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Alois Brinkkötter ist Sendens erster stellvertretender Bürgermeister

„Gemeinsam Lösungen finden“

Senden

Alois Brinkkötter ist ein vielseitig interessierter und engagierter Zeitgenosse. Von daher kann Sendens neuer erster stellvertretender Bürgermeister eine Menge Qualifikationen und Erfahrungen vorweisen. Sein parteipolitisches Engagement begann als Vorsitzender der Jungen Union in Emsdetten.

Siegmar Syffus

Neben der Lokalpolitik und der Ahnenforschung Foto: Siegmar Syffus

Im Kreis der grünen Ratsmitglieder ist Alois Brinkkötter ein Neuling. Ihn als politischen „Greenhorn“ zu bezeichnen wäre jedoch weit gefehlt. Sendens erster stellvertretender Bürgermeister ist (im besten Sinn) ein „bunter Vogel“ – ein Mensch, wie man ihn nicht alle Tage trifft. Denn der 64-Jährige hat sich seit seiner Jugend auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagiert: Ursprünglich Mitglied der Jungen Union und der CDU, wechselte er Jahre später zur SPD, bis er seine politische Heimat bei den Sendener Grünen fand. Auch privat ist der Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen breit aufgestellt: „Ich kann mich für vieles begeistern“, sagt Alois Brinkkötter, der gebürtig aus Emsdetten stammt.

„Ein Hobby ist die Ahnenforschung. Meine Familie ist im Münsterland und im Emsland ansässig, das lässt sich 800 Jahre zurückverfolgen.“ Dazu passt seine zweite, kreative Passion: die Bildhauerei mit Baumberger Sandstein – einem Material aus der münsterländischen Heimat. Und noch ein drittes Steckenpferd spiegelt Erdverbundenheit wider: „Als ich 1982 nach Senden kam, habe ich gleich eine Doppelkopfrunde gegründet, weil mir die Geselligkeit wichtig ist“, sagt der Vater von drei erwachsenen Töchtern.

An und für sich hätte Alois Brinkkötter 2020 eine Menge mehr Zeit für sein viertes Hobby, die Kommunalpolitik, gehabt. Eigentlich wollte er im Juli dieses Jahres in den Ruhestand treten. „Doch dann kam Corona. Und meine Nachfolge war noch vakant. Darum habe ich meinen Antrag auf Pensionierung zurückgezogen – ich konnte die Schule, die ich aufgebaut und 17 Jahre lang geleitet habe, nicht einfach so verlassen.“

Zum Bürgermeisteramt kam er nach der Kommunalwahl, wie die Jungfrau zum Kinde. Denn statt wie bis dato vier Sitze, gewannen die Grünen acht Ratsmandate. Auf Listenplatz sieben errang Alois Brinkkötter – eher unerwartet – seinen Platz im Rat. Das von Grünen, SPD, UWG und FDP gegründete „Bündnis für Senden“ nutzte nach der Wahl seine Mehrheit und nominierte den 64-Jährige für das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters. „Das ist eine Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht. Ich mag es, mit Leuten in Berührung zu kommen, um Möglichkeiten zu finden, ihre Wünsche in konkret Politik einbringt.“

Er stamme aus einer großen, christlich geprägten Familie und „einfachen Verhältnissen“, sagt Alois Brinkkötter. Aus christlicher Gegenposition zu extrem linken Standpunkten, habe er sich als 17-Jähriger am Gymnasium politisch engagiert, sei Vorsitzender der Jungen Union und CDU-Mitglied geworden.

Neben Mathematik studierte er katholische Theologie, anschließend engagierte er sich in der „Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden“, unter anderem in Sambia. Aufgrund des Nato-Doppelbeschlusses und der damaligen Unionspolitik legte Alois Brinkkötter seine CDU-Mitgliedschaft nieder. Mitte der 1990er Jahre fand er dann bei den Sendener Sozialdemokraten gleichgesinnte politische Freunde und trat in die SPD ein, die er einige Jahre später „aufgrund persönlicher Umstände“, wie er sagt, wieder verließ. In dieser Zeit war er Mitbegründer des Verbandes katholischer Religionslehrer in NRW.

Seit zehn Jahren ist Alois Brinkkötter nun schon bei den Sendener Grünen aktiv – unter anderem war er sachkundiger Bürger im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur. Umweltschutz und Klimaschutz liegen ihm besonders am Herzen. „Es geht mir in meinem Amt nicht darum, grüne Positionen zu vertreten. Ich bin für Senden insgesamt da. Als stellvertretende Bürgermeister befindet man sich nicht im Bundestag, sondern in einem kleinen Parlament, in dem die politischen Differenzen oft gar nicht so groß sind. Es ist uns wichtig, gemeinsame Lösungen zu finden – im Sinne der Sache und der Bürger. Dazu muss man Ziele vor Augen haben“, sagt Brinkkötter. Wobei es durchaus auch angebracht sei, „quer zu denken“.

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