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40 Jahre Jugendorchester

Das „Phänomen Havixbeck“

Havixbeck

Der Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Jugendorchesters war ein Konzerterlebnis der Extraklasse. Und es war eine Veranstaltung, bei der die Musiker viel Lob ernten durften.

Dieter Klein

Dass das Havixbecker Jugendorchester den feierlichen Rahmen zum eigenen Jubiläum musikalisch selbst gestalten würde – das lag auf der Hand. Und so wurde der Festakt vor der Musikschule am Freitagabend für die vielen Gäste zu einem Konzertabend der Extraklasse. Sodass selbst Festrednerin Heike Herold, Referatsleiterin für Kulturförderung und Kulturpartnerschaften des LWL und gleichzeitig Geschäftsführerin der LWL-Kulturstiftung, erst einmal tief durchatmen musste: „Jetzt ist mir vieles klar. So langsam verstehe ich das Phänomen Havixbeck.“

Zuvor hatte Detlev Rupieper, Vorsitzender des Jugendorchesters, die Gäste und die Gastorchester aus Hohenstein­-Ernst­tahl und dem niederländischen Kerkrade begrüßt und nicht zuletzt dann auch „den Visionär, der für 40 Jahre Musikgenuss verantwortlich zeichnet, den Gründer des Orchesters und der Musikschule: Günther Mertens“.

Mit wenigen Sätzen skizzierte Rupieper, „dass wir in den vergangenen Jahrzehnten – mit ein wenig Glück dabei – alles richtig gemacht haben müssen. Denn das Orchester hat seinen Platz in der Kulturlandschaft in Deutschland gefunden und ist 2012 mit dem Gewinn des Deutschen Orchesterwettbewerbs auf einem Höhepunkt angekommen.“

Zurzeit zählt der Verein „Jugendorchester Havixbeck“ mehr als 1300 Mitglieder (80 Prozent davon aus Havixbeck), darunter knapp 800 Schüler, 65 Dozenten und rund 50 Fördermitglieder.

Bürgermeister Klaus Gromöller schwärmte: „Auch ich war vier Jahre lang Vorstand des Vereins. Ich habe tolle Menschen hier und gleichzeitig den unkomplizierten Umgang zwischen Vorstand und Orchestern kennengelernt. Heute habe ich die Straßenseite gewechselt und sitze tagsüber gegenüber im Rathaus.“ Er schmunzelte: „Oft genug bekomme ich die Anfänge allen musikalischen Tuns mit. Da wird schon mal die Titanic-Filmmelodie so schräg gespielt, dass man die Tragik des Untergangs hautnah spüren kann.“

Gromöller dankte den Dirigenten Bernd Schwertheim, Norbert Fabritius und Rainer Becker, „die seit vielen Jahren hervorragende Arbeit leisten“. Sein besonderer Dank galt dann Günter Mertens, „der für die Havixbecker Musikszene die gleiche Bedeutung hat, wie Bill Gates für die Software-Industrie.“ Für die Gemeinde sei das Jugendorchester ein „erstklassiger Werbeträger im In- und Ausland“.

In einer frischen Festrede würdigte auch LWL-Referatsleiterin Heike Herold Bedeutung wie Qualität des Jugendorchesters. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass der lebendige Klangkörper Orchester sich ständig bewegt und verändert. Die jungen Leute ziehen ab, studieren anderswo. Nachwuchs muss integriert werden. Und doch spielt das Jugendorchester dauerhaft auf hohem Niveau. Nur wer Authentizität, Professionalität, Qualität, Wandelbarkeit und Mobilität mitbringt, wird im hoch qualifizierten Feld kultureller Einrichtungen und Initiativen wirklich wahrgenommen.“

Heike Herold machte auf ein weiteres, sehr viel jüngeres Kulturprojekt aufmerksam: die Annette von Droste-von-Hülshoff-Stiftung.“ Die könne davon profitieren, dass ein Höchststufen-Jugendorchester in unmittelbarer Nachbarschaft agiert. „Eine erste Zusammenarbeit wird es im Rahmen des ‚Tags der Gärten und Parks‘ am 14. und 15. Juni auf Burg Hülshoff geben. Verschiedene Ensembles des Jugendorchesters werden das geplante ‚Dinner in Weiß‘ im Park musikalisch begleiten.“

Mit wenigen Worten dankte Georg Mertens, Vorsitzender des Havixbecker Blasorchesters, allen Verantwortlichen und jungen Musikern. „Für Euch steht die Tür zum Blasorchester immer weit offen. Wenn Ihr für die Jugendorchester zu alt seid, kommt zu uns.“

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