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Flüchtlingsarbeit

Es kommen mehr Familien

Havixbeck

Das Wohnen ist das eine, die Integration das andere. Alles zusammen klappt in Havixbeck sehr gut.

Klaus de Carné

Für die Integration von Flüchtlingen wird sehr viel unternommen. Die Ehrenamtlichen von „INCA plus – offenes Havixbeck“ leisten einen Großteil davon. Das Foto zeigt einen Ausflug am Barfußgang in Tilbeck. Foto: INCA plus

Die Zahl der in Havixbeck lebenden Flüchtlinge hält sich konstant. Zurzeit sind es 225 Personen, die in den bekannten Gebäuden wie Haus Wübken, alte Schule in Hohenholte oder auch noch im alten Sportlerheim an der Schützenstraße in Wohngemeinschaften zusammenleben. „Außerdem haben wir Häuser gekauft oder gemietet, wo überwiegend Familien eingezogen sind“, berichtet Kristoph Koch, der sich als Sozialpädagoge der Gemeinde inzwischen einen guten Überblick verschafft hat. Er wurde extra für die Betreuung und Begleitung der Migranten zusätzlich eingestellt.

Zunächst sei das Wohnen immer das Wichtigste für die Menschen, die über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach Havixbeck kämen. „Die eigenen vier Wände sind der größte Wunsch der Menschen. Besonders für Familien“, berichtet Koch im Gespräch mit unserer Zeitung. „Da unterscheiden wir uns selber auch nicht von den Migranten.“

Immer könne die Gemeinde dies nicht sofort leisten, aber nach einiger Zeit ergebe sich das manchmal. Das BAMF weise nicht mehr so viele Einzelpersonen, meistens Männer, der Baumberge-Gemeinde zu, sondern mehr Familien. Eine Familie kam jüngst aus Syrien mit zwei kleinen Kindern.

Die alte Schule in Hohenholte bietet für zwei Familien separate Wohnungen und mehrere Zimmer für Einzelpersonen, die aber mehr WG-Charakter haben. „Alle kochen und leben zusammen“, so Kristoph Koch. Die dezentrale Unterbringung sei der richtige Weg, dies habe sich auch für Havixbeck herausgestellt.

Die Gemeinde versucht die Wohnsituation immer zu entzerren, damit es nicht zu vielen Konflikten kommt. Oftmals fehlten in den alten Häusern Multifunktionsräume. Beim Neubau des Wohnhauses neben der Dreifachturnhalle wird Wert auf mehr Platz für Gemeinsamkeiten gelegt. Dafür macht sich Sozialpädagoge Koch stark. „Dies ist wichtig, damit Treffpunkte in den Wohnquartieren entstehen, weil die meisten Häuser stark belegt sind und keine freien Flächen vorhalten“, erklärt Kristoph Koch.

Das Wohnen ist das eine, die Integration das andere. Dazu gehören die Sprachkurse an erster Stelle. Nicht alle Flüchtlinge besuchen die Kurse auf Dauer. Man sei aber auf einem guten Weg, dies zu intensivieren. Dies belegen die zahlreichen VHS-Sprachkurse, die an verschiedenen Stellen in Havixbeck stattfinden.

„In umfangreicheren Integrationskursen finden intensivere Sprachkurse statt“, weiß Koch aus Erfahrung. Deshalb sei für etliche Flüchtlinge der Weg nach Münster das Ziel. Dort träfen die Menschen auf eine größere Zahl Mitmenschen aus ihrem Land.

Ende diesen Jahres soll erstmalig ein Integrationskursus in Havixbeck stattfinden. Dabei sind die einzelnen Module für die Menschen wichtig, die mit viel Inhalt gefüllt sind. Die zahlreichen Mitglieder der Havixbecker Initiative „INCA plus – offenes Havixbeck“ sind stark in den Prozess der Integration eingebunden. Ganz neu ist in dem Zusammenhang, dass die Gruppe einen Raum im Ortskern anmieten möchte, der zum Treffpunkt wird. Verhandlungen laufen noch. „Die Absprachen mit dem Familienbüro laufen sehr gut, sodass keine Reibungsverluste bei der Arbeit entstehen“, ist Kristoph Koch froh, dass viele Menschen an einem Strang ziehen.

Ab und zu kommt es auch zu Abschiebungen von Menschen, die aus sogenannten sicheren Herkunftsländern stammen. „Einige reisen offiziell aus und ersparen sich so viel Stress“, erklärt Koch.

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