1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Als Bauingenieur im „Schuldienst“

  8. >

Gemeindeverwaltung: Bernhard Haschke geht in den Ruhestand

Als Bauingenieur im „Schuldienst“

Havixbeck

Der Diplom-Ingenieur arbeitete fast 30 Jahre in der Gemeindeverwaltung Havixbeck. Vor einigen Tagen wurde er 65 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag im alten Sandsteingebäude gegenüber der Pfarrkirche.

Klaus de Carné

Nach fast 30 Jahren verlässt Diplom-Ingenieur Bernhard Haschke das Bauamt der Gemeinde Havixbeck. Die Anne-Frank-Gesamtschule gehörte zu seinen größten Projekten. Foto: Klaus de Carné

Ein Bauingenieur wird nie fertig mit seiner Arbeit. Es gibt immer wieder neue Projekte, die ihn herausfordern. So geht es Bernhard Haschke auch. Der Diplom-Ingenieur arbeitete fast 30 Jahre in der Gemeindeverwaltung Havixbeck. Vor einigen Tagen wurde er 65 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag im alten Sandsteingebäude gegenüber der Pfarrkirche. „Ich hätte gerne noch den neuen Anbau an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) vollendet“, sagt Bernhard Haschke mit etwas Wehmut. Havixbeck habe er sehr geschätzt als einen Arbeitsort mit überschaubarer Größe. Die AFG sei immer sein größtes Projekt geblieben.

Dabei wollte Haschke in jungen Jahren erst Lehrer werden. Da es Anfang der 1980er-Jahre aber eine regelrechte Lehrerschwemme gab, schwenkte er auf ein Ingenieurstudium um. Der Hochbau hatte es dem jungen Mann angetan. Zunächst bekam er eine Stelle bei der Firma Hüls in Marl. Dort baute der Diplom-Ingenieur in die Höhe. In Münster gestaltete er später den Neubau des Karstadt-Gebäudes in der Innenstadt mit. „Dabei habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt, denn das war umfangreich. Die roten Klinkerfassaden wurden vor einen Betonträger aufgehängt“, erinnert sich Haschke an die lehrreichen Anfangsjahre.

Am 1. Juli 1991 ging es in Havixbeck los. Haschke bekam die ausgeschriebene Stelle für den Hochbau. Es stand einiges an. Die Entscheidung, eine Gesamtschule in Havixbeck zu etablieren, war gefallen. Zunächst ging es um den Altbau der ehemaligen Hauptschule. In den Jahren wuchs die weiterführende Schule Stufe um Stufe, sodass ein Neubau erforderlich wurde. „Ich erinnere mich noch genau, als etliche Eichen gefällt werden mussten, um Platz für das Gebäude zu haben. Das tat richtig weh“, berichtet Haschke von den unbequemen Dingen im Hochbau.

Die kleine Sporthalle auf dem Schulgelände wich dem heutigen Forum mit einer Mensa. Für den Ort eine Meilenstein, denn eine Bühne und Platz für 400 Zuschauer gab es vorher so nicht. „Danach mussten mehr Sporthallenkapazitäten auf den Tisch.“ Die AFG wuchs und die Grundschule wurde langsam siebenzügig, „eine der größten in NRW damals“.

Besondere Herausforderungen gab immer wieder für den Mitarbeiter der Gemeinde. Drei Bürgermeister und Fachbereichsleiter hat Bernhard Haschke erlebt. Die längste Phase arbeitete er zusammen mit Hans Langer, den er heute noch sehr schätzt. „Die anderen Kollegen aber auch, keine Frage.“

Das Sandstein-Museum auf dem Gelände des Rabertshofs gehörte zu jenen Arbeiten, die das Leben tagtäglich bereicherten. Wie lässt sich ein Museum aus einem ehemaligen Bauernhof gestalten?

Haschke ist kein Pessimist. Er nimmt die Herausforderungen gerne an. Er hatte den ersten Computer in der Verwaltung. Sein größtes Tiefbauprojekt war der Neubau der Münsterstraße. Es folgte der Umbau des Rathauses. Schlecht gedämmt und energetisch ganz schlecht aufgestellt. „Ein gutes Jahr mussten die Kollegen im laufenden Betrieb viel Lärm ertragen“, denkt Haschke an das Jahr 2011 zurück. Zur Wiedereinweihung des Rathauses war fast alles vergessen.

Und jetzt hat die Bauerei ein Ende? „Nein, hat sie nicht. Jetzt denke ich an meine Familie und baue ein Altenteil für mich und meine Frau auf unserem Grundstück in Horstmar“, freut sich Haschke auf die Zeit nach dem offiziellen Dienst. Eines der drei Kinder ziehe in das Haupthaus mit Mann und Kindern. Somit sei die Nähe zu einem Teil der Kinder und Enkel gegeben. „Ein gutes Gefühl“, so Haschke. Der neue Lebensabschnitt könne kommen. Die Imkerei zählt ebenfalls zu den Hobbys, die möchte er mit viel mehr Zeit genießen. Bernhard Haschke möchte Havixbeck immer wieder aufsuchen, um den Ort zu erkunden oder Freunde zu treffen, die er in drei Jahrzehnten gewonnen hat.

Startseite