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Krippenfigur Josef aufgestellt

Bedingungsloses Vertrauen

Havixbeck

Auf dem Kirchplatz hat die Pfarrgemeinde St. Dionysius und St. Georg eine lebensgroße Krippe aufgebaut. Das Personal wird nach und nach dort platziert.

Kerstin Adass

Am Samstagabend wurde die Figur des Josef auf dem Kirchplatz in der dort aufgebauten lebensgroßen Krippe begrüßt. Foto: Kerstin Adass

Andächtig und mit Abstand versammelten sich am Samstagabend viele Havixbeckerinnen und Havixbecker auf dem Kirchplatz, um die dort aufgebaute lebensgroße Krippe zu bestaunen. Allerdings fehlten noch einige Figuren. Damit die Krippe bis Weihnachten vollständig besetzt ist, werden an jedem Adventssamstag weitere Figuren hinzugefügt. Zum zweiten Advent gestalteten die Messdiener Havixbeck eine Andacht, um den hölzernen Josef zu begrüßen.

Auch Maria Lohmann, von der die Idee für die öffentliche Krippe stammt, befand sich unter den Anwesenden. „So etwas fällt einem immer dann ein, wenn man schlaflose Nächte hat“, lachte sie. Die Vorsitzende des Pfarreirats St. Dionysius und St. Georg hat die Figuren aus Holz zusammen mit ihrem Sohn hergestellt. Ihre Nachbarin steuerte als Schneiderin passende Gewänder für Maria, Josef und die anderen Charaktere der Weihnachtsgeschichte bei. „Viele Menschen haben Hemmungen, in die Kirche zu gehen. Es gehen aber viele daran vorbei – vielleicht werden sie an die Krippen ihrer Kindheit erinnert und bleiben stehen“, erklärte Lohmann ihre Gedanken hinter dem ungewöhnlichen Krippenstandort.

Maria Lohmann hatte sich nicht zu viel erhofft. Einige Spaziergänger, die zufällig zur passenden Zeit über den Kirchplatz schlenderten, wurden von der erleuchteten Krippe angelockt und nahmen spontan an der Andacht teil. Unter einem wolkenlosen Abendhimmel sorgten mehrere Feuerschalen trotz der großen physischen Abstände zwischen den Menschen für eine warme Stimmung.

„Jeder braucht Gemeinschaft, Geborgenheit und Zuversicht“, erklärten die Messdiener. „Und so nehmen wir auch Josef in unsere Krippe auf.“ Neben Fürbitten und einer Lesung wurde auch ein Gespräch über Josefs Rolle in der biblischen Weihnachtsgeschichte vorgetragen. Als Vater Jesu spricht und handelt Josef selbst überraschend wenig. Doch auch ohne Worte vermittelt er eine Botschaft. „Josef vertraut Gott bedingungslos. Das ist nicht immer einfach, aber sehr wertvoll“, fassten die Messdiener ihre Überlegungen zusammen.

Musikalisch begleitet wurde die Andacht von Dominik Steinbrügge und Florian Höfener an ihren Gitarren. Zum Abschluss durfte, wie schon bei der Messdienerneuaufnahme vor zwei Wochen, das traditionelle Lager-Sanctus nicht fehlen.

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