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Eine Gemeinde liest - der Sonntag

Von Niedecken und Nüssen

Ascheberg

Mag Wolfgang Niedecken Nüsse? Diese Frage bliebt am Sonntag offen. Bei „Eine Gemeinde liest“ gab es aber genug zur hören von Niedecken und über Nüsse.

wn

Christel Homann, Christian Pelster und Carmen Irmen (links von oben) waren die Vortragenden am Sonntag. Pelster verbuchte im Pfarrgarten den besten Besuch bisher. Irmen gab später Tipps für den Umgang mit Walnüssen. Foto: iss

„Drei Orte, eine starke Gemeinde“ – passend zum Slogan, den Ascheberg Marketing für das Leben in Ascheberg, Davensberg und Herbern kreiert hat, ist das Projekt „Eine Gemeinde liest“ in den drei Orten unterwegs. Wer wollte, startete am Sonntag bei der Frau mit Jück in Herbern, besuchte dann Carmen Irmen in Davensberg, um am frühen Abend im Ascheberger Pfarrgarten zu landen. Unter der Kastanie begrüßte Christian Pelster die bisher größte Kulisse des Angebotes. Fast zwei Stunden unterhielt er die Gäste mit Texten und Liedern von Wolfgang Niedecken. Aus 528 autobiografischen Buchseiten las Pelster Passsagen, die den Menschen und Musiker Niedecken vorstellten und seine Passion als Maler am Rande erwähnten. Die Besucher lernten den Sohn, Partner und Vater Niedecken kennen. Der Kölner schafft es nicht nur, Geschichten in 3:30-Liedern auf CDs zu erzählen, sondern auch aus seinem spannenden Leben in Buchform zu berichten, etwa über seine Begegnungen mit Bob Dylan und Bruce Springsteen oder auch dem 1 FC Köln bei einer Gartenparty. Christian Pelster las allerdings nicht nur. Mit Gitarre und Mundharmonika spielte er auch Songs Niedeckens, unter anderem das bekannteste BAP-Lied „Verdamp lang her“.

Die Besucher hatten sich teilweise Decken mitgebracht und Picknickkörbe dabei. Obwohl das Programm inklusive Zugabe fast zwei Stunden dauerte, wurde es niemandem langweilig, es gab keine verstohlenen Blicke auf die Uhr oder aufs Handy. Pelster fesselte mit seinen Niedecken-Texten und Liedern so sehr, dass es am Ende stehende Ovationen gab. Und das dicke Lob einer Aschebergerin, die um seine musikalische Vergangenheit im Dorf nicht wusste: „Ich dachte, er wäre aus Köln gekommen“. Nur eine Taube spielte übrigens nicht mit, sie landete aus dem Kastanienbaum einen Volltreffer auf die neue Gitarre.

Carmen Irmen, die zur Walnuss im alten Garten von Opa Kimmel schon einige Workshops abgehalten und Walnüsse zu Öl verarbeitet hat, präsentierte am Nachmittag gesammelte Geschichten zur Walnuss und ihren Kollegen. Die Besucher hörten etwas von der tauben Nuss, der harten Nuss, aber auch Nussgeflüster. Und sie erfuhren im Nachspann zur Lesung, dass die Walnuss als Profiteur des Klimawandels seit rund 20 Jahren durch verbesserte Wachstumschancen gefragter ist.

Gut besucht war auch die musikalische Lesung mitten im Herberner Ortskern bei der Frau mit Jück an der Südstraße. Der Männerchor und Mitglieder des Heimatvereins hatten hierher eingeladen, um Geschichten zu hören und gemeinsam zu singen. Christel Homann las dabei ein Gedicht von der Frau mit Jück vor, die als Bronzestatue seit 15 Jahren auf dem Grundstück der Familie Lohmann steht. Auch die anschließende, selbst geschriebene Geschichte, die Christel Homann vortrug, hatte es in sich. „Der kleine Jan“ sorgte für schmunzelnde Gesichter bei den Zuhörern. Hierbei ging es um einen Spaziergang mit seinem Opa Alfred Brochtrup. In einfachen Sätzen und mit Kindermund-Sprüchen wurden dabei die Gemüter der rund 30 Anwesenden erheitert. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Männerchor und Heinz Nägeler auf dem Akkordeon.

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