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Nachtwanderung zur Probe für den Baumberger Marsch

Eigene Grenzen austesten

Havixbeck/Billerbeck

Gute Stimmung, Begeisterung über eine tolle Wanderung in der Dunkelheit: Der Probelauf für den Baumberger Marsch war ein voller Erfolg. Und eine Wiederholung wird gewünscht.

Von Stephanie Sieme

Nächtlicher Ausblick von der Bruder-Klaus-Kapelle aus: Dort haben die Wanderer einen kurzen Stopp eingelegt und den Blick in die Ferne schweifen lassen. Foto: Rene Landvoigt

Ein Blick nach oben. Die Sterne strahlen am Firmament. Auch der Mond leuchtet in voller Pracht. Schritt für Schritt geht es durch die Dunkelheit. Nur Stirn- und Taschenlampen leuchten den Weg punktuell aus. Es sind unzählige Lichtpunkte in der Nacht. „Das sieht aus wie früher bei den Martinsumzügen“, sagt eine Frau, während sie einen Blick auf die Gruppe hinter sich wirft.

49 Wanderer sind strammen Schrittes unterwegs und unternehmen eine Nachtwanderung – eine 18 Kilometer lange Tour, die auch zur Vorbereitung auf den Baumberger Marsch dient. Rene Landvoigt, Matthias Rosenbaum, Marco Lennertz und Bernd Kösters führen die Truppe durchs Gelände. Es geht durch Havixbecker Wohngebiete und dann geradewegs mitten in die Natur – den Hügel hoch zur Bruder-Klaus-Kapelle mit einem atemberaubenden Ausblick auf beleuchtete Häuser und Industrieanlagen. Schnappschüsse werden gemacht. Blicke schweifen in die Ferne – bis zu den rot blinkenden Windrädern bei Altenberge.

Es geht durch die Wälder der Baumberge. Und die machen ihrem Namen alle Ehre – da kommt der ein oder andere schon mal ins Schwitzen oder ist kurzzeitig aus der Puste. Über umgestürzte Bäume muss geklettert werden – ein kleiner Abenteuer-Parcours inklusive. „Das war im Preis mit inbegriffen“, scherzt einer der Wanderer. Die Stimmung ist gut, aufeinander wird aufgepasst. „Vorsicht, Ast!“ Es geht durch Lasbeck, Poppenbeck, über die Beerlage und Gennerich.

Kurz vor dem Start: Alle 49 Teilnehmenden sind motiviert und freuen sich auf eine Wanderung durch die Dunkelheit. Foto: Stephanie Sieme

Unter die Wanderer haben sich auch die beiden Schwägerinnen Kerstin aus Nottuln und Janett aus Münster gemischt. Ihr erster Probelauf für den Baumberger Marsch, an dem sie teilnehmen möchten und bei dem im Juni 41,27 Kilometer unter die Sohle genommen werden. „Grenzen austesten. Die Erfahrung machen, sich selbst überwinden und etwas schaffen, was man noch nie geschafft hat. Über sich hinauswachsen“, nennt Kerstin die Gründe, warum sie sich für die Langstreckenwanderung angemeldet hat. Überredet hat sie dann ihre Schwägerin, auch mitzulaufen.

Während der Nachtwanderung reden die Wanderer über Gott und die Welt – über die Pandemie, die Ukraine, Kirche, Politik, das Tempo, den geplanten Urlaub. Dabei weht ab und zu ein frischer Wind um die Nase. Und die ganze Zeit ist über einem das Sternenzelt. In der Nähe von Haus Stapel ist eine Ente lautstark quakend zu hören. Unter den Füßen knacken die Äste, raschelt das Laub. Einer der Teilnehmenden hat sogar seinen kleinen, schwarzen Hund mit dabei. Und auch der schlägt sich trotz seiner kurzen Beinchen wacker. In den eigenen Beinen sind die Kilometer durchaus zu spüren. Und auf den letzten wird das Tempo noch einmal angezogen. Puh!

Baumberger Marsch

„Voll cool – ein total schönes Erlebnis“, sagt Kerstin. Sie sei zwar schon viel gewandert, aber so eine Nachtwanderung habe sie noch nie mitgemacht. Das Tempo habe es in sich gehabt. „Daran muss ich noch arbeiten“, so die Nottulnerin. Die Strecke sei sehr abwechslungsreich gewesen. „Man konnte auch gut abschalten“, findet Janett. Nun heißt es für die beiden trainieren, trainieren, trainieren. „Wir freuen uns schon auf den Marsch, aber wir haben auch Respekt“, sagt Janett.

Auch das Orgateam zieht ein positives Fazit. Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten die Strecke stellenweise zwar gekannt, jedoch nun ganz anders wahrgenommen, so Bernd Kösters. Aufgrund der Nachfrage sei vorstellbar, so etwas noch einmal durchzuführen. Im Mai soll der nächste Probemarsch stattfinden – dann in Rosendahl.

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