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Vielfalt bei der lesenden Gemeinde

Ascheberg

Die lesende Gemeinde – das war nie ein Massenauflauf. Unter dem Titel „Eine Gemeinde liest“ kamen immer überschaubare Runden zusammen. Deswegen funktioniert die fünfte Runde auch zu Corona-Zeiten problemlos.

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„Eine Gemeinde liest“ an den unterschiedlichsten Orten: Carmen Irmen nahm unter dem Walnussbaum-Platz, Ralf Wehrmann in der St. Benedikt-Kirche und Hans-Werner Schlottbohm musste sogar umziehen. Foto: Richter-Weiß

Die lesende Gemeinde – das war nie ein Massenauflauf. Unter dem Titel „Eine Gemeinde liest“ kamen immer überschaubare Runden zusammen. Deswegen funktioniert die fünfte Runde auch zu Corona-Zeiten problemlos.

Rund 20 Zuhörer hatten sich zu der Lesung des Genuss-Krimis „Der Wolf im Walnussbaum“ von Horst Kröber im Garten von Carmen Irmen unter den großen, Schatten spendenden Walnussbäumen eingefunden. Eindrucksvoll und wortgewandt schildert der Autor die sinnlichen und geschmacksintensiven Erlebnisse eines Degustationsmenüs unter Weinexperten. Carmen Irmen versteht es lebendig und gestenreich die Zuhörer mitzunehmen in diese Welt der Weinfachleute. Die Walnuss spielt natürlich in dem Menü eine entscheidende Rolle. Es kommt schließlich, was in einem Krimi kommen muss: Ein Weinkritiker bricht nach dem Genuss des Desserts tot zusammen. Hier beendet Carmen Irmen die Lesung und macht Appetit, nicht nur auf das beschriebene Menü und die Weine, sondern auch auf das Buch, dessen Schluss für die Zuhörer damit offen bleibt.

Ralf Wehrmann, Pastoralreferent der St. Lambertus Pfarrgemeinde Ascheberg las in der Herberner Kirche St. Bendikt ausgewählte Passagen des Buchs „Zölibat - 16 Thesen“ von Hubert Wolf vor. Wehrmann pickte sich dabei einige der aufgestellten Thesen heraus und erläuterte die teilweise für den Laien schwierig dargestellten Argumente mit eigenen Worten und erklärenden Zusätzen. Insbesondere der Zusammenhang zwischen Zölibat der Priester und die Missbrauchsfälle greift der Autor in seinem durchaus sehr kirchenkritischen Buch auf. Es wird sowohl von den Anfängen des Zölibats, der fehlenden Grundlage hierfür in der Bibel berichtet und zeigt die hausinternen Widersprüche der katholischen Kirche noch einmal in aller Deutlichkeit auf.

Am Montagabend hat Hans-Werner Schlottbohm aus dem Buch von John Ironmonger „Der Wal und das Ende der Welt“ gelesen. In 2015 geschrieben, beschreibt der Autor eine mögliche Pandemie durch eine Grippe. Was zu dem Zeitpunkt noch als irreale Fiktion geschrieben wurde, hat die Welt heute in 2020 real erreicht. Der plötzlich einsetzende Regen vertrieb die Zuhörergruppe von dem Gemeinschaftsgrundstück auf der Felsmannstraße unter ein großes Carport, so dass die Lesung fortgeführt werden konnte. Hans-Werner Schlottbohm, der zum wiederholten Male bei Leseaktionen dabei war, zog die Zuhörenden mit seiner ruhigen und sonoren Erzählstimme in den Bann des fesselnden Romans.

Am Mittwoch (19. August) ist die Lesereihe „Eine Gemeinde liest“ um 18 Uhr an der Profilschule Ascheberg. Manuela Menzel liest aus dem Buch „Das Leben ist ein Wunschkonzert“ von Biele Herz. Du sollst nicht nach den Sternen greifen, heißt es. Die Autorin hat gewagt, genau nach diesen zu greifen. In ihrem Buch berichtet sie von intensiven Erfahrungen.

Am Donnerstag (20. August) um 18 Uhr geht es mit dem Buch „Stein und Flöte – Das Märchen vom fröhlichen König“ zur alten Feuerwache in Ascheberg. Aus dem Märchen von Hans Bemmann wird Werner Bergerbusch vorlesen. Darin lebt der fröhliche König glücklich und zufrieden in seinem schönen Schloss inmitten eines herrlichen Gartens. Bis eine Sippe grimmiger Riesen all seine Gärten und Blumen zertrampelt und den König in die Flucht treibt. Das Märchen erzählt von der Kraft des Lachens.

Freitag (21. August) wird es düster mit dem Thriller „Anonym“ von Ursula Pozanski und Arno Strobel. Es geht um ein geheimnisvolles Internetforum, dort können Mitglieder Kandidaten aufstellen und für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aus dieser finsteren Geschichte liest um 18 Uhr Sonja Schober in der Hundeschule Kehrmann (An der Hansalinie 13, Ascheberg).

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