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Gastschülerin Ignacia Flores fühlt sich in Havixbeck wohl

„Deutsche sind sympathisch“

Havixbeck

Ignacia Flores aus Chile hat sich in Havixbeck gut eingelebt. „Am Anfang war es schwierig, die Jugendlichen zu verstehen. Aber nun kenne ich mich in der Jugendsprache gut aus.“

Ignacia Flores (r.) fühlt sich an der Anne-Frank-Gesamtschule willkommen. Eine große Hilfe sei ihre Mitschülerin Helen Lefert, erzählt die junge Chilenin. Foto: AFG

„Bevor ich nach Havixbeck kam, hatte ich Angst, dass ich vielleicht keine Freunde finden könnte“, erzählt Ignacia Flores. „Aber zum Glück sind hier alle nett und sympathisch.“ Die 18-Jährige besucht für drei Monate die 10.1 der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG), eine Zeit, in der in ihrer Heimat Chile Sommerferien sind.

Der Unterricht sei ganz ähnlich dem in Santiago, denn Ignacia besucht dort eine deutsche Schule. Schon im Kindergarten habe sie Deutsch gelernt. Der Schule wegen zog sie vom Dorf in die Stadt. „Meiner Mutter ist Bildung wichtig“, erklärt die junge Frau. In Deutschland möchte sie nun ihre Sprachkenntnisse verbessern, berichtet die AFG in einer Pressemitteilung.

Sprache der Jugend

„Am Anfang war es schwierig, die Jugendlichen zu verstehen, sie haben alle viel schneller gesprochen als zu Hause in der Schule, und sie verwenden Ausdrücke, die ich vorher nicht kannte. Aber nun kenne ich mich in der Jugendsprache gut aus“, lacht sie. Eine große Hilfe sei ihre Mitschülerin Helen Lefert, mit der sie nur Deutsch spricht, denn Spanisch wird an der AFG erst in der Oberstufe unterrichtet.

Deutsche haben viele Regeln

Wenn man Ignacia nach Unterschieden zwischen Deutschen und Chilenen fragt, muss sie nicht lange nachdenken: „Deutsche sind sehr ordentlich und haben viele Regeln. In Chile haben wir auch Regeln, aber es hält sich selten jemand daran“, gibt sie schmunzelnd zu. Bemerkenswert sei auch, dass es hier so viele Radfahrerinnen und Radfahrer gibt. Und dass häufig Brot gegessen wird. „Ich dachte eigentlich, wir Chilenen essen viel Brot. Aber das ist nichts im Vergleich zu Deutschland.“

Gastschwester Helen freut sich, dass Ignacia bei ihr wohnt. Lustige Rituale habe sie kennengelernt, vor allem an Silvester. „Wenn wir uns wünschen, im neuen Jahr einen Freund zu finden, krabbeln wir unter den Tisch“, erzählt Ignacia. „Und wer gerne verreisen möchte, geht Silvester mit seinem Koffer auf die Straße.“

Für Ignacia ist klar, dass sie im Februar zurückfliegen wird und dass sie bald zurückkommen wird. „Nach der Schule möchte ich Medizin studieren, am liebsten in Heidelberg oder Münster.“

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