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Friedenskreis trifft sich an Gerson-Stele

Erinnerung an die Opfer des Holocaust

Havixbeck

An das Schicksal von Yvonne Gerson sowie an die grausame Verfolgung und vielfache Ermordung jüdischer Mitmenschen erinnerte eine Gedenkveranstaltung an der Gerson-Stele und den Stolpersteinen für die jüdische Familie. Der Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule hatte dazu eingeladen.

-til-

Auf Einladung des Friedenskreises an der Anne-Frank-Gesamtschule wurde gestern an der Gerson-Stele der Opfer des Holocaust gedacht. Foto: Henning Tillmann

„Es macht mich betroffen, wenn ich daran denke, dass es sich um ein sechsjähriges Mädchen handelte, das nur spielen wollte“, sagte Jörn Möltgen. Der Bürgermeister erinnerte mit diesem Satz an das jüngste Havixbecker Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus.

Gemeint war das jüdische Mädchen Yvonne Gerson, die im Alter von vier Jahren deportiert worden war und zwei Jahre später in Auschwitz ermordet wurde. An ihr Schicksal und an die grausame Verfolgung und vielfache Ermordung jüdischer Mitmenschen erinnerte gestern eine Gedenkveranstaltung an der Gerson-Stele und den Stolpersteinen für die jüdische Familie.

Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz

Der Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule hatte dazu anlässlich des 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, eingeladen. 1945 war an diesem Tag die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten. Zudem jährte sich vor einer Woche die Wannsee-Konferenz zum 80. Mal, bei der die Vernichtung der Juden in Europa geplant wurde.

Besondere Verantwortung Deutschlands

Möltgen erinnerte in seiner Begrüßungsrede aber auch daran, wie aktuell das Thema noch heute ist. „Ich habe absolut nichts dagegen, wenn jemand gegen die Impfpflicht demonstriert. Wenn ich aber sehe, dass dieses Thema mit braunem Gedankengut vermischt wird, wird mir schlecht“, sagte er. Der Bürgermeister erinnerte zudem an die besondere Verantwortung, die Deutschland aus der Geschichte trage. Dennoch würden Waffen an über 100 außereuropäische Länder geliefert. „Das finde ich bedenklich.“

Bei dem Treffen an der Gerson-Stele gaben das Gedicht „Auschwitz-Prozess“ von Armin Müller, die „Gedanken zum Eichmann-Prozess“ von Heinrich Böll und zwei musikalische Beiträge von Manfred Wordtmann am Saxofon den Rahmen für das Gedenken.

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