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Havixbeck erhält die Fairtrade-Auszeichnung

Global denken – lokal handeln

Havixbeck

Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Die Gemeinde Havixbeck ist nun Fairtrade-Town. Das sei erst der Anfang, hieß es bei der Verleihung des Siegels am Sonntag.

Von Kerstin Adass

Havixbeck ist nun Fairtrade-Town. Im Rahmen des Havixbecker September nahmen Bürgermeister Jörn Möltgen und die Steuerungsgruppe die Auszeichnung für die gesamte Gemeinde in Empfang. Foto: Kerstin Adass

Die Gemeinde Havixbeck ist die 803. Fairtrade-Town in Deutschland – und seit Sonntag wird dies auch durch eine Urkunde bestätigt. Im Rahmen des Havixbecker September nahmen Bürgermeister Jörn Möltgen und die Steuerungsgruppe Fairtrade-Town die Auszeichnung für die gesamte Gemeinde in Empfang. Als Fairtrade-Town muss Havixbeck einige Voraussetzungen erfüllen und verpflichtet sich auch weiterhin dazu, fairen Handel zu unterstützen. Heinz Fuchs von Fairtrade Deutschland lobte das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und verlieh auf der Bühne im Ortskern die entsprechende Auszeichnung.

„Heute geht es erst richtig los“

„Mit dieser Auszeichnung ist es nicht vorbei, eigentlich geht es heute erst richtig los“, sagte Jörn Möltgen. Es gehe nun darum, menschenwürdige Arbeitsbedingungen weiter zu unterstützen und über fairen Handel zu informieren. Man müsse sich fragen, welche Schicksale hinter den Produkten stecken, die man im Alltag konsumiere. Möltgen betonte: „Das ist ein Stückchen Ehrlichkeit, die wir alle etwas mehr an den Tag legen müssen.“

Um sicherzustellen, dass auch Menschen an den Anfängen von Lieferketten fair bezahlt werden und unter sicheren Bedingungen arbeiten können, bietet sich die regionale Produktion an. Dort, wo es faire und regionale Alternativen gebe, so der Bürgermeister, solle man über den Umstieg nachdenken. So sei die Getränkeauswahl im Rathaus bereits an den Fairtrade-Gedanken angepasst worden. „Und ja“, sagte Möltgen, „das ist dann halt mal etwas teurer.“

Fair gehandelte Produkte haben längst den Weg aus der Nische gefunden.

Das „wohl bekannteste Sozialsiegel überhaupt“, wie Heinz Fuchs es formulierte, ist für Havixbeck nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Auftrag. „Mit globalem Denken und lokalem Handeln fördern wir den fairen Handel“, sagte Fuchs. Dabei gehe es unter anderem darum, mehr fair gehandelte Produkte anzubieten. Ob Kaffee oder Kakao, Bananen oder Blumen: „Fair gehandelte Produkte haben längst den Weg aus der Nische gefunden.“

Jörn Möltgen möchte gleichzeitig, dass in der Gemeinde mit Veranstaltungen und Aktionen über die Bedeutung des Fairtrade-Siegels informiert wird. Denn aus seiner Sicht sollte der Kauf fairer Produkte viel stärker in den Alltag inte­griert werden: „Ich glaube, das ist der Denkfehler. Man meint, man hat eine gute, soziale Tat getan, dabei sollte das längst eine Selbstverständlichkeit sein.“

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