Nachfolgelösung ist nicht in Sicht

Sozialkaufhaus schließt die Türen

Ascheberg/Herbern

Nur noch wenige Tage, dann schließt das DAH-Sozialkaufhaus im ehemaligen Geschäftslokal Menninghaus an der Südstraße 15 in Herbern die Pforten. Für immer!

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Im September 2015 ist das Projekt „Sozialkaufhaus“ gestartet. Maria Schumacher und Birgit Homann gaben damals mit Flüchtlingen den Startschuss. Foto: Tina Nitsche

Nur noch wenige Tage, dann schließt das DAH-Sozialkaufhaus im ehemaligen Geschäftslokal Menninghaus an der Südstraße 15 in Herbern die Pforten. Für den gut erreichbar in der Dorfmitte gelegenen Standort des Sozialkaufhauses bedeutet dies das endgültige Aus. „Wir müssen Ende der Woche schließen, das haben wir am Samstagmittag telefonisch erfahren“, bestätigte Maria Schumacher, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe St. Lambertus, am Montag auf Nachfrage. Letzter Verkaufstag sei voraussichtlich Donnerstag.

Unternehmer Joachim Raguse hatte im Frühjahr das Gebäude bekanntlich bei einer Zwangsversteigerung erworben. Er plant hier Wohnungen für Pflegebedürftige. In den Monaten seither sei es nicht gelungen, in Herbern geeignete Ersatzräumlichkeiten für das Sozialkaufhaus zu finden, erläuterte Maria Schumacher. Deshalb hoffe man nun, in Ascheberg fündig zu werden. Dass zum Wochenende geräumt werden müsse, sei sehr kurzfristig gekommen, auch für den Vermieter berichtete Schumacher. Es müssten diverse Leitungen verlegt werden, schilderte sie. Bei den Arbeiten würde dann allerdings Staub entstehen, der sich auf die Waren wie Kleidung, Babysachen, kleinere Haushaltsgeräte sowie Porzellan und Gläser legen würde. Zumindest für das Inventar des DAH-Kaufhauses wie Tische, Schränke etc. habe man eine Lagerungsmöglichkeit gefunden, sagte Schumacher, deren Ehemann Hubert Schumacher das Sozialkaufhaus seit März 2016 leitet. Kleidung und Geräte wolle man indes nicht einlagern, weil derzeit kein neuer Standort verfügbar sei.

Wie es genau weitergeht, ist folglich ungewiss. „Wir fangen gerade an zu telefonieren“, sagte Maria Schumacher. An helfenden Händen für die anstehenden Arbeiten mangele es derweil aber nicht, freute sie sich über Angebote anderer Herberner Ehrenamtler, gemeinsam mit anzupacken.

Die Nachfrage nach einem Sozialkaufhaus sei in der Gemeinde nach wie vor vorhanden, betonte Schumacher. Zu 70 Prozent werde es aktuell von Kunden mit deutschem Pass frequentiert, die hier einkaufen können, wenn sie Empfänger von Sozialleistungen sind. Angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der Geflüchteten fast halbiert habe, liege deren Kundenanteil inzwischen nur noch bei 30 Prozent, schilderte sie. In der Gemeindeverwaltung hält man Kontakt mit der Flüchtlingshilfe. „Wir sind immer im Austausch“, bestätigte Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier. Ein finanzierbares Angebot zu finden, falle aktuell eben nicht leicht, skizzierte er die Problematik. Auf der anderen Seite stünden der Bedarf und die Bereitschaft in der Bevölkerung, viele gute Dinge zu spenden.

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