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Gewöhnliche Waldrebe verbreitet ihre Samen

Wind wirbelt durch den „Bart des alten Mannes“

Herbern

Die Gewöhnliche Waldrebe kommt vor allem am Waldrand, in Auwäldern und an Hecken vor, manchmal auch an Autobahnen, Böschungen und am Rande von Bahngleisen. Sie ist eine der wenigen einheimischen Lianen und die wilde Schwester der vielen großblütigen Clematis, die in den Gärten so beliebt sind.

Aus den Blüten der Waldrebe gehen längliche, braune Nüsschen hervor. Erst im Winter reifen diese aus und der Wind verbreitet die mit langen fedrigen Haaren besetzten Samen. Foto: Budde/HV Herbern

Die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) fällt im Herbst und Winter mit ihren silbrigen, federartigen Fruchtständen auf. „Old man‘s beard“, auf Deutsch „Bart des alten Mannes“ wird die Pflanze deshalb in England genannt. Sie kommt vor allem am Waldrand, in Auwäldern und an Hecken vor, manchmal auch an Autobahnen, Böschungen und am Rande von Bahngleisen, wo sie nicht klettert, sondern flächig wächst. Sie ist eine der wenigen einheimischen Lianen und die wilde Schwester der vielen großblütigen Clematis, die in den Gärten so beliebt sind.

Waldrebe ist keine Gartenpflanze

Die Waldrebe sollte man sich aber besser nicht in den Garten holen, warnt der Heimatverein Herbern. Aufgrund ihres intensiven Längenwachstums kann sie Bäume und Sträucher in relativ kurzer Zeit überwachsen. Dabei fungieren die Stiele und die Spindel der Blätter als Ranken. Während ihrer langen Blütezeit von Juni bis August/September trägt sie zahlreiche kleine, grünlichweiße Blüten, die fischig nach Weißdorn riechen.

Während viele Menschen den Blütenduft als unangenehm empfinden, lockt er doch zahlreiche Insekten an. Besonders Schmetterlinge besuchen den Strauch – 35 Arten suchen hier Nektar oder nutzen die Blätter als Raupenfutter. In ihren Ranken finden Singvögel gute Brutstellen und kleinere Säuger einen sicheren Unterschlupf. Der sich in Streifen lösende Bast und die lang behaarten Früchte werden von vielen Vogelarten zum Nestbau verwendet.

Giftige Pflanzenteile

In der Heilkunde spielt die Waldrebe keine große Rolle. Alle Pflanzenteile enthalten das Gift Protoanemonin. Der Pflanzensaft reizt die Haut und führt zur Blasenbildung. Im Mittelalter entstellten sich Bettler ihre Haut mit dem Pflanzensaft, um durch ihr Aussehen Mitleid zu erregen und die Spendenfreudigkeit zu fördern. Deshalb nannte man die Pflanze damals „Teufelszwirn“.

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