Viele Kunden sind nach wie vor verunsichert. Von daher müssen die Gewerbetreibenden eine Menge Frage bezüglich der Ladenöffnung in Corona-Zeiten beantworten. Die WN erkundeten, welche Regeln wann und wo zu beachten sind.

Von Tina Nitscheund

Elke Schwartländer (r.), Inhaberin der Haarwerkstatt, muss so einiges beachten. So dürfen beispielsweise nur vier Friseurinnen und vier Kunden gleichzeitig im Salon sein. Es greifen die Hygienevorschriften, und die Kunden müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. Foto: Tina Nitsche

„Haben Sie geöffnet? Brauche ich einen Termin? Muss ich einen aktuellen Test vorweisen?“ Die Liste der Fragen ist lang. Und vor allem: „Diese Fragen werden täglich noch immer gestellt“, sagt Katharina Grove, Inhaberin des Modehauses Siebeneck. Was greift wann, wie und wo? Noch immer sind viele Kunden verunsichert. Eine Tatsache, mit der sich auch andere Geschäftsleute in Ascheberg auseinandersetzen müssen. Das Resultat: Sie alle sind mittlerweile zu Meistern der Zahlen geworden.

Luca-App ist vorteilhaft

„Jeden Morgen ist die erste Amtshandlung der Zahlencheck“, gibt auch Ruth Uckelmann, Inhaberin von Schuh Neuhaus, zu. Die gute Nachricht: Im Kreis Coesfeld liegen die Zahlen unter der 100er-Inzidenzgrenze. „Aktuell haben wir einen Inzidenzwert von 69,4“, so Uckelmann am Freitag. Was das bedeutet? Die Läden haben auf. „Und es kann pro­blemlos eingekauft werden“, sagt Grove. Was dafür nötig ist? „Ein Termin, entweder vorab telefonisch oder direkt an der Tür, die Daten für die Kontaktnachverfolgung und eine Maske.“ Sowohl das Modehaus Siebeneck als auch Schuh Neuhaus oder „Erkmann – Wohnen Design Geschenke“ setzen in puncto Kontaktdaten auf die Luca-App. „Aber wir alle bieten auch die Möglichkeit, die Daten handschriftlich auf einen Zettel einzutragen“, erläutert Grove. Die Luca-App habe den Vorteil, dass der lästige Papierkrieg wegfalle und es lediglich eines Klicks bedürfe. „Will heißen: Die Kundendaten bleiben bei Luca, wir haben keinen Zugriff auf die Daten“, erklärt Katharina Grove. Bei den handschriftlich eingetragenen Daten verhält es sich ein wenig anders. „Die müssen wir vier Wochen lang aufheben und dann datenschutztechnisch korrekt entsorgen. Das bedeutet, wir schreddern die Zettel.“

Im Modehaus Siebeneck ist das Einkaufen derzeit problemlos möglich. Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte hat Inhaberin Katharina Grove geöffnet. Die Kunden können einen Soforttermin vereinbaren, müssen sich aber entweder über die Luca-App registrieren oder ihre Kontaktdaten handschriftlich hinterlassen. Foto: Tina Nitsche

Was jedoch haben die roten Körbe im Eingangsbereich des Geschenkhauses Erkmann zu bedeuten? „Ganz einfach“, erklärt Mitarbeiterin Melanie Jans. „Bei uns dürfen fünf Kunden gleichzeitig ins Geschäft, wenn also kein Korb mehr draußen steht, bedeutet das für die Kunden, dass sie warten müssen.“ In der Regel sei das jedoch kein Problem. Also eigentlich ist alles klar.

Weshalb aber dennoch die vielen täglichen Nachfragen? „Das liegt sicherlich auch daran, dass wir hier viele Kunden aus dem Umkreis haben. Drensteinfurt beispielsweise. Das liegt sieben Kilometer von uns entfernt. Aber es zählt zum Kreis Warendorf. Und hier waren die Zahlen richtig hoch. Da haben dann andere Regeln gegriffen“, weiß Katharina Grove.

Stehen rote Körbe bei Erkmann Wohnen-Design-Geschenke vor der Tür, so ist das das Signal, dass Kunden eintreten dürfen. Insgesamt fünf Kunden dürfen gleichzeitig ins Geschäft, es gelten auch hier die vorgeschriebenen Regelungen. Termine können telefonisch, per Email, per Whats App aber auch als Soforttermin an der Ladentür vereinbart werden, wie Mitarbeiterin Melanie Jans erklärt. Foto: Tina Nitsche

Für Bernd Heitmann von Blumen Heitmann verhält sich die Situation anders: „Bei uns braucht niemand einen Test, auch keine Luca-App für die Kontaktdatenverfolgung.“ Denn Blumenläden werden genauso wie Lebensmittelgeschäfte behandelt. Dennoch hat auch Heitmann die Zahlen täglich fest im Blick. Ebenso wie Elke Schwartländer, Inhaberin des Friseursalons Haarwerkstatt. Die Wartelisten sind lang, Termine müssen vereinbart werden. Die Kontaktdatenverfolgung schlägt auch hier zu Buche. Und auch die Folgen des Lockdowns sind in ihrem Geschäft zu spüren. „Ich habe aktuell nach wie vor Personal in Kurzarbeit, denn hier dürfen zeitgleich nur vier Friseure und vier Kunden im Salon sein.“ Die Kunden müssen Masken tragen, Hygienevorschriften werden strikt eingehalten. „Und jeder Kunde muss sich auch die Haare hier waschen lassen“, betont Schwartländer. Gesichtsbehandlungen wie Augenbrauen zupfen oder Wimpern färben, sind zwar mit aktuellem Test erlaubt, „aber wir nehmen davon Abstand. Der Aufwand ist viel zu hoch, wir müssten mit Gesichtsschilden und FFP 2-Masken arbeiten, sodass wir das derzeit nicht anbieten.“ Alles in allem gilt es überall, viel zu beachten, aber die wesentlichste Frage aller Fragen „Haben Sie auf?“ kann in Ascheberg ganz klar mit Ja beantwortet werden.