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Pflanzaktion zur Europawoche

Erst wachsen, dann ernten

Havixbeck

Der Bürgermeister kam etwas zu spät, aber er war passend angezogen. Frankreich stand am Samstag im Mittelpunkt einer Aktion zur Europawoche.

Von Kerstin Adass

Die Kommission für Städtepartnerschaft Bellegarde – Havixbeck hat anlässlich der Europawoche ein Hochbeet am Rathaus bepflanzt. Darüber freuen sich (v.l.): Peter Baumgartner, Cäcilia Gudorf-Brocks, Edgar Tumbrink, Henrike Wevering, Bürgermeister Jörn Möltgen und Dieter Terschluse. Foto: Kerstin Adass

Im Rahmen der Europawoche 2021 hat Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales in Nordrhein-Westfalen, an die Eigeninitiative der Kommunen appelliert. Unter dem Motto „Europa solidarischer machen, Europa digitaler machen, Europa grüner machen“ konnten Gemeinden im ganzen Bundesland auf eigene Weise den europäischen Zusammenhalt stärken.

So entstand im Kreis Coesfeld das Projekt „Zusammenwachsen in Europa“. An der grenzüberschreitenden Pflanzaktion beteiligten sich neben den Partnerstädten Havixbeck und Bellegarde noch zwei weitere Kommunen mit ihren jeweiligen Partnerstädten. Am Samstagmorgen weihte Bürgermeister Jörn Möltgen zusammen mit der Kommission für Städtepartnerschaft ein neues Hochbeet ein. Das Beet auf dem Willi-Richter-Platz soll ein Symbol für die deutsch-französische Freundschaft sein. Aus diesem Grund pflanzten die Havixbecker Rosmarin, Lavendel und Thymian als typisch französische Kräuter, während ein Beet in Bellegarde zur gleichen Zeit mit deutschen Pflanzen bestückt wurde.

Zeitgleiche Aktionen in Bellegarde und Havixbeck

Der Bürgermeister hatte sich das Thema besonders zu Herzen genommen und seine Kleidung auf die Farben der französischen Flagge abgestimmt. Als er aufgrund einer Fahrradpanne leicht verspätet am Rathaus eintraf, verkündete er mit einer Geste zu blauer Jeans, weißem Hemd und roter Weste: „Dafür bin ich heute passend angezogen!“

Die Kommission für Städtepartnerschaft blickte wehmütig auf frühere Treffen mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Bellegarde, aber auch vorsichtig optimistisch in die Zukunft. „Wir hoffen inständig, dass Ende Oktober wieder ein gemeinsames Treffen in Havixbeck stattfinden kann“, meinte Cäcilia Gudorf-Brocks. Die Kommissionsvorsitzende telefoniert wöchentlich mit ihren Freunden in Bellegarde. „Das Aufrechterhalten von Freundschaften ist nicht so schwierig, wenn man sich schon über zehn Jahre kennt“, sagte sie. Für jüngere Menschen, so Gudorf-Brocks, haben die Einschränkungen stärkere Auswirkungen: „Den Kindern und Jugendlichen fehlen neue Kontakte, die sie sonst zum Beispiel beim Austausch mit Bellegarde schließen können.“

Kontakte fehlen vor allem den Jugendlichen

Mit der ersten Bewässerung der Pflanzen – stilecht mit Europa-Gießkanne – wurde das Hochbeet eingeweiht. „Das Projekt ist super, denn bei uns zu Hause ist gerade der Rosmarin eingegangen. Wenn ich abends kochen will, nehme ich mir einfach von hier etwas mit“, scherzte Jörn Möltgen. „Aber bitte noch ein bisschen warten“, lachte Henrike Weve­ring, „das ist wie mit Europa: Erst muss es wachsen, bevor man ernten kann.“