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20 Jahre Tansania-Hilfe Hohenholte

Die Arbeit geht weiter

Hohenholte

Seit 20 Jahren setzt sich die Tansania-Hilfe der Pfarrgemeinde St. Dionysius und St. Georg für Menschen am Fuße des Kilimandscharo ein. Etliche Projekte konnten mit der Hilfe von Spendengeldern aus Hohenholte und Havixbeck bereits umgesetzt werden.

Von und

Der Ki­li­ma­nd­scha­ro ist mit 5 895 Metern der höchste Berg Afrikas. Im Vordergrund ist das Priesterseminar in Kibosho zu sehen, zu dem die Tansania-Hilfe Hohenholte gute Kontakte unterhält. Foto: Tansania-Hilfe Hohenholte

Zwei Jahrzehnte für die gute Sache in Afrika. Es ist ein stolzes Jubiläum, auf das die Tansania-Hilfe der Pfarrgemeinde St. Dionysius und St. Georg in diesem Jahr zurückblicken darf. Groß gefeiert wurde aus den offensichtlichen Gründen nicht. Aber zumindest ist der Kontakt trotz der Corona-Pandemie nicht abgebrochen, auch wenn persönliche Besuche zuletzt nicht möglich waren.

Die Beziehung von Hohenholte nach Tansania reicht sogar noch viel weiter zurück als nur 20 Jahre – bis in das Jahr 1967. Damals lernte der Pfarrer von St. Georg Hohenholte, Anton Altfeld (1911 bis 1999) den Theologie-Studenten Alfonso Ndekimo aus Tansania kennen, der während seines Studiums auch nach Hohenholte kam. Pfarrer Altfeld unterstützte dann sein ganzes weiteres Leben lang Pater Alfonso, unter anderem mit dem Verkauf des Honigs, den die Bienen des Pfarrers produzierten.

Besuch am Fuß des Kilimandscharo

Bei einem Besuch von Pater Alfonso in Hohenholte nach Altfelds Tod arrangierte dessen Haushälterin dann ein Treffen mit Stefan und Maria Außendorf sowie Heinz und Bärbel Tigger, da sich diese sehr für Pater Alfonsos Arbeit interessierten. Auf die Frage von Heinz Tigger, ob er in Afrika helfen könne, antwortete Pater Alfonso dann vielsagend: „Kommt erst mal und seht unser Land.“ So kam es, das diese vier Personen im September 2001 das erste Mal in Afrika waren und Pater Alfonso besuchten, der damals Leiter des Priesterseminars in Kibosho war. „Dies war der eigentliche Beginn der Tansania-Hilfe in ihrer heutigen Form“, so rückblickend Manuel Lachmann. Denn in unmittelbarer Nähe am Kibosho-Hospital war der Aktionskreis Ostafrika mit Helfern und einem Gästehaus präsent. Das Hospital wiederum wird getragen von der Pfarrgemeinde in Kibosho. „Erst die durch den Aktionskreis vorgehaltene Entwicklungshilfeinfrastruktur wie Fahrzeuge, Werkzeuge, Kontakte und örtliche Handwerker ermöglicht unser Arbeiten vor Ort“, so Hendrik Tigger. Wichtig sei auch die Verbindung zur Pfarrgemeinde. „So ist es ja auch letztendlich eine Zusammenarbeit von Pfarrgemeinde zu Pfarrgemeinde.“

Mehrere Projekte für Kinder und Jugendliche hat die Tansania-Hilfe in den vergangenen 20 Jahren realisiert. Foto: Tansania-Hilfe

Pater Alfonso wirkt auch heute noch als emeritierter Pfarrer in vielen Gemeinden der Diözese Moshi am Fuße des Kilimandscharo. Wann immer möglich, wird ein Treffen mit Pater Alfonso in Moshi oder Kibosho ermöglicht.

Handwerkliche und soziale Projekte

Heute ist die Tansania-Hilfe eine Gruppe, die sich unter dem Dach der Katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg für die Menschen in Tansania einsetzt. In dem ostafrikanischen Land unterstützt sie notwendige Projekte, wobei jeder seine eigenen Fähigkeiten im organisatorischen, handwerklichen oder sozialen Bereich einbringt.

Unter anderem war die Tansania-Hilfe in folgenden Projekten engagiert:

Unterstützung beim Bau der Kindergärten in Mola und Kirua (2002 bis 2007)

Bau eines Schwesternwohnheimes in Uru West (2009 bis 2012)

Neubau und Betrieb des St.-George-Kindergartens in Singa Juu für 60 Kinder (2015) inklusive der Finanzierung der Ausbildung der Erzieherinnen. Mit diesem Kindergarten unterhält der Kindergarten in St. Georg Hohenholte seitdem einen regelmäßigen Austausch.

Spendengelder flossen in Wasserprojekte

Seit 2016 bis heute liegt ein Schwerpunkt der Arbeiten im Gebiet von Kambi ya Chokaa in der Massaisteppe „Hierher sind im Zeitraum 2017 bis 2021 rund 95 000 Euro an Spendengeldern geflossen“, so Bärbel Tigger. Damit wurden das Wasserprojekt I und II, der Bau des Lehrerhauses und der Schulküche und ganz aktuell des Toilettenhauses gefördert. Dazu kommen immer wieder kleinere Projekte im sozialen, medizinischen und im Bildungsbereich, wie zum Beispiel handwerkliche Ausbildungen. Bei den Einsätzen vor Ort – aber auch sonst – wird entschieden, ob und wie Familien, die sich durch Armut und Krankheiten (zum Beispiel Aids) in schwierigen Situationen befinden, mit der Zahlung von Schulgeld oder Ausbildungsunterstützung kurzfristig geholfen werden kann.

Das Toilettengebäude in Kambi ya Chokaa wird eifrig benutzt. Foto: Tansania-Hilfe

Die Tansania-Hilfe will gemeinsam mit den Menschen vor Ort nach Wegen aus Armut, Bildungs- und Versorgungsnöten suchen und die Gesundheitsversorgung verbessern. Sie will den Menschen und besonders den Kindern und Jugendlichen helfen, indem sie ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten verschafft. Denn Bildung ist das Fundament eines besseren Lebens. Die Arbeit mit den Menschen in Tansania berücksichtigt deren Tradition, Sprache und Kultur und beruht auf Respekt und Verständnis für die Lebensgewohnheiten, sodass die Arbeit und Unterstützung seit vielen Jahren Früchte trägt, schreibt die Tansania-Hilfe. Die bespricht und plant mit den Verantwortlichen vor Ort, welche Prioritäten bei der Realisierung der Projekte gesetzt werden sollen. Dabei legt sie großen Wert auf eine kontinuierliche Arbeit und einen erfolgreichen Abschluss der Vorhaben.

Bei handwerklichen Arbeiten werden die Einheimischen selbst tätig oder gegebenenfalls mit eingebunden. Die Projekte werden langfristig betreut und kontrolliert.

Spendengelder hat die Tansania-Hilfe unter anderem für das Wasserprojekt II eingesetzt. Foto: Hilda Kimath

„Durch Corona wurde unsere Hilfe stark verändert“ sagt Heinz Tigger. Statt persönlich vor Ort aktiv zu werden, bedient sich die Tansania-Hilfe nun der neuen Medien. So werden Pläne in Videokonferenzen besprochen und der Austausch von Fotos erfolgt via WhatsApp. „Wir müssen – und wollen aber auch – die Verantwortung für die Projekte jetzt mehr in die Hand der Einheimischen geben“, so Tigger weiter. Der erfolgreiche Abschluss der Projekte Schulküche und Toilettengebäude in den letzten anderthalb Jahren sei der Beweis, dass es funktioniert. Auch haben die Mitglieder der Tansania-Hilfe aus Vorsichtsgründen den persönlichen Kontakt zu vielen Spendern vorübergehend reduziert, was sich nach vorläufigen Zahlen für 2021 auch auf die Spendenhöhe niederschlagen wird.

Zurzeit beschäftigt sich die Tansania-Hilfe mit der anstehenden grundlegenden Sanierung eines Kindergartens in der Nähe von Kibosho. Dieser wurde seit vielen Jahren nicht instandgesetzt. Er wird aber für die frühkindliche Bildung dringend benötigt. Sobald es Corona wieder zulässt, will sich die Tansania-Hilfe vor Ort ein Bild von den anstehenden Arbeiten machen.

Spendenkonto der Tansania-Hilfe

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