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Austausch zwischen Bürgermeistern und Oberbürgermeister Lewe

Bezirksregierung muss Gesamtschulkonflikt lösen

Havixbeck/Münster

Gibt es eine Lösung im Konflikt um den Standort einer dritten Gesamtschule in Münster? Die Bürgermeister der benachbarten Kommunen und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr sprachen darüber mit Oberbürgermeister Markus Lewe.

Ansgar Kreuz

Die Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck befürchtet, durch den Standort Roxel für eine dritte münstersche Gesamtschule Schülerinnen und Schüler zu verlieren. Foto: Ansgar Kreuz

Zu einem Austausch über die Folgen der möglichen Ansiedlung einer Gesamtschule in Münster-Roxel trafen sich jetzt die Bürgermeister von Altenberge, Billerbeck, Havixbeck, Laer, Nottuln und Senden mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtdirektor Thomas Paal in Münster. Über die Ergebnisse des Gesprächs berichtete Havixbecks Bürgermeister Jörn Möltgen auch im Namen der anderen Beteiligten am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung.

Die Stadt Münster beabsichtigt bekanntlich, in Roxel die dritte städtische Gesamtschule zu errichten. Dies stößt auf den Widerstand der benachbarten Kommunen. Die sechs Bürgermeister und der Landrat des Kreises Coesfeld, Dr. Christian Schulze Pellengahr, hatten im April bereits gegenüber Regierungspräsidentin Dorothee Feller ihre Bedenken in einem gemeinsam verfassten Brief dargelegt.

„In Roxel könnten wir sofort durchstarten“

In die politische Diskussion ist der Standort in Roxel gekommen, da am dortigen Schulcampus die Sekundarschule bis zum Jahr 2025 ausläuft. Der Stadtdirektor begründete die geplante Schule mit dem hohen Bedarf an Gesamtschulplätzen. „In Roxel könnten wir mit dem Schulstandort mit einer Folgenutzung dann auch direkt durchstarten“, wird Paal in der Mitteilung des Havixbecker Bürgermeisters zitiert. „Keinesfalls wolle man jedoch bestehende Schulen im Umland gefährden“, stellt Oberbürgermeister Lewe die Position der Stadt dar.

Genau das sehen die umliegenden Städte und Gemeinden im Westen Münster jedoch gegeben, hielt Billerbecks Bürgermeisterin Marion Dirks fest. In erster Linie betroffen sei die Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) mit ihren Standorten in Havixbeck und Billerbeck, die eine Sechszügigkeit erforderten.

„Durch die räumliche Überschneidung der Einzugsgebiete der Schulstandorte Roxel und Havixbeck ist eine Verschiebung der Schülerzahlen zu erwarten, die zulasten der AFG ginge und zugleich auch noch einen Dominoeffekt auf weitere Schulen auslösen könnte“, erläutert Jörn Möltgen die Sorgen des Schulträgers.

Auch für die weiterführenden Schulen in der Gemeinde Senden hätte ein neuer Gesamtschulstandort in unmittelbarer Nähe zu Bösensell negative Auswirkungen, ergänzt Sendens Bürgermeister Sebastian Täger. Wenn ein Standort geschlossen werden müsse, verlängere dies nicht nur die Schulwege im ländlichen Raum, es verschlechtere sich auch die Standortqualität der betroffenen Kommunen.

„Dominoeffekt auf weitere Schulen“

„Deutlich wurde, dass sich die Sorgen der Umlandkommunen nicht auf die Errichtung einer weiteren Gesamtschule an sich beziehen, sondern auf den Standort am äußersten Stadtrand von Münster in direkter Nachbarschaft zur Anne-Frank-Gesamtschule“, so Jörn Möltgen. Daher baten die Bürgermeister den Oberbürgermeister um eine Überprüfung des Standortes für die dritte Gesamtschule und eine mögliche alternative schulische Nutzung des Roxeler Schulcampus, welche die umliegende Schullandschaft nicht gefährde.

Der Konflikte zeige, so war man sich in der Runde einig, dass man in der Schulentwicklungsplanung zukünftig eine intensivere regionale Zusammenarbeit erreichen müsse, um die Interessen von Stadt und Region stärker in Einklang zu bringen. Im konkreten Konfliktfall müsse man jetzt aber zunächst die Entscheidung der Bezirksregierung abwarten.

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