Fohlen- und Stutenschau in Herbern

Sportlicher Nachwuchs bei Ligges

Herbern

Der Corona-Blues ist an den Pferdezüchtern vorbeigezogen. Nur die Präsenztreffen mit dem Züchterschnack am Rande des Geschehens hat es lange nicht gegeben. So wird sogar eine Fohlenschau zum Erlebnis.

Von Theo Heitbaum

Bei der Fohlenschau in Forsthövel war auch aufgeregter Pferdenachwuchs zu sehen. Foto: Theo Heitbaum

Der Corona-Blues ist an den Pferdezüchtern vorbeigezogen. Nur die Präsenztreffen mit dem Züchterschnack am Rande des Geschehens hat es lange nicht gegeben. Auf dem Weg zurück in den normalen Alltag inspizierte eine Kommission des Pferdestammbuches auf dem Hof Ligges am Mittwochnachmittag den Fohlennachwuchs. Gerade einmal eine Woche hatte das Team um Kai Ligges Zeit, das Geschehen zu organisieren. So hielt Monika Schnepper zwar einen Katalog für die Besucher bereit, aber bei den Getränken zuckte sie mit den Schultern. Das Vorstellen von Fohlen und Stuten lief wie gewohnt, das übliche Beiprogramm entfiel.

Ex-Bundestrainer ist Zaungast

Im Frühjahr setzte nicht nur Corona dem Pferdesport zu, sondern auch eine aggressive Form des Pferdeherpes. Vierbeinige Besucher waren darum auf dem Gestüt in Forsthövel nicht willkommen. Die Lage hat sich schnell entspannt. Kai Ligges stellt wieder Stuten ein, die besamt werden sollen.

Corona wütet seit mehr als einem Jahr. Die Pferdezucht hat deswegen aber keine Federn gelassen. „Es gibt eher etwas mehr Fohlen“, beschreibt Ligges die Lage. Weil in der Pandemiezeit der Online-Verkauf von Fohlen zu – aus Sicht der Züchter – erfreulichen Ergebnissen geführt hat, erwartet Ligges keinen Rückgang. Das Spektrum des gezeigten Pferdenachwuchses war allerdings kleiner als vor der Coronazeit. „Die Züchter haben mit dem Anmelden gezögert, weil lange ungewiss war, ob und wie Fohlenschauen stattfinden können“, informierte Schnepper.

Nach Forsthövel hatten sich erneut bekannte Gesichter „verlaufen“: Der frühere Bundestrainer Kurt Gravemeier war genauso da wie Nationenpreisreiter Lutz Gripshöver.

Thomas Münch, Zuchtleiter des Westfälischen Pferdestammbuches, führte die Kommission an. Dazu gehörten Carsten Rotermund, Geschäftsführer des Pferdestammbuches, sowie Georg Wiebringhaus und Antonius Vormann. Die deutlich geringere Fohlenzahl gab ihnen die Möglichkeit, jedes Fohlen von der Statur bis zu den Bewegungen zu kommentieren. Einige Züchter freuten sich, dass ihre Stute als Verbandsprämienstute ausgezeichnet worden war. „Es war auffällig, wie viele gute Stuten da waren, auch Stuten, die schon erfolgreich im Sport waren“, berichtete Schnepper.

Und wenn Nachwuchs sich besonders gut gezeigt hatte, dann gab es „Gold“. Dieses Herausstellen hat das Pferdestammbuch für besonderen Körperbau und Bewegungsqualität neu aufgenommen. Darüber durfte sich beispielsweise der Herberner Thomas Kleimann freuen, der ein braunes Stutfohlen von Congress/Chacco Blue vorgestellt hatte. „Das hat gut geklappt“, freute er sich übers Ergebnis. Insgesamt sah die Kommission viele sportliche Fohlen.

Nach der langen Zwangspause stand für viele Besucher das Erlebnis einer Präsenzveranstaltung über dem Ergebnis. Wie formulierte es ein Züchter am Rande des Geschehens: „Endlich Auslauf nach anderthalb Jahren Käfighaltung“.

Startseite