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Kanzlersouffleuse

„Die macht das noch mal“

Havixbeck

Die Kabarettistin und Kanzlersouffleuse Simone Solga gibt am 18. März ihr erstes Gastspiel in Havixbeck im Rahmen der Kulturreihe der Anne-Frank-Gesamtschule.

wn

Die Kabarettistin Simone Solga ist zuversichtlich, dass sie nach der Bundestagswahl im September weiterhin als Souffleuse von Kanzlerin Merkel gefragt ist. Foto: Melanie Grande

Mit ihrem Programm „Im Auftrag der Kanzlerin“ steht Simone Solga am 18. März (Samstag) um 20 Uhr auf der Bühne im Forum der Anne-Frank-Gesamtschule. Es ist das erste Gastspiel der Kabarettistin in Havixbeck. Im Interview mit unserer Zeitung sprach die „Kanzlersouffleuse“ über die besonderen Herausforderungen im Jahr der Bundestagswahl.

Frau Solga, seit wann sind Sie im Auftrag der Kanzlerin unterwegs und wie kamen Sie überhaupt auf die Idee?

Simone Solga: Merkel hatte sich einst bei mir beworben und bei einem Gespräch unter zwei Augen Betätigungsmöglichkeiten unter einer großen Koalition angeboten. Sie bat mich, ihre Kanzlersouffleuse zu werden. Die braucht sie auch! Denn Merkel spricht meistens phrasenweise beeindruckend inhaltslos. Seit Jahren mühe ich mich nun, ihr bessere Texte einzuflüstern. Umsonst. Neulich, als wir bei der Eröffnung der Elbphilharmonie waren, da hab ich´s ihr dann direkt mal gesagt. Ich sag: „Frau Merkel, ich versuche seit Jahren, Sie zu spielen wie ein Instrument, wie eine Stradivari. Aber Sie bleiben eine Bratsche.“

Wie leicht oder schwierig ist es, die Kanzlerin seit 2015 beziehungsweise seit ihrer umstrittenen Flüchtlingspolitik aufs Korn zu nehmen?

Simone Solga: Mir fällt es nicht schwer. Bei aller Sympathie und Zustimmung für ihre Entscheidung im September 2015 (Stichwort „Ungarn“) hat sie danach in meinen Augen keine gute Flüchtlingspolitik betrieben und ziemlich versagt.

Hatten Sie schon mal persönlich Kontakt mit Angela Merkel?

Simone Solga: Siehe Punkt 1, ansonsten, wenn Sie das nicht glauben wollen: Nein. Schade aber. Sie sollte den Kontakt zu mir suchen.

Sie haben sicher Frau Merkel schon etwas zu dem neuen SPD-Messias, Martin Schulz, zugeflüstert. Verraten Sie uns das?

Simone Solga: Frau Merkel muss Herrn Schulz nicht fürchten. Die Welle ist bald vorbei. Man hat jetzt schon rausgefunden, dass sein Chipsatz auf dem Mainboard fehlerhaft ist und sich das Netzteil überhitzt hat.

Westfalen und besonders die Münsterländer sind sehr humorvoll. Sie zeigen es aber nicht immer offen. Wie werden Sie es schaffen, dass sich in Havixbeck die Leute auf die Schenkel klopfen?

Simone Solga: Keine Ahnung. Vielleicht klopfen sie sich dann später zu Hause auf die Schenkel. Dann haben sie es mir zwar nicht gezeigt, aber wohl doch einen schönen Abend gehabt. Wär‘ ja auch was. Aber ich bin sicher, sie werden beschwingt heimgehen.

Sind Sie vor allem Beobachterin des politischen Geschehens oder waren/sind Sie auch selbst politisch beziehungsweise für Dinge mit politischen Hintergrund aktiv?

Simone Solga: Das stimmt. Ich bin Beobachterin. Damit hab ich genug zu tun, um mein Programm am Laufen zu halten. Wenn ich aber sehe, dass der Buchhändler Martin Schulz es zum Kanzlerkandidaten bringt, dann hab ich ja als ehemalige Buchhändlerin noch Chancen . . .

Glauben Sie, dass Angela Merkel nochmals Bundeskanzlerin wird? Und falls nicht: Wer wäre ihre nächste Kandidatin fürs Kabarett?

Simone Solga: Martin Schulz wird ihr wohl hoffentlich nicht gefährlich. Die macht das noch mal. Ich hatte ihr jedoch abgeraten. Sie ist Physikerin. Ein Physiker kann alles erklären, aber nix reparieren.

Zum Thema

Karten für den Kabarettabend mit Simone Solga gibt es für 20 Euro im Sekretariat der Anne-Frank-Gesamtschule, ' 0 25 07/ 37 77, und bei Bücher Janning. Schüler zahlen 12 Euro. Sollten an der Abendkasse noch Karten zu kaufen sein, kosten diese 23 Euro.

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