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Flüchtlingsheim in Davensberg steht leer

Wasserschaden: Quelle wird gesucht

Davensberg

Nach fünf Jahren steht das Flüchtlingsheim in Davensberg leer. Allerdings nicht, weil die Zahl der Menschen auf der Flucht gesunken ist. Ein Wasserschaden und die Spurensuchen machen Kummer.

Von Theo Heitbaum

Das Flüchtlingsheim in Davensberg steht leer, die Bewohner sind auf andere Unterkünfte verteilt worden. Nach einem Wasserschaden sind gleich zwei Gutachter auf der Suche nach der Quelle. Vor gut fünf Jahren, am 10. Mai 2016, ist die Unterkunft offiziell in Betrieb genommen worden (Foto rechts). Foto: Theo Heitbaum

Wo knapp fünf Jahre Flüchtlinge gelebt haben, befinden sich gerade zwei Gutachter auf Spurensuche. Das Flüchtlingsheim an der Amelsbürener Straße in Davensberg steht seit Wochen leer. „Es gibt in dem Gebäude einen größeren Wasserschaden. Deswegen haben wir es leer gezogen“, bestätigt Klaus van Roje, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen im Ascheberger Rathaus, die Beobachtungen von WN-Lesern.

Dass in dem Gebäude aus dem Jahr 2016 etwas nicht stimmt, war einem Hausmeister aufgefallen: „Er hat nasse Ecken und Schimmelbildung in einigen Räumen festgestellt“, informiert van Roje. Anfangs habe man gehofft, eine Etage des Zweistockbaus für Bewohner offen halten zu können. Das habe sich bei der Spurensuche als nicht haltbar erwiesen. Eine klare Antwort, woher der Wasserschaden rührt, gibt es bisher nicht. Und damit steht auch die Frage im Raum, wer für das Beseitigen der Schäden haften wird. Die Versicherungen wollen das genau wissen. Eine der entscheidenden Fragen ist, ob fehlerhaftes Nutzerverhalten oder Fehler beim Bau verantwortlich sind.

Das Flüchtlingsheim, das auf gut 70 Plätze ausgelegt worden war, ist in Rekordzeit gebaut worden. Im Dezember 2015 wurde die Betonplatte gegossen, Anfang 2016 das Holzständerbauwerk errichtet. Die hinterlüftende diffusionsoffene Fassade wurde mit Aluminiumblechen verkleidet. Alle Böden außer Sanitär (Fliesen) sind mit hochwertigem PVC-Fußboden belegt. Das Gebäude verfügt über eine Gasbrennwerttherme, eine Solarthermie- und eine Photovoltaikanlage. Nach exakt vier Monaten wurde das Millionenobjekt mit einer Nutzfläche von 798 Quadratmetern im Mai eröffnet und mit Flüchtlingen belegt.

Inzwischen sind die Duschen genaustens untersucht worden. An anderen Stellen im Gebäude ist der Boden geöffnet worden. Hinter das Wellblech ist geschaut worden. Mit Luftmessungen und anderen Methoden läuft die Spurensuche weiter. Van Roje hofft auf ein baldiges Ergebnis, damit der Schaden behoben werden kann. Ein langfristiger Verzicht auf die Unterkunft ist nicht möglich. Immerhin könne in rund zwei Wochen die sanierte Unterkunft „Biete“ wieder genutzt werden.

In diesem Jahr hat es bisher vier Zuweisungen von neuen Flüchtlingen in die Gemeinde Ascheberg gegeben. „Es sind uns aber weitere Personen angekündigt worden“, berichtet Bastian Meyer, neuer Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales in der Verwaltung, auf WN-Anfrage. Beim Belegen geht es ohnehin nicht nur, um den Platz selbst. Ohne das Flüchtlingsheim in Davensberg gibt es weniger Möglichkeiten, Asylbewerber zu trennen oder Familien mehr Platz und Freiraum zu gewähren.

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