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Carmen Irmen bei „Eine Gemeinde liest“

„Walnuss-Fee“ und Waldpädagogin

Ascheberg

Gleich zwei Mal und in doppelter Funktion war Carmen Irmen bei der Aktion „Eine Gemeinde liest“ aktiv. Sie stellte den Zuhörern Geschichten über eine Walnuss-Farm und Jagderlebnisse vor.

Von Ann-Christin Frank

Carmen Irmen ist bekennende „Walnuss-Fee“ und Waldpädagogin. Passend zu beiden Rollen las sie Texte bei der derzeit laufenden Veranstaltung „Eine Gemeinde liest“. Foto: Carmen Irmen

Carmen Irmen ist für zweierlei bekannt – als passionierte Walnuss-Fee und als versierte Waldpädagogin. Genau in diesen beiden Rollen beteiligte sie sich auch an der derzeitig laufenden Veranstaltung „Eine Gemeinde liest“. Zunächst konnten die Besucher ihr auf dem Hof Irmen lauschen, denn dort wurden „Walnuss-Wünsche“ wahr.

„Wie passend“, dachte sich die Aschebergerin, die selbst eine Walnuss-Manufaktur betreibt und aus den Früchten mit der harten Schale und dem wohlschmeckenden Kern so einige Köstlichkeiten herstellt, die die Besucher bei der Lesung probieren durften.

Überlebenskampf auf einer Walnuss-Farm

Zuvor wurden zunächst einmal Wünsche wahr – zumindest in der Geschichte. Diese dreht sich im Kern um Folgendendes: Victoria, die Hauptfigur des Romans, lebt auf einer Walnussfarm in Kalifornien, die schon seit Generationen im Besitz ihrer Familie ist. Nachdem ihre Mutter verstarb und ihre ältere Schwester die Familie verließ, ist es allerdings an ihr allein, die Farm über Wasser zu halten, was sich nicht immer leicht gestaltet, erzählte Irmen.

Während der finanzielle Überlebenskampf auf der nicht so gut laufenden Walnussfarm weitergeht, taucht plötzlich ein Buchautor vor Victorias Tür auf, um auf der Farm über die Walnussproduktion für sein neuestes Buchprojekt zu recherchieren. Für Victoria kommt dieser Gast geradezu wie gerufen, denn dadurch, dass er für sein Zimmer auf der Farm Geld bezahlt, kann sie sich finanziell besser über Wasser halten.

„Ich habe das Buch ausgewählt, weil es so detailliert beschriebene Szenen auf der Farm beinhaltet, in denen es nur um Walnüsse und die Arbeiter auf der Plantage geht“, erläutert Irmen ihre Buchauswahl zur Lesung. Doch eine ganz prägnante Szene war ebenso ausschlaggeben wie lustig. „In dem Buch knackt einer eine Walnuss mit der Hand – ohne dass der Kern kaputt geht“, schmunzelt Irmen, die die Besucher genau dazu aufgefordert hat. Allerdings ist dieses Kunststück keinem Gast gelungen.

Heitere und kuriose Jagdgeschichten

In ihrer Rolle als Waldpädagogin und Mitglied des Hegerings wurde es dann an Deipes Wiese ganz waidmännisch oder in Irmens Fall eben waidfrauisch. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Grube, ebenfalls vom Hegering Ascheberg, stellte sie aus Kurt Blüchels „Die Jagd“ Kurzgeschichten und Erzählungen von der Jagd vor. Und diese läuft nicht selten auch etwas amüsant ab, wie die beiden Vorlesenden mit den Geschichten „Florian“ und „Das Familiengeheimnis“ unter Beweis stellten.

In der ersten Kurzgeschichte geht es um Szenen einer Jagd auf einen Keiler, der dem Jäger immer wieder in jeglichen Situationen entwischt, sodass dieser sich täglich erneut in den Wald begibt, um das Wildschwein zu erlegen. Am Ende dieser Geschichte, die die Zuhörer tief mit in die szenisch beschriebenen Wälder nimmt, ist die Jagd dann doch von Erfolg gekrönt.

Amüsanter wurde es bei der zweiten Kurzgeschichte, die sich um die Gepflogenheiten einer Jagdveranstaltung der Adeligen dreht. Die etwas schnöselig und herrlich satirisch beschriebenen „Jägersleut“ aus dem englischen Hochadel messen sich darin, wie schnell die Flinte nachgeladen werden kann oder müssen bei der Jagd splitternackt den Jagdhund aus dem See retten, weil dieser sich beim apportieren der Enten im Schilf verfangen hat – und eigentlich gar nicht als Jagdhund taugt.

Die weiteren Termine für „Eine Gemeinde liest“

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