Freiwilligendienst in Bolivien

„Das beste Jahr meines Lebens“

Havixbeck

Während ihres Freiwilligendienstes in Bolivien konnte Luisa Finger nicht nur ihr Spanisch verbessern, sondern auch eine andere Kultur mit all ihren Tänzen, Festen und Traditionen kennenlernen. Ende Juli kehrt die Havixbeckerin zurück aus dem südamerikanischen Land.

wn

Während ihres Freiwilligendienstes in Bolivien arbeitet Luisa Finger mit Kindern. Auch die Kultur des Landes lernte sie kennen. Foto: Luisa Finger

Seit gut elf Monaten lebt Luisa Finger im Rahmen ihres internationalen Freiwilligendienstes in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt des südamerikanischen Boliviens. In einem der ärmsten Länder des Kontinentes ist der Anteil der eigenen Bevölkerung sehr groß und es existieren krasse Unterschiede zwischen Arm und Reich, Stadt und Land.

„Schon seit vielen Jahren hatte ich den Plan, nach dem Abi für eine Zeit ins Ausland zu gehen. Ursprünglich ging es mir einfach darum, Spanisch zu sprechen, weil mir die Sprache während meiner Zeit an der Marienschule Münster so viel Spaß gemacht hatte“, berichtet Luisa Finger. Mit erst 17 Jahren sei es aber gar nicht einfach gewesen, eine passende Organisation zu finden. Nach längerer Suche stieß die junge Havixbeckerin im Internet schließlich auf die Homepage von Volunta, einer hessischen Tochterorganisation des DRK. Und so landete sie in Sucre, in einer Wohngemeinschaft mit sieben weiteren Freiwilligen.

„Ich habe in diesem Jahr so unglaublich viel gelernt, wie ich es mir nie hätte vorstellen können“, blickt Luisa Finger auf ihre bisherige Zeit in Bolivien. „Neben einem nun deutlich verbesserten Spanisch durfte ich nicht nur eine andere Kultur mit all ihren Tänzen, Festen und Traditionen kennenlernen, sondern bin auch persönlich sehr gewachsen. Die Arbeit in meiner Einsatzstelle zeigte mir, dass man die Liebe, die man gibt, mindestens in genauso großem Ausmaß zurückbekommt.“

Luisa Finger arbeitet in einer pädiatrischen Abteilung, in der Kinder im Alter bis zu zehn Jahren zu Hause sind. So konnte sie gleich noch eine Menge für die Zukunft lernen, denn vorher hatte sie so gut wie nichts mit Kleinkindern zu tun. „Auch wenn die teilweise sehr starken Behinderungen der Kinder es manchmal schwer machen, eine gute Beschäftigungsmöglichkeit für sie zu finden, denke ich, dass es sie schon freut, wenn jemand für sie da ist, mit ihnen redet und sie liebevoll behandelt. Genau das sehe ich als meine Aufgabe an“, so Luisa Finger.

Ihre Urlaubstage und die Wochenenden nutz die Havixbeckerin, um Bolivien zu erkunden. Acht der neun Departamentos hat sie schon bereist und außerdem das Nachbarland Peru besucht. Landschaftlich und touristisch habe Bolivien sehr viel zu bieten. Zwischen Dschungel und Amazonas im Tiefland und dem höchstgelegenen Salzsee, Regierungssitz und schiffbarem See der Welt in den Anden gebe es eine Menge zu entdecken.

„Ich werde Bolivien unglaublich vermissen. Es war das beste Jahr meines Lebens und ich kann jedem nur raten, die Chance eines Freiwilligendienstes zu nutzen“, zieht Luisa Finger kurz vor Ende ihrer Zeit in Bolivien ein Fazit. „Der baldige Abschied wird mir vor allem deswegen sehr schwerfallen, weil ich nicht weiß, ob und wann ich die Kinder aus meinem Projekt sowie meine neuen Freunde wiedersehen werde – seien es Deutsche oder Bolivianer.“

Ende Juli kehrt die Havixbeckerin zurück nach Deutschland. In Bayreuth wird sie demnächst Jura mit Anteilen von Spanisch studieren. „Wirklich nah an Havixbeck liegt das nicht, aber immerhin sind es weniger als 13 Stunden Flug“, blickt Luisa Finger auf den Beginn des Studiums.

Startseite