Sandstein-Museum erhält künstlerischen Nachlass von Julia Koch-Suwelack

Erbschaft war eine Überraschung

Havixbeck

Als Julia Suwelack 1921 in Billerbeck geboren, verheiratet mit dem Physiker Prof. Dr. Julius Koch, lebte die Künstlerin lange Jahre in Dortmund und dann in Havixbeck, wo sie am 30. November 2020 verstarb.

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Eine kleine Auswahl an Werken von Julia Koch-Suwelack zeigt Museumsleiter Dr. Joachim Eichler. In den Händen hält er ein Selbstporträt der im November vergangenen Jahres verstorbenen Künstlerin. Foto: Sandstein-Museum

„Es ist eine große Aufgabe, aber es ist auch eine schöne Aufgabe“, beteuert Dr. Joachim Eichler, Leiter des Baumberger-Sandstein-Museums in Havixbeck. Das Museumsteam ist in diesen Wochen damit befasst, den künstlerischen Nachlass der verstorbenen Künstlerin Julia Koch-Suwelack zu sichten und inventarisieren.

Als Julia Suwelack 1921 in Billerbeck geboren, verheiratet mit dem Physiker Prof. Dr. Julius Koch, lebte die Künstlerin lange Jahre in Dortmund und dann in Havixbeck, wo sie am 30. November 2020 verstarb. „60 bis 70 Jahre war Julia Koch-Suwelack künstlerisch produktiv“, so Dr. Joachim Eichler, der die Grafikerin gut kannte. Mit Gründung des Museums war sie in den Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum eingetreten und blieb dem Museum immer auf vielfältige Weise verbunden.

„Aber die Erbschaft war dann doch eine Überraschung“, erklärt der Museumschef. Denn auf den künstlerischen Nachlass hatte die direkte Verwandtschaft den ersten Zugriff. Was diese nicht wollte, sollte an das Havixbecker Museum gehen. „Ich habe den Eindruck, dass die Verwandten nur einige wenige Bilder genommen haben“, meint Eichler, der bei der betagten Künstlerin oft zu Besuch war und daher wusste, was an den Wänden hing.

„Ich war mir mit der Nachlassverwalterin schnell einig, dass die Sammlung nicht weiter auseinandergerissen werden sollte. Julia Koch-Suwelack war eindeutig eine Baumbergerin und die Sammlung sollte in den Baumbergen bleiben.“ In den Archivschränken, die auch den Weg ins Museum fanden, lagen noch hunderte von ungerahmten Holzschnitten, Linolschnitten, Zeichnungen und Aquarelle. Da sind Porträts, Naturstudien, Reiseimpressionen, die in ihrem Bekanntenkreis wohl bekannten Neujahrsgrüße, aber auch abstrakte Bilder, die um 1970 an der Düsseldorfer Kunstakademie entstanden. Die in Schulbüchern verwendeten Originalzeichnungen finden sich auch. Einen ganzen Koffer füllen Druckplatten für Holz- und Linolschnitte.

„Das ganze Museumsteam ist mit der Inventarisierung der Sammlung befasst“, berichtet der Museumsleiter. Bisher seien 151 Reiseimpressionen und Naturstudien aufgenommen. Aber auch Ausstellungspläne gibt es schon. Eine große Retrospektive ist ins Auge gefasst. Aber schon zum Ende des Jahres wird es eine kleinere Präsentation geben.

1947 erschien ein von Julia Suwelack geschriebenes Märchenbuch, zu dem die Künstlerin eine Reihe von aufwendigen Aquarellen schuf. Diese fanden sich in der Sammlung.

„Das ABC der Baumberge“ ist eine Serie von Farbzeichnungen betitelt. Zu jeder Zeichnung gibt es einen gereimten, meist humorigen Zweizeiler.

Ein Beispiel für den Buchstaben H: „Havixbecks Habicht, ins Wappen gesetzt / hätt´ lieber die Hasen über Stoppeln gehetzt.“

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