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Büro Daldrup „Gärtner von Eden“

„Das ist eine absolut spannende Aufgabe“

Havixbeck

Die „Wiedergeburt eines Palais-Gartens“ ist eine spannende Aufgabe. Und wer diese Aufgabe gut meistert, erhält auch eine Auszeichnung. So wie das Havixbecker Büro Daldrup „Gärtner von Eden“.

Für die Gestaltung der Gartenanlage eines barocken Stadtpalais in Soest ist das Büro Daldrup Gärtner von Eden eine Auszeichnung bekommen. Foto: Tom Bendix

Beim renommierten Wettbewerb „Gärten des Jahres 2022“, den der Callwey-Verlag in Zusammenarbeit mit Fachverbänden auslobt, hat das Havixbecker Büro Daldrup „Gärtner von Eden“ mit seinem Projekt „Wiedergeburt eines Palais-Gartens“ eine Auszeichnung erhalten. Mitten in der Altstadt von Soest liegt ein barockes Palais aus dem frühen 18. Jahrhundert im Stile des schlichten westfälischen Barocks. Zwei Jahre lang wurde das historische Gebäude aufwendig saniert. Nun benötigte auch der verwilderte Garten eine angemessene Gestaltung, damit die Außenanlage dem herrschaftlichen Wohnhaus wieder einen würdigen grünen Rahmen verleiht.

„Einen Garten für ein Anwesen mit einer solch weitreichenden Geschichte zu gestalten, ist absolut spannend“, erzählt Marlene Daldrup. Zunächst machten sie und Michael Daldrup eine Bestandsaufnahme – mit dem Ergebnis, dass bis auf den schönen alten Gehölzbestand an der Grundstücksgrenze kaum erhaltenswerte historische Substanz vorhanden war. Ebenso wenig fanden sich alte Gartenpläne. Doch die Entstehungszeit des Palais ließ den Rückschluss zu, dass der Garten wahrscheinlich einmal eine axiale Gliederung aufwies. „Es gab wohl auch einen klassischen Mittelweg und einen geschwungenen Rundweg, der durch die Pflanzung führte“, berichtet Marlene Daldrup.

Um diesen Charakter wiederzubeleben, teilten die Gartenplaner die Fläche symmetrisch auf. „Die Bepflanzung des vorderen Gartens wirkt trotz der klaren Form nicht zu starr, da die Symmetrie durch Gemüsebeete und Obstgehölze bewusst aufgelockert und unterbrochen wird“, erklärt Michael Daldrup.

Im rückwärtigen Garten wird der geschwungene Rundweg als historisches Element wieder aufgenommen. Bewährte Stauden wie Storchschnabel, Katzenminze, Sedum und viele bodendeckende Stauden begrünen die Flächen entlang des Weges. Gepflanzt wurden auch Solitäre wie Tulpenbäume, Japanischer Schnurbaum und eine knorrige alte Birne.

Der gesamte Bericht über das Projekt der Gärtner von Eden ist in die Dokumentation zum Wettbewerb, aus der hier zitiert wurde, aufgenommen worden.

Dieter Kosslick/Konstanze Neubauer: Gärten des Jahres – Die 50 besten Privatgärten 2022,. Callwey Verlag 2022; 320 Seiten, über 350 Abbildungen und Pläne, 59,95 Euro, ISBN 978-3-7667-2555-4

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