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Waldjugendspiele des Hegerings

Unterricht bei Mutter Natur

Davensberg

Unterricht außerhalb des Klassenraums: Bei den Waldjugendspielen erlebten Grundschüler aus Davensberg und Rinkerode sowie Burgschüler die Natur und bauten ihr Wissen über Tier- und Pflanzenwelt spielerisch aus.

Dietrich Harhues

Wolf Meyer, Förster in Diensten des Landes NRW, ist in seinem Revier – und in seinem Element. In die Rolle des Lehrers schlüpft er gerne: „Mir macht das Spaß.“ Und dass er ein Händchen dafür hat, sein Wissen zu vermitteln, lässt sich daran erkennen, dass die Konzentration der Grundschüler aus Davensberg und Rinkerode sowie der Burgschüler nicht so schnell abreißt. Sie nehmen an den Waldjugendspielen teil, die am Donnerstag zum fünften Mal auf Initiative des Hegerings Ascheberg stattfanden.

Meyer erklärt, wie mit der Kluppe der Durchmesser eines Stammes gemessen wird. Gemeinsam mit der Länge und der Qualität werden die Daten in einen mobilen Computer gefüttert. So hat der Bedienstete von „Wald und Holz Nordrhein-Westfalen“ den Überblick über Bestände, die meistbietend unter den Hammer kommen.

Dass der Wald ein Kulturraum ist, in dem gewirtschaftet wird, brachte auch Jan Schulze Hobbeling Terhardt den Schülern näher. Dazu präsentierte er Kettensäge samt Schutzhose, Fällkeil, Spalthammer, und die Rückehaken durften gleich am Stamm ausprobiert werden. Angesichts eines nachhaltigen Wirtschaftens bildeten Ökonomie und Ökologie „kaum einen Widerspruch“, so der Hofherr, auf dessen Areal hinter Torhäuschen und Gräfte die Schüler eine Pause auf ihrem Parcours einlegten. Die Stärkung mit Wildgrillwürstchen (Reh und Rind) und trübem Apfelsaft war willkommen. Denn mit den 18 Aufgaben, die es zu bewältigen gab, waren die Waldjugendspiel-Starter rund vier Stunden unterwegs.

Dabei galt es nicht nur, die richtigen Lösungen auf die Laufzettel zu notieren, sondern auch der Weg war ein Ziel. Denn Carmen Irmen, die den Parcours zusammengestellt hat, möchte die Kinder ganz bewusst in Wald und Flur schicken. Die Kinder sollen spüren, „wie spannend es vor der Haustür ist“ und mit ihrer Begeisterung für die Natur auch auf das Freizeitprogramm der Familien einwirken, hofft die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin für Lernort Natur, Waldpädagogin und Jägerin. Sie hat beobachtet, dass selbst in Orten wie Davensberg, das im Grünen liegt, nicht alle Kinder (und Eltern) bei Flora und Fauna Zuhause sind. Dass der Wald ein idealer Spielplatz ist, auf dem aber auch Regeln gelten, hatte Irmen den Schülern zum Start auf den Weg gegeben. An den Stationen mussten die Schüler dann beweisen, dass sie Bäume erkennen, Tiere samt Spitznamen wie Grimbart oder Meister Lampe zuordnen können, ihre Tastsinn schulen, ihr Gehör trainieren und sogar das Teamworken beim Holzstapeln üben. Es war „cool, aber kalt“, resümierte Linda von der Burgschule. Und auf die Abschlussfrage von Kerstin Kaemper, Lehrerin der vierten Klasse der Lambertusschule in Davensberg, ob es „viel Spaß gemacht hat“, brandete ein lautstarkes „Ja“ aus den Mündern ihrer Schützlinge auf.

Carmen Irmen
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