1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Virtuose Klangreise durch die Musik

  8. >

Gitarrenduo Peter und Zoltán Katona eröffnet Reihe der Schlosskonzerte:

Virtuose Klangreise durch die Musik

Ascheberg

Auf eine virtuose Klangreise von „Bach bis zu den Beatles“ entführten die „Katona Twins“ die Besucher auf Schloss Westerwinkel. Das Gitarrenduo sorgte damit für einen überaus gelungenen Auftakt der neuen Konzertsaison.

Nicole Klein-Weiland

Dass sich Bands heutzutage von verschiedensten musikalischen Einflüssen inspirieren lassen, ist nichts Besonderes. Wenn aber ein Duo der klassischen Musik sich des „Crossover“ bedient, hat das eine ganz andere Bandbreite: Da trifft Bach auf „Sweet Home Alabama“ und Isaac Albéniz begegnet Klängen der Rockgruppe Queen. Zu einer Klangreise „Von Bach zu den Beatles“ hatten die „Katona Twins“ am vergangen Sonntag eingeladen. Im ausverkauften Saal des Schlosses Westerwinkel gastierte das Gitarrenduo auf Einladung der Musikschule Ascheberg mit einem vermeintlichen Kontrastprogramm, das eigentlich keines war – so harmonisch fügten sich die Stücke an- und ineinander.

Eine besonders enge Bindung und der Einklang der Emotionen kennzeichnen in der Regel eineiige Zwillinge. Bei Peter und Zoltán Katona ist das sogar deutlich zu hören. Das Gitarrenduo teilt nicht nur genetisches Material, sondern auch hohe musikalische Virtuosität und Vielseitigkeit: Egal ob Klassik, Jazz, Blues oder Rock – die Brüder bewegen sich mit müheloser Leichtigkeit zwischen den Musikwelten. So kommt das Publikum sowohl in den Genuss von meisterhaft dargebotenen klassischen Werken als auch von Stücken der modernen Musikliteratur. Zudem stehen Werke von Albéniz und „Tango Nuevo“ von Piazzolla auf dem Programm. Von letzterem gibt es „Otoño Porteño“ zu hören, bei dem die die „Katona Twins“ mit perkussiven Kratz- und Klopf-Rhythmen überraschen.

Ihre Musikalität beweisen die aus Budapest stammenden und in Liverpool lebenden Zwillinge auch mit Eigenkompositionen und Bearbeitungen, wie „Scarlatti´s Metamorphosis“.

„Wir haben es so verändert, dass es fertig für das 21. Jahrhundert ist“, erklärt Peter Katona die originelle zeitgenössische Version dieser Barockmusik. Überhaupt versteht es das perfekt aufeinander eingespielte Geschwisterpaar aus den ausgewählten Stücken die unbekannten Seiten herauszukitzeln: Da erhält ein im Original eher brachialer „Nirvana“-Reißer plötzlich filigrane Züge und die düstere 80-iger Jahre Hymne „Mad World“ bekommt als Gitarren-Versatzstück eine völlig gelassene Attitüde.

Die vermitteln die Künstler auch in ihrem Auftreten: Sie moderieren ihr Programm mit lässigem Charme, der auch in ihrem Spiel Einzug findet: Entspannt sitzend und mitunter sogar stehend wie zwei Rockgitarristen sorgen die Zwillinge für unterhaltsamen Musikgenuss. Fernab von billiger Effekthascherei liefern die „Katona Twins“ ein abwechslungsreiches und hochklassiges Programm, in dem sie Altem mit sicherem Stilgefühl neues Leben einhauchen und populären Stücken ungewohnte Seiten abgewinnen. Wer hätte gedacht, dass sich die Komplexität der „Bohemian Rhapsody“ von Queen mit nur zwei Gitarren darstellen lässt? Grandios.

Das Publikum ist begeistert vom versierten Spiel des Zwillingspaares, das nach 2007 bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Schlosskonzerte zu Gast ist, und erklatscht sich mit viel Applaus zwei Zugaben.

Startseite