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Orgeltag in St. Benedikt

Spannender Blick ins Wunderwerk der 1000 Pfeifen

Herbern

In die Geheimnisse der „Königin der Instrumente“ weihte Küster Uwe Reiner Bochmann beim Orgeltag in St. Benedikt ein. Seit 127 Jahren versieht die Fleiter-Orgel mit über 1000 Pfeifen ihren Dienst. Die Besucher erlebten überraschende Einblicke.

Einen Blick hinter die Kulissen der „Königin der Instrumente“ warfen die Gäste des Orgeltages in der St. Benedikt-Kirche. Die Fleiter-Orgel verfügt über mehr als 100 Pfeifen. Foto: Isabel Schütte

Anlässlich des Orgeltages in Westfalen gab es bei Küster Uwe Reiner Bochmann am Sonntagnachmittag neben einer Orgel-Begehung auch einen Blick hinter die Kulissen der Fleiter-Orgel in der St. Benedikt-Kirche.

Familie Kruckenbaum mit Bernhard, Petra, Gerlinde, Rebecca und Louisa probierte verschiedene Pfeifen aus Metall und Holz aus – und schlug dabei ganz verschiedene Flötentöne an. „Man kann jedes Teil der Orgel ausbauen und wieder einbauen. Alles ist hier mechanisch, nichts elektrisch. Das ist der feine Unterschied“, erläuterte der Küster. Seitdem die Orgel eingebaut wurde, sei baulich nichts verändert worden. „Das macht es so Besonders. Theoretisch kann man mit Hilfe eines Blasebalgs die Orgel auch ohne Strom spielen. Das war früher gang und gäbe“, so Bochmann.

Stattlicher Klang seit 127 Jahren

Mit 127 Jahren und über 1000 verschiedenen Pfeifen klingt die Orgel in St. Benedikt immer noch stattlich. Registerzüge ragen über der Klaviatur als herausziehbare Knöpfe heraus. Diese schalten, wenn sie gezielt gezogen werden, die Pfeifen Reihen an. Zwei übereinander angeordnete Manuale stellen Klavier-Konventionen auf den Kopf: Die Stammtöne der Oktaven sind schwarz gekleidet und zahlenmäßig den höhergestellten weißen Tasten überlegen. Ein Druck auf diese entfesselt den Orgelwind, der die Pfeifen anbläst und im Bruchteil einer Sekunde die theoretische Funktionsweise hör- und erlebbar macht, führte der Küster aus.

Bis zu drei Meter hohe Pfeifen

Die Begeisterung für die Herberner Kirchenorgel ist bei Uwe-Reiner Bochmann seit Beginn seiner Küster Tätigkeit nicht abgeflacht. Aufmachen, reingucken und verständlich erklären, warum auch ein Ton Luft zum Leben benötigt. „Sonst kann man es einfach nicht verstehen“, so Bochmann. Den Blick auf die kleinen und großen Orgelpfeifen hinter der sonst verschlossenen Tür ließen sich die Kruckenbaums nicht nehmen. „Einige Pfeifen sind drei Meter hoch“, informierte der Küster. Die Jugendlichen kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mutter Petra setzte sich an die Orgel und spielte einige Töne. Wie die Mechanik dann umgesetzt wurde, sah man deutlich.

„Also wir haben uns vorher noch nicht mit der Orgel auseinandergesetzt. Aber es war wirklich sehr interessant. Auch hat Uwe Reiner alles sehr gut erklärt“, lobte und freute sich Petra Kruckenbaum.

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