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AFG und Friedenskreis erinnern an die Reichspogromnacht

Ein Zeichen für Toleranz setzen

Havixbeck

Der Friedenskreis und die Anne-Frank-Gesamtschule erinnerten erneut an das Schicksal der rund sechs Millionen ermordeten Juden, darunter die vierjährige Yvonne Gerson aus Havixbeck. An der Hauptstraße fand eine Gedenkfeier am Jahrestag der Reichspogromnacht statt.

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Musikalisch begleitet von der Sechstklässlerin Anna Zweihaus (5.v.r.) erinnerten Lehrer und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule gemeinsam mit dem Friedenskreis zum Jahrestag der Reichspogromnacht an das Leid der Juden in Havixbeck. Foto: AFG

„Dem Vergessen entreißen“ steht auf der kleinen schwarzen Steele an der Havixbecker Hauptstraße. Die mit drei roten Rosen geschmückte Gedenkstätte erinnert an die Judenverfolgung der Nationalsozialisten, die in der Reichspogromnacht vor 83 Jahren einen dramatischen Anfang nahm und im Holocaust mündete.

Der Friedenskreis unter der Leitung von Dr. Christa Degemann erinnerte nun gemeinsam mit Vertretern der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) erneut an das Schicksal der rund sechs Millionen ermordeten Juden, darunter auch an das der vierjährigen Yvonne Gerson.

Das kleine Mädchen, dessen Vater Fritz am 9. November 1938 die Zerstörung seines Hauses in Havixbeck erleben musste, wuchs in Einsamkeit auf. Als Jüdin durfte sie – so ist es auf der Internetseite des Friedenskreises zu lesen – nicht mit anderen Kindern spielen. Mit vier Jahren wurde die Kleine nach Theresienstadt deportiert, nur zwei Jahre später starb das Kind in den Gaskammern von Auschwitz, heißt es in einer Pressemitteilung der Anne-Frank-Gesamtschule.

Stolpersteine erinnern an Familie Gerson

„Auch heute sind wir längst noch nicht frei von Rassismus und Antisemitismus“, mahnte Svenja Halsband, Schülersprecherin der AFG, die stellvertretend für die Schülerinnen und Schüler an die dunkle Zeit des Nationalsozialismus erinnerte. Damit so etwas nie wieder passiere, putze die Schülervertretung (SV) regelmäßig die Stolpersteine in Havixbeck und Billerbeck, darunter auch die zur Erinnerung an die Familie Gerson. „Sinn ist, darüber zu stolpern, um darauf aufmerksam zu werden.“ Dr. Christa Degemann betonte, wie froh und dankbar sie sei, „dass wir hier generationenübergreifend zusammenstehen“. Die Schülerinnen und Schüler trügen das Vermächtnis von Anne Frank weiter.

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“

Stephan Humpohl, didaktischer Leiter der AFG, erinnerte daran, dass die Schule durch das Engagement der Schülervertretung vor etwa drei Jahren zur „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ wurde. „Dass diese Auszeichnung mehr ist als ein Schild an der Tür, zeigt ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, durch diese Gedenkveranstaltung“, sagte Humpohl. Im Namen der Schulleitung dankte er der Schüler- und Lehrerschaft wie auch dem Friedenskreis, darunter seinem ehemaligen Kollegen Robert Hülsbusch, der Pate für diese Auszeichnung geworden ist. „Damit setzt ihr ein starkes Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft.“

Der Friedenskreis hat eine neue Internetseite. Unter der Adresse www.friedenskreis.de ist unter anderem ein Flyer mit ausführlichen Informationen über jüdisches Leben in Havixbeck zu finden.

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