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Bürgerinitiative Gegenwind Havixbeck und Hohenholte

„Grün-rotes Prestigeprojekt“

Havixbeck

Die Bürgerinitiative Gegenwind Havixbeck und Hohenholte fordert den Rat der Gemeinde Havixbeck und Bürgermeister Jörn Möltgen auf, beim Beschluss vom 25. Juni 2020 zu bleiben und dem Landrat des Kreises Coesfeld das gemeindliche Einvernehmen für die Genehmigung der Errichtung der Windkraftanlagen in Herkentrup weiterhin zu versagen. In einer Stellungnahme legt die BI noch einmal ihre Bedenken dar.

wn

Sichtbarer Protest in Form einer Collage von Havixbecker und Hohenholter Bürgern und Anwohnern. Foto: BI Gegenwind

Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Havixbeck und Hohenholte nimmt zum Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und SPD, in der Gemeinderatssitzung am heutigen Donnerstagabend zusammen mit dem Bürgermeister das gemeindliche Einvernehmen zum Bau der drei Windkraftanlagen in Herkentrup zu erteilen, Stellung:

Die Zustimmung, das gemeindliche Einvernehmen, zum Bau der drei zur Genehmigung beim Kreis Coesfeld beantragten Windkraftanlagen (WKA) mit der knappen Mehrheit der Koalition aus Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Bürgermeister Möltgen ist eine Entscheidung mit schlimmen Folgen, eine Katastrophe für Havixbeck.

Bürgermeister Möltgen sorgt sich in seiner Verwaltungsvorlage zur Gemeinderatssitzung darum, dass „eine Versagung der Genehmigung“ „eventuell die Gewinnmöglichkeiten der Vorhabenträger nachteilig beeinflussen“ kann. Für die in den letzten Jahren von der Bürgerinitiative vorgetragenen mündlichen und schriftlichen Einwände gegen den Bau der Anlagen bei der Gemeinde, beim Kreis und bei der ganztägigen mündlichen Anhörung im letzten Jahr in einer Fabrikhalle in Coesfeld und in den Medien hat Bürgermeister Möltgen kein Wort übrig, erklärt die BI.

Zur Durchsetzung des grün-roten Prestigeprojekts gleich zu Beginn seiner Amtszeit baut der Bürgermeister eine Drohkulisse von „möglichen Schadenersatzforderungen“ des Investors auf, um „unverzüglich die notwendigen Beschlüsse herbeizuführen“. Von den vollmundigen Ankündigungen von Möltgen vor und nach der Wahl, auf die Interessen und Vorschläge der Einwohner zu hören, Transparenz zu gewährleisten und Vorhaben mit der Bürgerbeteiligung zu entwickeln, ist bei diesem fatalen Schnellschuss nichts zu spüren, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Möltgen hat eine knappe grün-rote Mehrheit hinter sich, und mit der muss es jetzt schnell gehen. Denn er befürchtet, „dass für die Vorhaben später eine andere, ungünstigere Rechtslage maßgebend sein wird“. Mit seiner Ratsmehrheit will er einer zu erwartenden Abstandsregelung von 1000 Metern der Windenergieanlagen (WEA) zu Bebauungen zuvorkommen. Wir halten es für unverantwortlich und auch für moralisch verwerflich, wenn kurz bevor das Land NRW eine Entscheidung zum besseren Schutz der Anwohner von WEA beschließen wird, trickreich die unmittelbar bevorstehende bessere Lösung für die Bürger umgangen wird.

Die 17-jährige Schreiberin eines Leserbriefs vom 17. März 2021 bringt die Kritik an dieser Trickserei auf den Punkt: „Nichts rechtfertigt das Ignorieren einer solchen Regelung“, eines vorgesehenen und rechtlich verankerten größeren Abstands der Anlagen für die „Gesundheit“ und das „Wohlbefinden der Betroffenen“.

Die BI Gegenwind hat in den letzten Jahren deutlich auf die Gefahren durch die geplanten monströsen WKA hingewiesen. Zu geringer Abstand zur umliegenden Bebauung. Teilweise nur 480 bis 600 Meter, zu Hohenholte 900 Meter. Gefahren für die Gesundheit durch Infraschall, Lärm, Schattenwurf und optische Bedrängung. Die drei direkt angrenzenden Pferdehöfe Mormann, Schulze Schleithoff und Schleiner wären in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet, und die Akzeptanz durch Besucher und Urlauber könnte leiden.

Das Landschaftsschutzgebiet zwischen der Herkentruper Straße und dem Klärwerk an der K 51 nach Hohenholte würde unwiederbringlich zerstört. Das Landschaftsbild und das Ortsbild von Havixbeck mit der sanften Silhouette der Baumberge dahinter werden stark beeinträchtigt. Selbst das Gutachten von „enveco“ für die Investoren vom Januar 2017 bestätigt erhebliche negative Auswirkungen.

Die Anlieger der Baumberge, in unserem Fall die Einwohner von Havixbeck und Hohenholte, sollten sich glücklich schätzen, in einem Naturraum von derart hohem Wert zu leben. Es gilt, diesen Lebensraum zu verteidigen, statt ihn durch Monster-WKA zu zerstören, durch wenige Profiteure zerstören zu lassen. Dies wäre ein unverzeihlicher Fehler, unter dem die jetzigen Bewohner von Havixbeck und Hohenholte und auch spätere Generationen zu leiden hätten. Der dabei oft gehörte, aber einer falsch verstandenen Solidarität entspringende Gedanke, jede Gemeinde müsse diesen Beitrag zur Energiewende leisten, ist falsch, weil wertvolle Naturensembles wie die Baumbergeregion viel seltener sind als Gebiete, in denen man WKA eher aufstellen kann.

Um Klimaschutz geht es den skrupellosen Investoren der WEA sicher nicht. Die Ideologie der Grünen hat den Klimaschutz zu ihrem zentralen Dogma erklärt. Landschafts- und Naturschutz spielen wie früher bei ihnen fast keine Rolle mehr.

Die Bürgerinitiative Havixbeck und Hohenholte fordert den Rat der Gemeinde Havixbeck und Bürgermeister Möltgen auf, beim Beschluss vom 25. Juni 2020 zu bleiben und dem Landrat des Kreises Coesfeld das gemeindliche Einvernehmen für die Genehmigung der Errichtung der WKA in Herkentrup weiterhin zu versagen.

Die Bürgerinitiative bittet die Einwohner um Unterstützung und Solidarität.

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