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Herbstschau des Emmerbachverbandes

Viel Laub durch trockenen Sommer

Ascheberg

Was macht eigentlich ein „Schaubeauftragter“ und warum gelten selbst bei kleineren Baumaßnahmen in der Nähe von Gewässern andere Regeln als sonst wo? Darauf gab es jetzt bei der Herbstschau ein paar interessante Antworten.

-acf-

Die Schaubeauftragten waren zur Herbstschau in die Gummistiefel geschlüpft, um sich von den Wasserläufen in der Gemeinde ein genaues Bild zu machen. Foto: acf

Das letzte Hochwasser des Emmerbachs ist lange her. Im Jahr 2014, als das benachbarte Münster von einem Jahrhundert-Regen überflutet wurde, da standen auch die gewässernahen Äcker in der Gemeinde unter Wasser. „Damals mussten wir die Ernte mit Kettenfahrzeugen einholen“, erinnert sich ein Landwirt aus der Runde. Die Schaubeauftragten des Wasser- und Bodenverbandes Emmerbach trafen sich jetzt auf dem Hof des Verbandsvorstehers Heinrich Selhorst, um ihre Beobachtungen bezüglich der Gewässerläufe in der Gemeinde zusammenzutragen.

Alles in allem gab es keine größeren Vorkommnisse festzustellen, denn an den Wasserläufen seien angesichts des trockenen Sommers keine Probleme aufgetreten. Erst jetzt führe der Emmerbach wieder etwas Wasser. Doch die enorme Trockenheit habe dazu geführt, dass sich in einigen Gittern das Laub angestaut hat. Dieses müsse vor dem Winter noch entfernt werden, regt Schulze Hobbeling-Terhardt an, der als Schaubeauftragter für den Bereich Davensberg zuständig ist. Die Schaubeauftragten kontrollieren ihre Abschnitte und sorgen in Absprache mit Verbandstechniker Burkhard Leusmann oder der Gemeinde für Abhilfe, wenn in einem Bereich die Böschung zu stark zugewuchert ist.

Um sich einige Stellen am Bachlauf, die noch etwas nachjustiert werden oder auch noch nachgeschnitten werden müssen, anzuschauen, zogen die Landwirte dann ihre Gummistiel an, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Als Erstes steuerten sie das Regenrückhaltebecken nahe der Kläranlage an. „Hier ist die Gemeinde zuständig und kurz hinter dem Becken fängt unser Zuständigkeitsbereich an“, erläuterte Selhorst vor Ort. Angesichts des üppigen Bewuchses am Rückhaltebecken, kamen die Experten zu dem Schluss, dass dort die Sträucher wieder etwas stärker zurückgeschnitten werden müssten.

Besonders wichtig war Leusmann auch zu kommunizieren, dass jegliche Baumaßnahmen am Gewässer oder im Bachlauf genehmigungspflichtig seien. Anwohner, die unsicher seien, sollten lieber einmal mehr den Kontakt zum Wasser- und Bodenverband, der Gemeinde oder dem Kreis suchen. „Wir müssen immer darauf achten, dass sich das Wasser nicht irgendwo staut und als Grundlage für die Berechnungen dient immer ein Jahrhunderthochwasser“, so der Experte. Über den Winter werde der ein oder andere Wasserlauf noch freigeschnitten. Insbesondere bei Wasserläufen in der Nähe des Weidelands bittet der stellvertretende Verbandsvorsteher die Landwirte, alte und ungenutzte Zäune zu entfernen, da diese bei Mäharbeiten oft stören, wenn sie zu stark mit den Sträuchern verwachsen sind.

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