1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Workshop begeistert wissbegierige Kindern

  8. >

Votivgaben gereinigt und „Wunschplaketten“ gefertigt

Workshop begeistert wissbegierige Kindern

Ascheberg

Um die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ging es beim Workshop zum Thema „Votivgaben“. Dabei lernten die teilnehmenden Kinder nicht nur Geschichtliches kennen, sondern fertigten sogar eigene „Wunschplaketten“.

Restaurator Johannes Wittstamm zeigte den wissbegierigen Kindern, wie man mit einfachen Mitteln die alten Votivgaben wieder auffrischen kann. Foto: Ralf Wehrmann

Eine Katharina gibt es nun mindestens zwei Mal im Schatz der Votivgaben der Pfarrei St. Lambertus. Kleine Schmuckstücke mit der Heiligen Katharina lagern schon seit einigen Generationen, zum Teil seit über 250 Jahren, in Kisten und Schubladen auf dem Dach des Pfarrarchivs. Neu hinzugekommen ist jetzt eine moderne Plakette einer aktuellen lebenden „Katharina“. Mit ihren Initialen und dazu ausgesuchten verzierenden Stempelabdrücken taucht die Elfjährige aus Ascheberg nun ebenso in der langen Liste der Betenden auf, wie auch die anderen zehn Interessierten, die dem Ruf zu einer Kinderwerkstatt gefolgt waren, heißt es in einer Pressenotiz der katholischen Kirchengemeinde.

Spannende Heiligen-Geschichte

Zunächst berichtete Restaurator Johannes Wittstamm den wissbegierigen Mädchen und Jungen im Alter von vier bis elf Jahren in kindgerechten Worten von der spannenden Geschichte der Heiligen und zeigte ihnen, wie man mit einfachen Mitteln die alten Dinge wieder auffrischen kann.

Bevor es dann tatkräftig an die Reinigung ging, wurden erstmal Stoffhandschuhe angezogen, um die empfindliche Oberfläche zu schützen. Auf einem imposanten Hauklotz, der mitten im sonnendurchfluteten Hauptportal der St.-Lambertus-Kirche stand, erstellten die Kinder aus Ascheberg und Herbern mit Unterstützung einiger Eltern und anderer Erwachsener im zweiten Teil eigene „Wunschplaketten“, die sie eigenhändig mit einem dicken Hammer erstellten. Parallel nahmen etliche der Kinder-Restauratoren auch eine zweite oder gar dritte Votivgabe unter die Lupe, bis der Vorrat erschöpft war. Unter der Patina-Schicht entdeckten die Kinder verborgene Namen und Jahreszahlen von Wallfahrern, kleine Zehen eines geheilten Fußes und sogar eine Kuh. Oder ist es eher eine Ziege mit langen Hörnern?

„Wunschplaketten“ für Ausstellung

Die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die den Veranstaltern wichtig war, scheint aufgegangen zu sein: Vielleicht finden einige der modernen Votivgaben 2022, nachdem sie stolz zuhause präsentiert und erläutert wurden, auch wieder den Weg zurück in die Ascheberger Kirche. Die junge Katharina hat ihre Metallplakette sofort zur Verfügung gestellt und freut sich darauf, ab dem 18. September in einer Ausstellung auch die von ihr polierten alten Silberstücke zu zeigen.

Startseite
ANZEIGE