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Fotografie fasziniert zwei Havixbecker

Ein pandemietaugliches Hobby

Havixbeck

Rita Fortmeier und Jürgen Sprengart haben ein Hobby, das sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie gut ausüben lässt. Mit ihrer Fotokamera sind die beiden Mitglieder des Foto-Treffs Baumberge aus Havixbeck gerne und oft in der Natur unterwegs.

Kerstin Adass

Am Schlautbach lichtete Hobbyfotograf Jürgen Sprengart diesen Eisvogel ab. Foto: Jürgen Sprengart

Manche Menschen haben bei der Wahl ihrer Hobbys mehr Glück gehabt als andere – so jedenfalls scheint es im Moment. Rita Fortmeier und Jürgen Sprengart gehören zu den Glücklichen, die einer pandemietauglichen Freizeitbeschäftigung nachgehen können. Die beiden Havixbecker sind zurzeit oft mit ihren Kameras in der Natur anzutreffen. „Fotografie ist in Corona-Zeiten schon eine tolle Sache“, nickt Jürgen Sprengart mit einem Blick auf seine Kameratasche.

Normalerweise treffen sich Rita Fortmeier und Jürgen Sprengart einmal im Monat mit anderen Fotografen aus der Region in einem Café in Billerbeck. Dort tauschen sich die Mitglieder des Foto-Treffs Baumberge über Kameras aus, stellen ihre Bilder vor und teilen Geheimtipps untereinander. Zudem wird in jedem Quartal ein Thema festgelegt, zu dem die 14 Mitglieder jeweils bis zu drei Fotos beitragen. Aus den Ergebnissen sind über die Jahre schon mehrere Ausstellungen entstanden.

Rita Fortmeier fotografiert seit Mitte der 1980er-Jahre regelmäßig. Foto: Fortmeier

Jürgen Sprengart ist als eines der Gründungsmitglieder bereits seit 2015 dabei. Als frisch gebackener Rentner kann er nun das Wissen zum Einsatz bringen, das er durch Fotokurse erworben hat. Die Arbeit der anderen Fotografen schätzt er sehr: „Jeder hat einen anderen Blickwinkel, jeder fotografiert anders. Da kann man einiges dazulernen.“ Momentan ist dieser Austausch allerdings eingeschränkt und findet nur als Videokonferenz statt. Als Übergangslösung sei das in Ordnung, erklärt Jürgen Sprengart, aber es bestehe noch Luft nach oben.

Auch Rita Fortmeier wird durch den Foto-Treff Baumberge immer wieder neu inspiriert. „Manchmal sieht man ein Bild und denkt: Wow, das hätte ich nie so fotografiert. Das ist wirklich toll“, schwärmt sie. Ihre Leidenschaft für Fotografie und Malen hat die Havixbeckerin von ihrem verstorbenen Vater geerbt und an ihre älteste Tochter weitergegeben. Sie lächelt und bemerkt: „Das scheint ein Gen bei uns zu sein.“ Seit Mitte der 80er Jahre fotografiert sie regelmäßig. Auf den Foto-Treff stieß sie jedoch erst vor wenigen Jahren durch eine Ausstellung der Fotografin Anne Berlin im Sandstein-Museum. Nach einer Bewerbung – natürlich in fotografischer Form – wurde Rita Fortmeier 2018 als weiteres Mitglied aufgenommen.

Diesen Sonnenaufgang hielt Rita Fortmeier auf dem Weg zur Arbeit im Foto fest. Foto: Rita Fortmeier

Die beiden Fotografen teilen eine große Leidenschaft für Naturmotive. Egal ob breite Landschaft oder kleine Details am Wegesrand – Hauptsache draußen. „Ich hatte eine Phase, in der ich alle möglichen Moore abgeklappert habe“, erinnert Jürgen Sprengart sich. „Danach hatte ich abends meist sehr matschige Schuhe, aber es machte einfach Spaß.“ Ein besonderes Erlebnis ist für Jürgen Sprengart und Rita Fortmeier auch die Vogelfotografie. Von Eisvögeln bis hin zu schwarzen Schwänen und Adlern haben sie schon einige Arten vor der Linse gehabt. Dazu muss man oft gar nicht die Region verlassen. Sprengarts nächstes Ziel sind die Baumberge: Dort soll es momentan mehrere Uhus geben.

Natürlich darf für gelungene Fotos die passende Ausrüstung nicht fehlen. Jürgen Sprengart ist mit vier verschiedenen Kameras für jede Situation und jedes Motiv bereit. Rita Fortmeier schwört auf ihre Fujifilm-Systemkamera, die sie mit einem alten Canon-Objektiv ihres Vaters bestückt hat. „Ich brauche eine robuste Kamera. Die muss schon etwas aushalten können“, erklärt sie. Die Aufbewahrung der gelungenen Fotos geschieht bei den beiden Fotografen sowohl digital als auch analog.

Jürgen Sprengart ist Mitbegründer des Foto-Treffs Baumberge. Foto: Sprengart

„Ich habe mittlerweile bestimmt 30 volle Festplatten“, lacht Jürgen Sprengart. Die besten Bilder stellt er in Fotoalben zusammen, die sich außerdem sehr gut als Geschenke für diverse Familienmitglieder eignen. Auch Rita Fortmeier setzt nach einem PC-Absturz, bei dem sie viele ihrer Bilder verlor, auf externe Festplatten. Einige Lieblingsmotive teilen sich zuhause im Großformat die Wände mit ihren Gemälden, denn: „Es muss ja alles rein in die Bude!“

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