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Infostand „60 Jahre Mauerbau“

Erinnerung an die Toten wachhalten

Havixbeck

Vor 60 Jahren, am 13. August 1961, wurde mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Daran erinnerte Winfried Specker, unterstützt von einigen Mitgliedern des CDU-Gemeindeverbands, mit einem Informationsstand auf dem Havixbecker Wochenmarkt.

Von Klaus de Carné

Initiator Winfried Specker (l.) erinnerte mit einem Plakat und Schriftenstand an die Toten der Berliner Mauer. Unter anderem halfen ihm dabei Heinz Terwort und Matthias Wesselmann (r.). Foto: Klaus de Carné

Für Winfried Specker war es ein besonderes Bedürfnis, auf den Bau der Berliner Mauer vor 60 Jahren, am 13. August 1961, aufmerksam zu machen. Vielmehr noch war es sein Ansinnen, an die zahlreichen Mauertoten aus all den Jahren zu erinnern. Deshalb richtete er am Freitag einen Informationsstand in der Fußgängerzone während der Marktzeit ein. Einige Kollegen vom CDU-Gemeindeverband halfen ihm dabei. Im Vorfeld hatte er sich Materialien besorgt, die sich mit der „Grenze durch Deutschland“ auseinandersetzen.

Zur Zeit des Mauerbaus in Berlin gewesen

„Ich war zu der Zeit selber in Berlin, um meinen Bruder zu besuchen, der sich Berlin als Wohnsitz ausgesucht hatte“, erzählt Specker, der sich seit der Zeit immer mit der geteilten Stadt beschäftigt hat. Später, als Gymnasiallehrer, besuchte er mit seinen Klassen immer wieder in einer bestimmten Klassenstufe Berlin und dabei natürlich auch den Ostteil. „Wer keine familiären Bindungen nach dort hatte, wusste gar nicht, was da gespielt wurde. Die Schulfahrten wurden bezuschusst und waren dadurch schon interessant“, erzählte Specker aus seiner aktiven Lehrerzeit.

Schüsse in der Nähe des Checkpoints Charlie

Für den Stand hatte er extra ein Transparent anfertigen lassen, auf dem ein Foto von Peter Fechter abgebildet ist, der wohl einer der bekanntesten Mauertoten in den Jahren wurde. Am 17. August 1962 versuchte der 18-jährige Fechter zusammen mit seinem 18-jährigen Freund und Arbeitskollegen Helmut Kulbeik die Mauer in der Zimmerstraße in unmittelbarer Nähe des Checkpoints Charlie zu überklettern.

Während Kulbeik dies gelang, wurde Fechter vor den Augen etlicher Zeugen noch auf der Mauer ohne Vorwarnung von mehreren Schüssen getroffen. „Er fiel zurück auf Ost-Berliner Gebiet und blieb bewegungsunfähig stundenlang im Todesstreifen liegen. Keiner kam ihm zu Hilfe – er verblutete“, erzählt Winfried Specker immer noch tief berührt davon, was in der DDR möglich war. 28 Jahre lang „blutete die Wunde aus Beton“ in Berlin, brachte die Mauer durch Deutschland Tod und Leid. Vor 60 Jahren erbaut durch die DDR-Staatspartei SED, 1989 zerstört durch die Kraft einer friedlichen Revolution. Inzwischen ist die Mauer länger gefallen als sie stand.

Gespräche über den 13. August 1961

„Wir haben mit etlichen Havixbeckern am Stand gesprochen, die nicht immer sofort wussten, welch ein besonderer Tag war, aber genauso viele konnten über eine kleine Erinnerung aus der Zeit berichten“, erzählt Winfried Specker, dem es gelungen ist, diese Zeit wieder in Erinnerung zu rufen.

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