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Ware auf eigene Rechnung verkauft

Havixbecker steht vor Gericht

Havixbeck/Nottuln

Veruntreuung in insgesamt 15 Fällen wird vor dem Amtsgericht Coesfeld in einem Prozess am Donnerstag verhandelt. Beschuldigt ist ein 52-jähriger Havixbecker, der sich nicht zur Sache äußern wollte.

Iris Bergmann

Das Amtsgericht Coesfeld beschäftigt sich mit einem Fall, der Havixbeck und Nottuln betrifft. Foto: Iris Bergmann

Veruntreuung in insgesamt 15 Fällen wird vor dem Amtsgericht Coesfeld in einem Prozess verhandelt. Beschuldigt ist ein 52-jähriger Havixbecker, der sich in der Sitzung am Donnerstag nicht zur Sache äußern wollte. Um dennoch Licht ins Dunkel zu bringen, waren mehr als ein Dutzend Zeugen geladen, einschließlich des Geschädigten, ein Inhaber eines Nottulner Betriebs.

Vorgeworfen wird dem Beklagten, über einen Zeitraum von gut eineinhalb Jahren, Ware aus dem Bestand des Betriebs auf eigene Rechnung verkauft zu haben. Er soll Dienstleistungen für Kunden von anderen Firmen durchgeführt haben, wobei die Rechnung an den Arbeitgeber geschickt wurde, während der Beklagte das Geld von den Kunden für sich behalten haben soll.

Zu Beginn des Prozesses sagte zunächst der Bewährungshelfer des Beklagten aus, denn dieser steht noch unter Bewährung unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Der Bewährungshelfer attestierte ein korrektes Bewährungsverhalten des Familienvaters und bewertete positiv, dass dieser – nach der Entlassung aus dem Nottulner Betrieb – aktuell wieder eine Beschäftigung gefunden habe.

Das Resümee des geschädigten Nottulner Unternehmers fiel weniger gut aus. Dieser hatte im Mai 2016 dem Beklagten eine Festanstellung angeboten, nachdem er zuvor als Subunternehmer gute Fachkenntnisse bewiesen und zuverlässige Arbeit abgeliefert habe, so der Firmenchef. Der Havixbecker habe stets Einsatz gezeigt, sei sehr selbstbewusst gewesen und habe immer eine qualifizierte Antwort parat gehabt, führte er aus.

Im Laufe des Jahres 2017 seien jedoch erste Unregelmäßigkeiten im Betrieb festgestellt worden. Im Lager habe immer mal wieder etwas gefehlt, was eigentlich für Kunden bestellt worden sei.

Der Vorsitzende Richter ging mit dem Firmenchef akribisch alle Punkte durch. Ebenso verfuhr er auch mit den Zeugen, die sowohl ehemalige Kollegen, Firmenkunden und Mitarbeiter aus Betrieben waren, mit denen das Nottulner Unternehmen zusammenarbeitet.

Im Verlauf der Vernehmungen tauchten verschiedene Sichtweisen, Wahrnehmungen und Erinnerungen an die diversen betrieblichen Abläufe innerhalb der Firma sowie an das Verhalten des Beklagten auf.

Nachdem der Anwalt des Beklagten einen Antrag auf Vorladung weiterer Zeugen stellte und sich für den Richter die Beweislage als noch unklar darstellte, vertagte er den Prozess auf Mitte April.

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