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AFG nimmt an Bildungsprojekt teil

Chancen für zugewanderte Kinder

Havixbeck

Wie kann man zugewanderte Kinder und Jugendliche darin unterstützen, die deutsche Sprache zu erlernen, um dem Schulunterricht besser folgen zu können? Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises, die Uni Münster und die Anne-Frank-Gesamtschule haben einen Plan.

Sie haben den Lehrvertrag unterschrieben: Wiebke Looijen, Lucas Menkhaus (AFG-Referendar) sowie Julia Rendels (1., 2. und 4. v. l.); außerdem im Bild: Karin Rose, DAZ-Koordinatorin der AFG, neben Anja Hölscher vom Kommunalen Integrationszentrum sowie Referendarin Yvonne Geiß (3. v. l.). Foto: Anne-Frank-Gesamtschule

Rashid ist seit etwa drei Jahren in Billerbeck. Zu Hause spricht er Arabisch. Deutsch zu verstehen und aktiv zu gebrauchen ist auch nach dem „Deutsch als Zweitsprache“-Unterricht (DAZ) noch eine Herausforderung. Dennoch möchte der gebürtige Syrer am Klassenunterricht teilnehmen – auch in Deutsch. Damit dies gelingen kann, bekommt der Zwölfjährige, ebenso wie 17 andere Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG), Unterstützung im Rahmen des Mercator-Projektes der Uni Münster und des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Coesfeld. Das berichtet die AFG in einer Pressemitteilung.

Anja Hölscher

„Mit dieser Deutschförderung, zusätzlich zum Regelunterricht, setzen wir uns für gerechtere Bildungschancen ein“, sagt Anja Hölscher, die im KI den Bereich Integration durch Bildung leitet. Neben der Sprachförderung profitierten die Kinder und Jugendlichen davon, eine zusätzliche Bezugsperson zu bekommen, die sie in Kleingruppen, manchmal auch im Einzelunterricht, voll im Blick habe. An der AFG sind es laut DAZ-Koordinatorin Karin Rose im Schnitt drei Schülerinnen beziehungsweise Schüler, die von einer Lehrperson zwei Stunden in der Woche unterrichtet werden. „In einer Klasse mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern wäre eine solch individuelle Betreuung nicht möglich“, sagt Rose.

Intensive Betreuung durch Bezugsperson

Die Förderung gelingt in Kooperation der AFG mit dem KI und der Universität Münster. „Studierende, die dort auch als wissenschaftliche Mitarbeitende tätig sind, nehmen an einem Vorbereitungskurs teil“, so Hölscher. Die Diagnose von Lernständen stehen dort – neben der Didaktik – ebenso auf dem Programm wie das Erstellen von individuellen Förderplänen. „In einer Praxisphase setzen die angehenden Lehrerinnen und Lehrer das Gelernte dann selbstständig um und werden dabei von ihrem Seminar unterstützt.“

Für Yvonne Geiß, die im Studium als Förderlehrerin im Mercator-Projekt mitgearbeitet hat und nun, in ihrem Referendariat an der AFG, zwischen KI und Schule vermittelt, stellt dies eine Win-Win-Situation dar. „Man schnuppert bereits im Studium in die Arbeit von Schule hinein, knüpft wertvolle Kontakte und macht in der Regel viele positive Erfahrungen im individuellen Kontakt mit den Kindern, die sichtbar Fortschritte machen.“

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